Cumin, Cuminum cyminum - Anbau und Pflege

KümmelDer Geschmack des Kreuzkümmels ist sehr intensiv und unverwechselbar, verändert sich aber durch die Wärmeeinwirkung beim Kochen und Backen. Traditionell gehört dieser Kümmel zur nordafrikanischen, türkischen und griechischen Küche, aber auch zu der des Nahen Ostens, Irans, Indiens, Brasiliens und Mexikos. Außerdem wird Kreuzkümmel für einige Spezialitäten genutzt, am bekanntesten dabei ist wohl der Kreuzkümmelkäse aus den Niederlanden und Flandern. Viele Würzmischungen sind ohne die Zugabe von Kreuzkümmel undenkbar, beispielsweise das indische Garam masala oder das Falafelgewürz.

Kurzer Steckbrief –

Kreuzkümmel

  • Auch Römischer Kümmel genannt
  • Einjährige Pflanze aus der Familie der Doldengewächse
  • Ursprünglich aus dem Niltal stammend, verbreitete er sich rasch in Nordafrika und Kleinasien
  • Wird etwa 30 cm hoch
  • Wächst häufig kriechend
  • Fadendünne Blätter mit leichtem aromatischen Duft
  • Kleine Blüten in weiß oder rosa von Juni an
  • Die Stängel werden geschnitten, wenn sich die Samen hellbraun färben
  • Sie brauchen etwa 3 Monate von der Blüte bis zur Samenreife
  • Sie werden gedroschen und dann die Samen in der Sonne getrocknet
  • Samen schmecken leicht bitter, scharf und warm
  • Der scharfe Geschmack hält sich eine Weile   
Anbau von Kreuzkümmel

Der Anbau von Kreuzkümmel ist zwar nicht schwierig, aber gelingt häufig trotzdem nicht. Schuld daran sind unsere mitteleuropäischen Klimabedingungen. Unsere Sommer sind meist nicht sonnig und heiß genug. Beides ist wichtig, will man im Herbst die Samen ernten. Am besten gelingt der Anbau im Weinbauklima. Da es auch bei uns heiße Sommer gibt, sollte man ruhig den Versuch wagen, einmal den Anbau zu versuchen. Die Samen sind nicht teuer und aufwändig ist weder die Anzucht, noch die Pflege. Am ehesten gelingt die Sache, wenn die Pflanzen im Warmen vorgezogen werden. Man muss rechtzeitig beginnen, damit die Samen bis zur Ernte reifen.

Standortbedingungen

KümmelKreuzkümmel stellt keine großen Anforderungen an den Standort, er muss einfach so sonnig wie möglich sein. In verregneten Sommern kann man den Anbau meist vergessen. Ideal ist ein etwas windgeschützter Platz, hinter einer Mauer oder Hecke.
  • Vollsonnig
  • Geschützt
Auch beim Pflanzsubstrat ist Kreuzkümmel nicht sonderlich anspruchsvoll. Er ist mit fast jedem Gartenboden zufrieden, solange er nicht gar zu trocken ist. Etwas feuchte humose Böden sind ideal. Günstig ist, wenn der Boden mit reifem Kompost oder auch abgelagertem Stallmist angereichert wird, weil doch einige Nährstoffe benötigt werden. Das muss aber schon mindestens zwei Wochen vor der Aussaat erfolgen. Alternativ können Torf oder Kokosfasern untergemischt werden. Das hilft, die Erde aufzulockern und sorgt gleichzeitig dafür, dass Wasser gespeichert werden kann.
  • Fast jeder
    Gartenboden ist geeignet
  • Darf nicht zu trocken sein
  • Reifen Kompost einarbeiten
Anzucht von Kreuzkümmel

Kreuzkümmel kann direkt ins Freiland ausgesät werden. Die beste Zeit dafür liegt zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Wer die Pflanzen vorziehen möchte, beginnt damit zwischen Februar und April. Je früher die Aussaat stattfindet, umso weiter sind die Jungpflanzen beim Auspflanzen und so wahrscheinlicher ist, dass die Samen es schaffen, auszureifen. Genutzt werden können die ganzen Samen aus dem Gewürzregal, soweit sie unbehandelt geblieben sind. Die Samen in Anzuchtschalen aussäen und nur dünn mit Erde bedecken. Wichtig ist das vorsichtige Wässern, damit die Samen nicht ausgewaschen werden. Die Keimzeit beträgt etwa 14 bis 21 Tage, bei 18 bis 20°C.

