Gewürzlorbeer, Lorbeerpflanze - Pflege-Tipps und Ernte

LorbeerInteressant sind Lorbeerpflanzen im Aussehen, ihre speziellen, länglichen Blätter, ihre vielen kleinen Blüten, der straff aufrechte Wuchs machen sie unverkennbar. Die Blätter werden für herzhafte Brühen, Suppen, Schmor- und Fischgerichte genutzt. Ideal sind sie auch für säuerlich-pikante Marinaden. Man kann sie kurz ziehen lassen oder aber auch mitkochen. Da Gewürzlorbeer nicht zuverlässig winterhart ist, wird er häufig als Kübelpflanze kultiviert.

Kurzer Steckbrief des Gewürzlorbeer
  • Laurus nobilis, auch Echter Lorbeer genannt
  • Heil- und Gewürzpflanze
  • Stammt aus Vorderasien
  • Immergrüner Strauch oder kleiner Baum
  • Bis 10 m groß,

    bei uns meist nur 1 bis 3 m
  • Ledrige, oberseits glänzende Blätter mit aromatischem Duft
  • Meist getrenntgeschlechtig
  • Blütenfarbe blass grüngelb
  • Blütezeit von März bis April
  • Schwarze glänzende Beeren
  • In der Frucht ätherische und fette Öle
Pflege von Gewürzlorbeer

Die Pflege des Gewürzlorbeers ist unproblematisch. Er mag Sonne, braucht sie auch um ausreichend ätherische Öle zu bilden und einen möglichst windgeschützten Standort. Da die Pflanzen wegen der häufig nicht ausreichenden Winterhärte meist im Kübel kultiviert werden, kann man diesen leicht an den entsprechenden Ort stellen.

Standortansprüche

LorbeerDer Standort sollte sonnig bis maximal halbschattig sein. Außerdem ist ein windgeschützter Platz empfehlenswert.
  • Sonnig bis maximal halbschattig
  • Windgeschützt
Beim Pflanzsubstrat ist wichtig, dass es sehr durchlässig ist. Auch eine Drainage im Topfboden macht Sinn, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bei Auspflanzung ins Freiland muss ebenfalls auf durchlässiges Substrat und einen Wasserabzug geachtet werden. Nasser Boden und dazu Frost, das kann tödlich sein. Ideal hat sich Gartenerde gezeigt, die mit Torf und Sand gemischt wurde. Dazu kann man vor dem Pflanzen noch Kompost geben, dann hat man auch gleich gedüngt.
  • Durchlässig
  • Gartenerde mit Torf und Sand
  • Drainage
Gewürzlorbeer pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Gewürzlorbeer ist das Frühjahr oder aber der Herbst. Containerpflanzen können prinzipiell aber auch im Sommer gekauft und eingepflanzt werden. Bei der Pflanzung in ein Gefäß ist zuerst an die Drainage im Topfboden zu denken. Wichtig ist, dass der Wurzelballen vor der Pflanzung ausreichend gewässert wird. Am besten stellt man ihn in einen Eimer Wasser und wartet, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen, dann hat sich der Ballen richtig vollgesogen. Die Pflanze ins vorbereitete Erdloch oder Gefäß setzen und die Erde auffüllen. Diese muss fest angedrückt werden. Nach der Pflanzung ist noch einmal ordentlich zu wässern.
  • Pflanzloch bei Auspflanzung etwa 80 x 80 cm
  • Wurzelballen wässern
  • Dann einsetzen und Erde auffüllen
  • Ein Stützpfahl kann hilfreich sein. Er wird gleich mit eingesetzt.
Gießen

Der Gewürzlorbeer benötigt nicht wirklich viel Wasser, die Erde sollte aber nicht austrocknen. Ein gleichmäßig leicht feuchtes Substrat ist ideal. An sonnigen Standorten muss daher schon öfter gegossen werden. Vor allem bei Kübelpflanzen sind die regelmäßigen Wassergaben wichtig, denn die Erde in einem Gefäß trocknet schnell aus. Entscheidend ist, dass durchdringend gegossen wird. Das muss nicht so häufig getan werden, aber nur so kleine oberflächliche Wassergaben reichen nicht aus.
  • Durchdringend gießen
  • Bei Gefäßhaltung regelmäßig gießen
  • Kalkhaltiges Wasser ist nicht ideal, besser ist Regenwasser
Düngen

