Spitzwegerich, Plantago lancelota

Spitzwegerich PflanzeDer Spitzwegerich, Plantago lancelota, gehört zur großen Familie der Wegerichgewächse. Wenn man davon ausgeht, dass der Spitzwegerich zu den mehrjährigen, krautigen Pflanzen gehört, deren Blätter dicht zu einer Rosette zusammenstehen, sollte man ihn jedoch nicht mit dem Breitwegerich verwechseln. Dieser gehört zwar zur selben Familie, besitzt aber nicht die Heilkräfte des Spitzwegerichs. Seine Blätter sind schmal und spitz zulaufend, so dass er wegen seines Aussehens in verschiedenen Regionen auch Schlangenzunge oder Spießkraut genannt wird. Auch den Name Lungenblattl, doch diesen trägt er eindeutig wegen seiner großen

Heilkraft.

Der Spitzwegerich blüht von Mai bis September. Während dieser Zeit treibt die Pflanze blattlose Stängel nach oben, an deren Spitze sich braune Köpfe zeigen, die dann alsbald über und über mit kleinen weißen Blüten bedeckt sind, die ringsumstehen. Allerdings hat der Spitzwegerich seine größte Heilkraft, bevor die Blüten sich bilden. Dann sollten die Blätter geerntet werden. Möchte man auf frischen Spitzwegerich nicht verzichten kann man auch die Blüten dicht an der Rosette abschneiden, bevor sie sich voll entwickeln.

Die Blüte des Spitzwegerichs sieht aus wie eine Ähre, die jedoch mit zweigeschlechtlichen Blüten versehen sind, so dass sie sich selber mithilfe von Windbestäubung fortpflanzen kann. Sind die Blütenstände dann in Samen übergegangen so verbreitet sich der Spitzwegerich durch den Wind und durch Tiere überall.

Die Ansprüche des
Spitzwegerichs an den Standort ist nicht sehr groß. Er bevorzugt Fettwiesen, kommt aber auch mit mageren Böden ganz gut klar. Hat man sich Spitzwegerich im Garten versehentlich eingefangen, und möchte man ihn nicht als Heilpflanze beheimaten sondern bekämpfen, sollte man unbedingt darauf achten, dass man ihn mit seiner ganzen Wurzel aussticht. Er wurzelt sehr tief.

Spitzwegerich mit BlüteDa der Spitzwegerich viele, entzündungshemmende Inhaltsstoffe enthält, wirkt die Heilkraft des Spitzwegerichs erfolgreich gegen Katarrhe der Luftwege, aber auch die verschiedensten entzündlichen Veränderungen im Mund- und Rachenbereich. Wenn die Symptome nach wenigen Tagen jedoch nicht abklingen, gilt auch hier, immer den Hausarzt aufsuchen. Jedoch ist die Wirkungsweise des Spitzwegerichs einzigartig, den seine Wirkung liegt im antibakteriellen Bereich, und da er Gerbstoffe enthält, auch zusammenziehend. Bei Insektenstichen kann Spitzwegerich den Heilungsprozess durchaus fördern.

Verwendet wird der Spitzwegerich als Heilpflanze entweder als Aufguss, Tee, oder den ausgepressten Saft der Blätter. Sie werden am Besten in den frühen Morgenstunden gesammelt. Man verwendet junge Blätter, bevor die Blüte ansetzt, die man dicht an der Rosette abschneidet, ohne die anderen Blätter oder die Wurzel zu verletzen.

Spitzwegerichsirup stellt man jedoch aus Blättern und Blüten her. Hierzu kocht man die Pflanzenteile zusammen mit Honig oder Zucker ein und erhält so einen wirksamen Sirup für die nächste kalte Jahreszeit. Dieser Spitzwegerichsirup ist das Heilmittel bei Schnupfen und Husten.

Im eigenen Garten kann man den Spitzwegerich einfach kultivieren, denn er stellt keine hohen Ansprüche. An Beeträndern, ganz der freien Natur nachempfunden, wie er gerne an Wegrändern siedelt, inmitten des Kräuterbeetes, oder in den äußeren Ringen einer Kräuterschnecke. Lediglich die ungewollte Vermehrung sollte frühzeitig unterbunden werden.