Sellerie anbauen - Pflanzen und Pflege-Tipps

SellerieUm Sellerie im Nutzgarten anzubauen, liegt die Messlatte der gärtnerischen Voraussetzungen nicht sonderlich hoch. Statt umfangreicher Kenntnisse ist vielmehr ein langer Geduldsfaden gefragt angesichts einer Reifezeit von bis zu 13 Wochen. Belohnt werden die Bemühungen mit noch mehr Abwechslung auf der heimischen Speisekarte, denn das traditionelle Gemüse ist reich an Nährstoffen und arm an Kalorien. Welche Aspekte den Ausschlag geben für eine gelungene Kultur, erläutert die folgende Anleitung zum Pflanzen mit nützlichen Pflege-Tipps.

Anzucht im Haus

Der Anbau von Sellerie steht

von Beginn an unter einem guten Stern, wenn Sie sich für eine Anzucht der Samen hinter Glas entscheiden. Die Jungpflanzen starten in diesem Fall mit einem beträchtlichen Wachstumsvorsprung in die Freiland-Saison. Ab Anfang März kann die Aussaat in Angriff genommen werden.
  • Kleine Töpfchen füllen mit einem Mix aus feinkrümeliger Gartenerde und Sand
  • Die Sellerie-Samen ausstreuen, andrücken und mit Wasser besprühen
  • Ohne Abdeckung aufstellen am hellen, nicht vollsonnigen Fensterplatz
Eine optimale Keimtemperatur pendelt zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Unter die 16-Grad-Marke darf das Thermometer nicht fallen, weil die Gefahr steigt, dass die Keimlinge vergeilen. Das gilt insbesondere in Verbindung mit gleichzeitigem Lichtmangel. Gegossen wird die Saat nur so viel, dass sie nicht austrocknet.

Tipp: Inwiefern Knollensellerie oder Stangensellerie ausgesät wird, hängt ab von der Platzkapazität im Beet. Während die Sellerieknollen raumgreifend gedeihen, hat Stangensellerie nichts gegen einen Anbau im Balkonkasten einzuwenden.

Standort und Beetvorbereitung

Parallel zur Anzucht, fällt im Garten der Startschuss für die Vorbereitung des Bodens. Da Sellerie zu den Starkzehrern zählt, wird das Erdreich entsprechend mit organischem Dünger angereichert, wie Kompost oder Stallmist. Da die Mikroorganismen einige Zeit benötigen, um die Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen, nehmen erfahrene Hobbygärtner diese Arbeit ab März in Angriff, sobald der Boden aufgetaut ist.
  • Am gewählten Standort ist es sonnig und luftig
  • Der Boden ist humos und frisch-feucht
  • Im leichten, sandig-trockenen Erdreich gedeiht Sellerie nicht
  • Die Scholle spatentief auflockern, um die Startdüngung einzuarbeiten
Im Rahmen der Standortauswahl ist es von zentraler Bedeutung, dass in den 4 Jahren zuvor an dieser Stelle kein Sellerie oder ein anderer Doldenblütler angesiedelt war. Die Gemüseart ist mit sich selbst unverträglich und erfordert eine entsprechend langfristige Fruchtfolge.

Tipp: Sellerie ist das ideale Gemüse für die Mischkultur. Es besteht ausgezeichnete Nachbarschaft zu Blumenkohl, Tomaten, Erbsen, Gurken, Porree und Kohlrabi.

Pflanzen

SellerieIn der zweiten Maihälfte beginnt die Pflanzzeit für Sellerie. Der Boden wird nochmals aufgelockert und penibel von Unkraut befreit. Die eigenhändig vorgezogenen oder fertig gekauften Jungpflanzen werden derweil in Wasser getränkt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Kleine Pflanzgruben anlegen mit dem 1,5-fachen Volumen des Wurzelballens
  • Der Pflanzabstand für Knollensellerie liegt bei 35-40 Zentimeter
  • Stangensellerie kommt aus mit einem Abstand von 15-20 Zentimetern
  • Nur so tief einsetzen, dass das Pflanzenherz über der Erdoberfläche steht
  • Gerne ein leicht wackeliger Stand, denn zu tief eingesetzte Pflanzen bilden keine Knollen
  • Die Erde andrücken, gießen und mulchen mit
    Farn- oder Brennnesselblättern
Nach der Pflanzung nehmen Sie die jungen Selleriepflanzen genau in Augenschein. Sollten diese keinen besonders stämmigen Eindruck machen und vergeilte Triebe aufweisen, werden sie um ein Drittel eingekürzt. Da Ihre Zöglinge noch sehr empfindlich sind, werden sie

bis nach der Schafskälte über Nacht mit einem Gartenvlies vor Kälte geschützt. Extra große Knollen locken Sie mit folgendem gärtnerischem Kniff hervor: Die Pflanzung erfolgt auf kleinen, 15-20 Zentimeter hohen Erdwällen. Haben die Knollen die Größe einer Walnuss erreicht, legen Sie die oberen Wurzeln frei. Diese vertrocknen daraufhin, was das Wachstum der Sellerieknolle animiert, da sie als Speicherorgan der Pflanze fungiert.