Der Nährstoffbedarf des Gewürzlorbeers ist eher gering. Zu viel Stickstoff sorgt für übermäßiges Längenwachstum. Die gesamte Pflanze gerät aus der Form. Die Blattabstände sind unnatürlich groß, der Lorbeer wirkt nicht mehr so kompakt, wie das eigentlich der Fall ist. Verlieren die kräftig grünen Blätter ihre Farbe und verblassen, liegt das in der Regel an einem

Nährstoffmangel.
  • Eher mäßiger Nährstoffbedarf
Schneiden

Gewürzlorbeer muss nicht zwangsläufig geschnitten werden. Man schneidet eigentlich nur, um an die Blätter zu kommen. Dafür schneidet man an Trieben heraus, was benötigt wird. Größere Schnittmaßnahmen werden am besten zwischen November und März getätigt oder alternativ Ende Juli. Gewürzlorbeer verträgt auch einen Formschnitt, ähnlich wie der Buchs. Er kann gut kugelig geschnitten werden. Der Wuchs verliert sich aber recht schnell, wenn nicht regelmäßig nachgeschnitten wird. Sollte der Gewürzlorbeer zu groß werden, ist ein starker Rückschnitt problemlos möglich. Die Pflanzen treiben auch aus
dem alten Holz wieder aus. Deshalb können sie auch als Formschnittgehölz, meist als Kegel, genutzt werden.
  • Größere Schnittmaßnahmen zwischen November und März
  • Formschnitt zwischen Juli und Mitte August
Tipp: Die Triebe schneiden, nicht durch die Blätter selbst. Sie werden unansehnlich braun. Außerdem können durch die größeren Schnittstellen auch Krankheitserreger eindringen.

Überwintern

LorbeerGewürzlorbeer verträgt keinen hohen Minustemperaturen. Kurzfristig werden schon mal –10°C toleriert (bei gutem Standort und idealen Bedingungen), aber langfristig sind Temperaturen unter –5°C sehr ungünstig. Ausgepflanzte Exemplare frieren im Winter häufig oberflächlich weg. Mit etwas Glück überlebt aber der Wurzelstock und treibt im Frühjahr wieder aus. Dafür darf es aber weder sehr lange kalt sein, noch dürfen die Temperaturen stark in den Keller gehen. Sehr ungünstig ist, wenn sich die kräftezehrenden Zustände jeden Winter wiederholen. Das überleben die Pflanzen meist nicht.
  • Keine Temperaturen unter –5°C
  • Da immergrün, muss auch hin und wieder gegossen werden
  • Keinesfalls zu viel gießen!
Kübelhaltung

Das Gefäß sollte so lange wie möglich im Freien bleiben. So wird der Lorbeer abgehärtet. Temperaturen bis –5°C sind ok. Bei sehr jungen Pflanzen schon etwas früher einstellen und jedes Jahr die Temperaturen um 1 bis 2 °C absenken. Ideal sind die Bedingungen in einem Kalthaus, aber das besitzen leider nur wenige. Da die Pflanzen immergrün sind, benötigen sie ausreichend Licht. Außerdem ist ein kühler Raum wichtig. 5°C reichen völlig aus. Soll der Gewürzlorbeer im Freien überwintern, muss das Gefäß warm eingepackt werden. Außerdem sollte man es auf einige Styroporplatten stellen. Wichtig ist ein sehr geschützter Ort, eine warme Ecke vor einer Hauswand wäre gut.
  • Temperaturen um +5°C
  • Hell stellen
  • Nicht zu warm
Ausgepflanzte Gewürzlorbeer müssen sehr geschützt gepflanzt werden. Außerdem sollte der Wurzelbereich dick eingepackt werden. Verwendung finden Stroh, Laub oder ähnliches, welches noch mit einer Schicht Reisig beschwert und abgedeckt wird. So wird der Ballen geschützt und zusätzlich verhindert, dass der Boden zu nass ist. Wichtig ist, bei Frost und Sonnenschein die Blätter abzudecken. Eine Gaze oder ähnliches verhindert in dem Fall, dass durch die Sonne zu viel Wasser verdunstet. Wegen dem gefrorenen Boden kann der Lorbeer kein Wasser aufnehmen und vertrocknet.
  • Wurzelballen vor Kälte und Nässe schützen
  • Bei Sonne und Frost Lorbeer bedecken
Vermehrung von Gewürzlorbeer

