Sauerampfer, Rumex acetosa

kraeuter22 flDer Sauerampfer, Rumex acetosa, ist ein Wildgemüse. Er liebt einen sehr nährstoffhaltigen Boden. Er gedeiht bestens wenn die Bodenbeschaffenheit lehmig, nährstoff- und auch stickstoffreich ist. Wenn der Sauerampfer dann blüht, bildet er eine Rispe die bis zu einem Meter hoch werden kann. Charakteristisch blüht er auf Wiesen, die das erste Mal gemäht wurde und er seine Rispe danach gebildet hat. Die roten Rispen bewegen sich dann anmutig im Wind, hoch aufgereckt, während das Gras oder die eigentliche Sauerampferpflanze wesentlich niedriger ist. Die Blüte des Sauerampfers ist

recht unscheinbar, es sind kleine, kugelig wirkende Blüten, die sich an der Spitze eines fast blattlosen Stängels bildet. Der Sauerampfer liebt den Halbschatten, kann jedoch ebenso in der prallen Sonne gedeihen.

Früher wurde er nach fettreichen Speisen genossen. Vor allem im alten Ägypten, aber auch bei den Griechen und Römern wurde er nach üppigen Gelagen an die Gäste gereicht und gegessen.

Im Mittelalter gelangt der Sauerampfer aber auch durch unwissende Kräuterkundler zu falschem Ruhm. Er wurde immer wieder und immer erfolglos zur Behandlung von Fieberkranken eingesetzt. Zusätzlich wurde er jedoch auch, und diesmal tat man ihm nicht Falsch,
als Heilmittel gegen die Seefahrerkrankheit Skorbut, aufgrund einer Hypervitaminose, bedingt durch das völlige Fehlen des Vitamin C, von mittelalterlichen Seefahrern eingesetzt. Sauerampfer enthält sehr viel Vitamin C, aus diesem Grunde wird er auch heute noch, roh und in gekochtem Zustand gegessen. Trotz allem kann er wegen eines weiteren Inhaltsstoffes, insbesondere für Nierenkranke in geringeren Dosen und in größerer Menge für alle Menschen schädlich sein. Schuld daran ist die Oxalsäure, die ebenso reichlich im Sauerampfer vorkommt. Die Oxalsäure hemmt zusätz6lich eine Eisenaufnahme im menschlichen Körper. Darum sollte bei einer diagnostizierten Eisenmangelkrankheit auf Sauerampfer gänzlich verzichtet werden. Trotzdem enthält das sauer schmeckende Wildgemüse verschiedenen Eisenverbindungen die bei trotz allem bei Blutarmut gegeben werden können. Der Sauerampfer zeigt sehr gute Heilkraft bei Verdauungsbeschwerden. Wer einmal inmitten frischer Wiesen ein großes Durstgefühl verspürt hat, und etwas Sauerampfer abgerupft hat und langsam kaute, weis auch über seine Durstlöschende Fähigkeiten.

Achten sollte man in jedem Falle, dass man vom Sauerampfer nur junge Blätter verwendet und nicht ältere Blätter, die Flecken oder rostbraune Löcher haben. Diese Pflanzen sind unbekömmlich und bewirken Magenschmerzen und Durchfall.

In der Küche kann man Sauerampfer zu Salat verwenden. Sehr lecker ist es auch, die würzigen Blätter mit Spinat zu mischen und ihn als Mischgemüse zuzubereiten. Aber auch als Cremesuppe mit einem Klecks Sahne versehen schmeckt er wunderbar.