Pflege-Tipps

Im Anschluss an die fachgerechte Pflanzung, dreht sich in der Pflege alles um eine ausgewogenen Wasser- und Nährstoffversorgung. Korrespondierend zum Wachstum, erhöht sich die Gießwassermenge. Gedüngt wird ausschließlich organisch, denn niemand möchte chemische Bestandteile in seiner Nahrung haben.

Gießen und Düngen

Gilt während der Anzucht und der ersten Wochen im Freiland noch die Parole, zurückhaltend zu gießen, ändert sich diese Vorgabe ab Ende Juli. Das Wachstum der Sellerieknolle nimmt an Fahrt auf, sodass eine erhöhte Menge an Wasser erforderlich ist. Gleiches gilt für Stangensellerie, dessen flache Wurzeln sehr schnell austrocknen.
  • Von August bis Anfang Oktober reichlich und durchdringend gießen
  • Nicht über das Laub wässern und nicht unmittelbar an die Knolle
  • An warmen Sommertagen kein eiskaltes Wasser aus der Leitung verwenden
Von Vorteil für den Wasserhaushalt ist weiterhin ein gezieltes Mulchen mit Brennnesselblättern, Farn oder Grasschnitt. Die Knollen bzw. der Wurzelhals der Selleriestangen selbst dürfen nicht bedeckt werden, aufgrund von Fäulnisgefahr.

Tipp: Um appetitlich gebleichten Stangensellerie zu ernten, stülpen Sie ab Mitte August über jede Pflanze eine Manschette aus Wellpappe oder ein Drainagerohr.

Sellerie sollte nicht hungern müssen. Der Düngebedarf der Gemüsepflanze bewegt sich während der gesamten Kultur auf permanent hohem Niveau. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass Sellerie als Flachwurzler so wenig wie möglich geharkt werden solle. Ab Mitte Juni eigentlich überhaupt nicht mehr. Nachdem Gartenkompost als Startdünger gute Dienste leistete, ist nun ein Wechsel zu biologischen Flüssigdüngern angeraten. Infrage kommen insbesondere Pflanzenjauchen aus Brennnesseln oder Beinwell. Da im privaten Nutzgarten ohnehin mineralische Düngepräparate skeptisch gesehen werden, hat sich folgende Nährstoffversorgung bewährt:
  • Ab Juni wöchentlich gießen mit verdünnter Brennnessel- oder Beinwelljauche
  • Alternativ flüssigen Kompost oder Wurmtee verabreichen
  • Zusätzlich alle 2 Wochen Urgesteinsmehl oder Algenkalk ausstreuen
Es sollte weiterhin konsequent gemulcht werden, weil auf diese Weise zusätzliche Nährstoffe ins Erdreich gelangen. Ausgeputzte, verwelkte Sellerieblätter dienen hier als sinnvolle Ergänzung, indem sie einfach liegen bleiben.

Krankheiten und Schädlinge

SellerieMit den folgenden Problemen können Sie während des Anbaus von Sellerie konfrontiert werden:

Selleriefliege (Acidia heraclei)

Die Fliegen haben sich spezialisiert auf einen Befall der Blätter. Während ihrer Flugzeit von Mai bis Juli minieren vor allem die Larven das Laub. Zu erkennen ist der Schaden an silbrig-glänzenden Blattflecken. Die gesamte Pflanze ist nicht gefährdet, wenn die infizierten Blätter entfernt werden. Darüber hinaus dient ein engmaschiges Insektennetz als wirksame Abwehrmaßnahme.

Möhrenfliege (Chamaepsila rosae)

Dieser Schädling verschont benachbarte Selleriepflanzen nicht. Die glänzend-schwarzen Insekten mit gelben Beinen legen ihre Eier am Wurzelhals ab. Von dort aus üben die gefräßigen Larven ihr unheilvolles Treiben aus. Neben dem obligatorischen Insektennetz hält eine Mischkultur mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln die Möhrenfliegen auf Abstand.

Sellerieschorf (Phoma apiicola)

Es handelt sich um eine Pilzkrankheit, die über das Saatgut und pflanzliche Rückstände verbreitet wird. Kommt Bodennässe hinzu, breitet sich die Infektion aus und befällt auch Möhren oder Petersilie. Es offenbaren sich rotbraune Flecken auf den Sellerieknollen, die sich ins Innere ausbreiten und Fäulnis verursachen. Vorbeugend wirken Spritzungen mit Schachtelhalmtee oder Wermutsud. Eine Mischkultur mit Kohl wirkt sich ebenfalls vorteilhaft aus.

Fazit

Urgesunder Sellerie verdient einen Stammplatz in jedem Gemüsebeet. Ob als aromatischer Knollensellerie oder vielseitiger Stangensellerie, bringt das traditionelle Gemüse Abwechslung auf den Speiseplan. Der Anbau gelingt auch der ungeübten Hand, solange die wesentlichen Aspekte zum richtigen Pflanzen sowie fundierte Pflege-Tipps beherzigt werden.