Gewürzlorbeer kann auf verschiedene Art vermehrt werden, durch Aussaat, Stecklinge und Ableger. Alle drei Arten sind einfach zu bewerkstelligen. Bei der Aussaat ist wichtig, die Samen einen Tag in warmem Wasser vorquellen zu lassen. Sie kann übrigens ganzjährig durchgeführt werden. Die Samen werden in Anzuchterde gesteckt und etwa 1 cm mit Erde bedeckt. Günstig ist, das Gefäß mit Glas oder Klarsichtfolie abzudecken, um so ein günstiges Klima für die Keimung zu schaffen. Das Substrat ist gleichmäßig leicht feucht, aber keinesfalls zu nass zu halten. Ideal sind warme Temperaturen. Damit es nicht zur Schimmelbildung kommt, muss regelmäßig gelüftet werden, also das Glas oder die Folie abnehmen. Die Keimzeit beträgt etwa 3 bis 9 Wochen. Nach 5 bis 8 Wochen werden die Sämlinge pikiert. Wichtig ist, die jungen Pflanzen die ersten Wochen nicht in die Sonne zu stellen, sie sind zu zart und würden verbrennen.
  • Aussaat ganzjährig möglich
  • Samen quellen lassen
  • 1cm tief aussäen
  • Gefäß abdecken und warm stellen
  • Gleichmäßig leicht feucht halten
  • Regelmäßig lüften
Kopfstecklinge werden im zeitigen Sommer geschnitten. Genutzt werden am besten halbreife, also nur leicht verholzte Triebe. Die untersten Blätter entfernen. Entweder steckt man die Stecklinge in Anzuchterde, welche mit Sand aufgelockert wurde oder in ein Torf-Sand-Gemisch. Auch hier macht sich entsprechendes Kleinklima gut, weshalb eine durchsichtige Tüte über das Pflanzgefäß gestülpt werden sollte. Lüften ist auch hier sehr wichtig.
  • Halbverholzte Stecklinge im frühen Sommer
  • In Anzuchterde oder ein Torf-Sand-Gemisch nutzen
  • Tüte darüber stülpen
  • Lüften
  • Feucht und warm halten
LorbeerUm Ableger zu bekommen, wird im März oder April ein Trieb vom Gewürzlorbeer vorsichtig so gebogen, dass er auf der Erde zum Liegen kommt. Ideal ist, ihn mit einem kleinen Haken am Boden zu befestigen. Alternativ kann man auch einen Stein darauf legen. Die Stelle, wo der Trieb den Boden berührt mit Erde bedecken. Die Bewurzlung kann lange dauern. Ob es geklappt hat, erkennt man daran, dass sich neue Triebe und Blätter bilden. Dann kann die Verbindung zur Mutterpflanze unterbrochen werden. Die neue Pflanze separat einsetzen.
  • März bis April
  • Trieb bis zur Erde biegen
  • Festmachen und mit Erde bedecken
  • Feucht halten
  • Kann lange dauern
Krankheiten und Schädlinge am Gewürzlorbeer

Der Gewürzlorbeer ist eine robuste und meist sehr gesunde Pflanze. Die meisten Schädlinge mögen die ätherischen Öle nicht und meiden das Gehölz. Wenn welche auftreten, dann meist bei der Überwinterung, wenn es zu warm ist. Dann machen sich gern Spinnmilben oder andere saugende Insekten breit. Wenn möglich sollte die Raumtemperatur gesenkt und die Luftfeuchte erhöht werden.

Ernte von Gewürzlorbeer

Geerntet werden hauptsächlich die Blätter. Wenn die Gehölze auch Beeren tragen, können auch diese genutzt werden. Wer Wert auf besonders viel ätherisches Öl in den Blättern legt, sollte im Frühjahr oder Herbst ernten. Einzelne Blätter können jederzeit von dem Gehölz geschnitten werden. Man nutzt sie frisch oder getrocknet. Frische Blätter haben ein intensiveres Aroma als getrocknete, schmecken vielen aber zu bitter. Die Bitterstoffe verflüchtigen sich beim Trocknen, allerdings verfliegt auch Aroma.

Fazit

Ein Gewürzlorbeer ist die ideale Kübelpflanze. Das Gehölz sieht gut aus und liefert Blätter und Beeren für die Küche. Die Pflege ist leicht, nur die Überwinterung ist etwas komplizierter. Ideal ist dann ein unbeheizter Wintergarten oder ein Kalthaus. In den jetzt häufig nicht mehr so kalten Wintern überleben die Pflanzen auch im Freien. Bei Kübelhaltung muss allerdings darauf geachtet werden, dass das Gefäß nicht durchfriert.