Heidekraut, Besenheide - Pflege, Schneiden

Heidepflanzen gibt es in unterschiedlichen Wuchshöhen. Sie gedeihen bestens auf sauren, kalkfreien Böden, blühen im Sommer oder Winter und haben oft eine schöne Laubfärbung.

Heidekraut und Erika sind immergrüne, pflegeleichte Zwergsträucher, und daher ist ein Heidebeet der einfachste Weg zu einem unkomplizierten Garten mit ganzjähriger Blütenpracht. Der Garten wirkt wie ein Mondlandschaft, wobei man die zahllosen Zuchtsorten dieser beiden nahe verwandten Pflanzengruppen beliebig miteinander kombinieren kann.

Pflanzenauswahl

Heidepflanzen werden von Gärtnern oft nach deren Blütezeit unterteilt: Sommerheide blüht im Sommer

und Herbst, Winterheide im Winter und Frühjahr. Sommerheide braucht meist einen kalkfreien, sauren Boden, während viele Winterheidenarten Kalk vertragen.

Eine andere Unterteilungsmöglichkeit ist die Größe; Baumheide (nur bedingt winterhart) wird bis zu 2,5m hoch, die restlichen Arten variieren von winzigen Nadelkissen bis zu 1,2m Wuchshöhe. Mit Baumheiden lassen sich die sonst vielleicht etwas eintönigen, flach angelegten Heidebeete auflockern. Reine Heidegärten kann man zudem durch das Anlegen von Hängen, Mulden, Dämmen oder mit großen Steinen interessanter gestalten. Heide kommt jedoch am besten zusammen mit anderen Gewächsen zur Geltung.

Hierbei muss man sich jedoch nicht auf die traditionelle Kombination von Heide und zwergwüchsigen Nadelbäumen beschränken, denn viele andere Straucharten wie beispielsweise Rhododendren und Azaleen harmonieren ebenso gut und haben zudem ähnliche Ansprüche an ihren Standort.
Heidepflanzen bieten sehr lange einen schönen Anblick, da bereits verwelkte Heideblüten fast den ganzen Winter über ihre leuchtende Farbe behalten. Dies trifft besonders für die Sorten von E. vagans zu, aber auch für einige Formen von E. cinerea (Grauheide) und E. terminalis. Sie alle sind nur in milden Gebieten hart, ansonsten benötigen sie einen Winterschutz.

Auspflanzen und Pflege

Heide braucht offene, vollsonnige Standorte. Alle Arten gedeihen am besten in sauren Torfböden,
wobei Sommerheide Kalk nicht verträgt, Winterheide nur bis zu einem gewissen Grad. Topfpflanzen können praktisch zu jeder Jahreszeit ins Freie gesetzt werden, wobei Herbst oder Frühjahr am günstigsten ist. Der Boden wird vorher gründlich etwa spatentief umgegraben, und Wildkräuter sollten sorgfältig entfernt werden. Auf kalkfreie Böden bringt man eine ca. 2,5 cm dicke Schicht sauren Rindenmulch auf, die leicht untergeharkt wird. Kalkreiche oder schwere Böden brauchen entsprechend mehr Rindenmulch. Extrem nährstoffarme Böden werden mit 1 Handvoll Knochenmehl/ Quadratmeter aufbereitet.

Der richtige Schnitt

Winterheidesorten und Zwergformen müssen im Allgemeinen nicht geschnitten werden. Man entfernt lediglich die abgestorbenen Blüten, sobald sie ihre Farbe verlieren. Die verblühten Köpfe der Sommerheide färben sich im Winter sehr attraktiv, so dass man mit dem Beschneiden bis zum Frühjahr warten sollte. Diese Sorten treiben mit den Jahren häufig zu sehr aus, und die Blütenstände sind nicht mehr so kräftig. Im Frühjahr können verholzte Stängel beliebig weit zurück geschnitten werden, wobei nur ein leichtes Stutzen erforderlich ist. Schneiden Sie immer etwas schräg. Hochwüchsige Sorten werden entweder im Spätherbst oder vor dem Austrieb beschnitten, um ein hässliches Hochschießen zu verhindern.

Vermehrung

Fast alle im Garten kultivierbaren Heidearten sind Zuchtformen und können durch Absenker vermehrt werden. Die vegetative Vermehrung durch Absenker oder Stecklinge ist die einzig verlässliche Methode, Pflanzen mit beständiger Farbenpracht, Wuchsform und Größe zu erhalten. Gut

angewachsene Pflanzen können praktisch zu jeder Jahreszeit durch Absenker vermehrt werden, doch erzielt man die besten Ergebnisse im Frühjahr. Hierzu wird zunächst einer der grundständigen Seitenzweige fest auf den Boden gedrückt und um den Hauptteil der pflanze reichlich Torf- Sand- Gemisch oder Kompost auf Torfbasis angehäuft. Der Absenker wird mit einem schweren Stein auf der Erde gehalten. Die auf diese Weise im Frühjahr gelegten Absenker sollten bis zum Herbst Wurzeln gebildet haben.

Schädlinge und Krankheiten

Im Allgemeinen ist Heidekraut relativ resistent gegen Krankheits- und Schädlingsbefall. Allerdings kann es durch den im Boden wachsenden Hallimasch befallen und vollkommen zerstört werden. In diesem Fall kann man unter der Rinde am Sprossansatz der abgestorbenen Pflanzen einen fächerförmigen, weißen Pilzbewuchs beobachten. Befallene Pflanzen sollten umgehend ausgegraben, der umgebende Boden gründlich abgetragen und vollständig erneuert werden. Auch sollte man den Infektionsherd, beispielsweise einen Baumstumpf oder abgestorbenen Strauch, beseitigen.

Zub kalkreiche Böden führen zur so genannten Chlorose, bei der das Laub durch Eisenmangel sich zunächst gelb, später braun verfärbt und schließlich abstirbt. Die Pflanzen sollten dann mit einer eisenhaltigen Nährlösung gegossen werden. Welke oder Kümmerwuchs bewirken Braunfärbung und Welken der Blätter und führen zum Absterben der Pflanzen. Eine Behandlung ist nur selten möglich, die Ausbreitung kann jedoch durch Universaldünger oder reichliche gaben eines sauren Mulches vermieden werden.