Schwertlilie, Iris - Pflanzen und Pflege-Tipps

Violette SchwertlilieDer royalen Ausstrahlung einer Iris kann sich niemand entziehen. Völlig zu Recht wurde die Prachtblume benannt nach einer griechischen Göttin. Mit atemberaubender Blütenopulenz ziert die winterharte Schwertlilie den Garten von Mai bis Juli in einem fulminanten Farbspektakel. In einer überbordenden Sortenvielfalt hält die Gattung für nahezu jeden Standort gleich mehrere der lieblichen Blumen bereit. Die folgenden Zeilen setzen Sie detailliert darüber ins Bild, wie Sie die populäre Knollenpflanze gekonnt pflanzen und perfekt pflegen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
  • Gattung: Schwertlilien (Iris)
  • Mehr als 300

    Arten in 6 Untergattungen
  • Ausdauernde, krautig wachsende Knollenblumen
  • Wuchshöhen von 20 bis 100 Zentimetern
  • Hauptblütezeit von Mai bis Juli
  • Überwiegend winterhart bis -20 Grad Celsius
  • In allen Pflanzenteilen leicht toxisch
Schon seit dem Mittelalter finden Schwertlilien Verwendung sowohl als Zier- als auch als Heilpflanze. Heute setzen Iris vorzugsweise im Staudenbeet dekorative Akzente oder verschönern als Schnittblume in der Vase das Heim.

Pflanzen

Innerhalb der breit gefächerten Arten- und Sortenvielfalt tummeln sich sowohl trockenheitsliebende Sonnenkinder, als auch Regenanbeter für Feuchtgebiete. Bevor Sie zur Pflanzung einer Schwertlilie schreiten, sollte eine dezidierte Selektion geeigneter Züchtungen für den vorgesehenen Standort stattfinden.

Standort

Je besser die vorherrschenden Bedingungen im Beet miteinander in Einklang gebracht werden mit den artspezifischen Anforderungen einer Schwertlilie, desto prächtiger wird sie gedeihen. Überschläglich lassen sich geeignete Licht- und Bodenverhältnisse für Iris wie folgt definieren:
  • Sonnige bis schattige Lagen in allen Nuancen
  • Warm und luftig
  • Nährstoffreicher, humoser Boden
  • Sandig-trocken bis frisch-feucht
  • Locker und gut durchlässig, ohne Staunässe
Schwertlilien entfachen somit ihr Leuchtfeuer ebenso im Steingarten, als auch entlang des Gartenteiches. Die Sorten von Sumpf-Iris möchten sogar mit ihren Wurzeln dauerhaft im Teichwasser stehen.

Tipp: Für die Kultur im Kübel ist die Schwertlilie nur bedingt geeignet. Aufgrund ihrer raumgreifenden Knolle wird es ihr im begrenzten Volumen eines Pflanzgefäßes innerhalb kurzer Zeit zu eng.

Einsetzen in den Boden

Weiße SchwertlilienDas Zeitfenster für die Pflanzung von Schwertlilien ist geöffnet von Juli bis September. Im sonnenwarmen Erdreich können sich die Wurzeln bestens etablieren, bis Frost und Schnee Einzug halten. Im Vorfeld sollte die Bodenqualität genau in Augenschein genommen werden, um eventuelle Aufbesserungen vorzunehmen. Stark verdichtetes Erdreich wird aufgelockert mit Sand oder Tonteilchen. Zu sandiges Substrat erhält eine reichlich bemessene Portion Kompost oder handelsüblichen Humus. Empfehlenswert ist ein unkomplizierter pH-Test, um bei einem Wert unter 5,5 die zu saure Erde angemessen mit Kalk zu optimieren. Im Anschluss an die Bodenvorbereitung wird gepflanzt:
  • Kleine Gruben anlegen mit einer Tiefe von 2-3 Zentimetern
  • Den Aushub mischen mit Guano als Vorratsdünger
  • Der sortenabhängige Pflanzabstand pendelt zwischen 25 und 40 Zentimetern
  • Die Knolle einsetzen mit abwärts gerichteten Wurzeln
  • Das Rhizom muss zur Hälfte aus der Erde herausschauen
  • Den Boden andrücken und wässern
Zu tief gesetzte Schwertlilien wachsen nicht an. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass die Blumenknolle am
Ende noch sichtbar ist. Diese Prämisse gilt ebenfalls bei einer Pflanzung im Kübel.

Tipp: Liebhaber der Schwertlilie ordnen die Blumenknollen kreisförmig an, wobei sie Sorten mit verschiedenen Blütezeitpunkten mischen.

Gießen und Düngen

In der unmittelbaren Folgezeit nach dem Einsetzen, werden Iris wiederholt gegossen. Haben sie erst einmal Fuß gefasst, ist zusätzliches Gießen nur dann erforderlich, wenn das natürliche Regenaufkommen nicht

ausreicht. Neben einer Startdüngung im Frühjahr mit Kompost oder Guano, sind zusätzliche Nährstoffe nur dann vonnöten, wenn sich Mangelerscheinungen offenbaren. Eine Schwertlilie signalisiert Düngebedarf durch gelbliches Laub oder eine schwächelnde Blüte. In diesem Fall ist organischer Dünger empfehlenswert, da die Rhizome auf die Salze in mineralischen Präparaten sehr empfindlich reagieren.