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  • Zwischen Februar und April vorziehen
  • In Aussaatschalen säen
  • Zum Keimen Temperaturen zwischen 18 und 20°C
  • Jungpflanzen bei 5 cm Höhe pikieren
Pflege von Kreuzkümmel

KümmelDie Jungpflanzen können nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden. Sie sollten nicht zu dicht nebeneinander gesetzt werden. Ein Abstand von mindestens 15 cm sorgt dafür, dass die Pflanzen besser abtrocknen, sollten sie nass werden. Die Belüftung ist wichtig, damit sich keine Fäulnis bildet. Kreuzkümmel kann auch im Gefäß kultiviert werden.
  • Pflanzabstände sind wichtig
  • Platz lassen
Auch wenn er meist in warmen Ländern angebaut wird, wo es eher trocken ist, Kreuzkümmel benötigt einigermaßen regelmäßig Wasser. Trockenheit ist hinderlich für gesundes Wachstum. Die Erde sollte nicht völlig austrocknen. Gegossen wird, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Wer sich unsicher ist, macht die Fingerprobe.
  • Regelmäßig gießen, etwa einmal pro Woche
  • Boden darf nicht vollkommen austrocknen
  • Stehendes Wasser ist ebenfalls schädlich
  • Günstig ist Regenwasser
Da die Pflanzen nicht wirklich viele Nährstoffe benötigen, reicht es, sie in ausreichend mit Kompost versorgte Erde zu pflanzen. Mehr Dünger ist in der Regel nicht erforderlich.
  • Zusätzliche Düngung ist meist nicht erforderlich
Um das gute Gedeihen von Kreuzkümmel zu fördern, sollte die Erde um die Pflanzen regelmäßig in kürzeren Abständen aufgelockert werden. Außerdem ist alles Unkraut zu entfernen, denn das mögen die Pflanzen nicht.
  • Regelmäßig Boden lockern
  • Unkraut entfernen
Krankheiten und Schädlinge

Auch wenn Kreuzkümmel eigentlich recht robust ist, kann es immer wieder mal zu Krankheiten oder Schädlingsbefall kommen. Für Krankheiten sind meist schlechte Wetterbedingungen Schuld, also Nässe und Kälte, das vertragen die Pflanzen nur schlecht. Fäulnis breitet sich aus und dann sind die Pflanzen häufig nicht mehr zu retten.
  • Fäulnis durch schlechte Belüftung, zu viel Gießen oder einfach schlechtes Wetter

Ernte von Kreuzkümmel

KümmelDie Ernte beginnt meist im Spätsommer. Zu erkennen ist der Zeitpunkt daran, dass sich das Kraut langsam braun verfärbt. Die Fruchtstände werden möglichst lang abgeschnitten, so dass man daraus Bündel machen und sie kopfüber zum Trocknen aufhängen kann. Ideal ist, die einzelnen Fruchtstände auf einem Gitter oder Netz auszulegen und dann direkt in der Sonne trocknen zu lassen, aber das ist wegen unserer klimatischen Bedingungen riskant. Wenn die Pflanzenteile gut getrocknet sind, können die Samen herausgerieben werden.

Fazit

Kreuzkümmel anzubauen ist eine Glückssache. Fängt man mit der Aussaat zeitig genug an und ist der Sommer sonnig und warm, dann kann es gelingen, die Samen zur Reife zu bringen und eine gute Ernte einzufahren. Auf das Wetter hat man leider keinen Einfluss, aber einen Versuch ist es sicher Wert. Wichtig sind ein sonniger und windgeschützter Platz und gutes Substrat. Dieses sollte gut vorbereitet werden. Wasser wird, wenn die Pflanzen aus den Kinderschuhen heraus sind, nicht mehr viel benötigt. Auch Düngen kann man sparen. Wichtig ist dann vor allem Sonne. Die Ernte und das Trocknen sind kein Problem. Wichtig ist, dass der Kümmel richtig trocken ist, bevor er verstaut wird. Feuchtigkeit ist tödlich, vor allem in geschlossenen Gefäßen.