Schneiden und Überwintern

Im Anschluss an die Blüte benötigt die Schwertlilie noch einige Zeit, um aus den oberirdischen Pflanzenteilen die verbliebenen Nährstoffe zu assimilieren. Auf diese Weise wird im Inneren des Rhizoms ein Depot angelegt, das in der nächsten Saison einen wertvollen Beitrag leistet zur erneuten Prachtblüte.
  • Ist keine Aussamung erwünscht, werden Iris gleich nach der Blüte geköpft
  • Blütenstängel und Laub verbleiben bis Ende September
  • Daran anschließend bis 10 Zentimeter über dem Boden einkürzen mit einem scharfen Messer
  • Winterabdeckung ist nur in rauen Lagen erforderlich
Blätter und Stängel dürfen nicht einfach abgerissen werden. Es würden schlimme Verwundungen entstehen, die Fäulnis, Schädlingen und Krankheiten Tür und Tor öffnen. Sofern Sie sich nicht gestört fühlen durch den Anblick des verwelkten Laubs, belassen Sie es den Winter hindurch als natürlichen Schutz, um es erst im Frühjahr abzuschneiden.

Tipp: Iris im Kübel werden vor Erfrierungen geschützt durch eine Hülle aus Luftpolsterfolie. Vor Frost von unten bewahrt ein Holz- oder Styroporblock als Unterlage.

Verjüngen und Vermehren

SchwertlilienEin zentraler Pflege-Tipp bezieht sich auf die Erhaltung der Vitalität dieser bezaubernden Stauden. Im Laufe der Jahre tendieren Schwertlilien dazu, einen imposanten Horst zu bilden, der von innen her verkahlt. Diesem Manko beugen erfahrene Hobbygärtner effektiv vor, indem alle 3 bis 4 Jahre eine Teilung durchgeführt wird. So gehen Sie dabei vor:
  • Der optimale Termin ist 6-8 Wochen nach der Blüte
  • Die Knolle mit der Grabegabel aus der Erde heben
  • Nur die äußersten Rhizomteile abschneiden, die über mindestens einen Blattfächer verfügen
  • Die Schnittwunden umgehend mit Holzkohleasche versiegeln
  • Sämtliche Blätter mit der Schere keilförmig einkürzen
  • Bei Bedarf ebenfalls die Wurzeln stutzen bis auf 10 Zentimeter
Die neuen Rhizome werden ohne lange Verzögerung umgepflanzt an ihren neuen Standort. Ein ausgelaugter Mittelteil kann entsorgt werden. An die Blüte des ersten Jahres nach der Teilung sollten Sie nicht allzu hohe Erwartungen richten. Ihre wahre Schönheit entfaltet die Schwertlilie ab dem zweiten Jahr nach einer Verjüngung.

Krankheiten

Die paradiesische Schönheit einer Iris wird nur selten beeinträchtigt durch gesundheitliche Störungen. Kommt es zu Problemen, ist die Ursache häufig in Pflegefehlern zu suchen. Erfreulicherweise bestehen im Ernstfall gute Aussichten auf eine Heilung.

Wurzelfäulnis

Eine ungenügende Behandlung von Schnittwunden im Rahmen der Teilung oder ein verregnetes Frühjahr lösen am Rhizom Fäulnis aus. Zunächst färbt sich das untere Ende des Blütenstängels braun. Im weiteren Verlauf wird die Knolle weich und ebenfalls braun. So reagieren Sie auf das Schadbild:
  • Bei den ersten Anzeichen von Fäulnis die Knolle aus der Erde holen
  • Mit einem scharfen, desinfizierten Messer alle Schadstellen abschneiden
  • Chlorbleiche mit Wasser verdünnen im Verhältnis 1:10 und damit das Rhizom reinigen
Sollte das Erdreich vernässt sein, pflanzen Sie die Iris erst ein, nachdem Sie am Boden des Pflanzlochs eine Drainage anlegten aus zerstoßenen Tonscherben oder Kieselsteinen.

Blattflecken und Blattbrand

SchwertlilienBraune Stellen auf den Blättern oder orange-braun verfärbte Blattspitzen sind kein Grund zur Besorgnis. Diese Symptome basieren in der Regel auf eine unzureichende oder übermäßige Wasser- und Nährstoffversorgung.
  • Das befallene Laub abschneiden
  • Den Wasser- und Nährstoffhaushalt optimieren
  • Im Zweifel das Rhizom teilen und umpflanzen an einen besser geeigneten Standort
Fazit

Mit königlicher Anmut zieren Schwertlilien die Staudenbeete des Gartens an allen nur denkbaren Standorten. Die ausdauernden Knollenblumen mit ihrer einzigartigen Blütenform stellen nur geringe Ansprüche an die Pflege. Harmonieren die sortenspezifischen Erwartungen an die Licht- und Bodenverhältnisse mit dem gewählten Standort, reduziert sich die Pflege auf Gießen bei Trockenheit. Gedüngt werden Iris nur dann, wenn sie einen zusätzlichen Nährstoffbedarf signalisieren. Eine Teilung alle 3 bis 4 Jahre leistet den entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der Vitalität.