Kräuter düngen - Tipps für Kräuterdünger

kraeuter im topf 300 flWie jede Pflanze möchten Kräuter mit Nährstoffen versorgt werden, um ein gesundes Wachstum auszubilden und eine reiche Ernte heranwachsen zu lassen.

Gerade Menschen, die sich Kräuter und Gemüse selbst im Garten anbauen, verfügen über recht feine Geschmacksknospen, da diese nicht andauernd durch künstliche Aromen irritiert werden. Damit ist Kunstdünger nicht mehr der Dünger der Wahl, er könnte sich in den Kräutern später geschmacklich bemerkbar machen. Deshalb gibt es andere Tipps, wie Sie Ihre Kräuter düngen

können:

Was brauchen die Kräuter?

Kräuter benötigen dieselben Nährstoffe wie alle Blattpflanzen:
    • Stickstoff für die Bildung der Blattmasse,
    • Kalium für das Wachstum der Triebe und der Früchte (Samen) und, um die Fähigkeit der Pflanzenzellen zu erhöhen, Wasser und damit weitere Nährstoffe aufzunehmen.

  • Der dritte Hauptbestandteil der Pflanzennahrung, der Phosphor, sollte bei Kräutern eher zurückhaltend eingesetzt werden, da die Pflanzen ihn vor allem für die Blütenbildung benötigen, die Kräuter sollen ja vor allem viele Blätter bilden.
  • Ferner brauchen die Pflanzen noch einige Mineralstoffe in geringen Mengen, wie z. B. Magnesium und Eisen.
All diese Substanzen sind in jedem käuflichen Flüssigdünger in konzentrierter Form enthalten. Da Phosphor, Kalium und Mineralstoffe jedoch schwer löslich sind und im Boden gebunden werden, besteht hier immer die Gefahr des Überdüngens. Vor allem Stickstoff kann hier schnell überdosiert werden, was dann lang hochgeschossene, schwächliche Triebe verursachen würde, bevor das Übermaß als Nitrit ins Grundwasser ausgewaschen wird.

Ein üblicher Balkonpflanzendünger enthält auch viel zu viel Phosphor, er soll ja die Balkonblumen zum Blühen bringen. Deshalb empfiehlt sich für Kräuter eine natürliche, organische Düngung:

Natürliche Kräuterdünger

Mit Kräuterdünger sichern Sie eine ergiebige Kräuter-ErnteEs gibt einige Kräuterdünger, die aus natürlichen Bestandteilen hergestellt werden können und die Kräuter gut ernähren. Diese organischen Dünger haben auch den Vorteil, dass die Nährstoffe erst durch
Bodenorganismen (Bakterien) aufgeschlossen werden und den Pflanzen nach und nach zur Verfügung gestellt werden. Beim aus organischer Masse hergestellten Düngern kommt es deshalb viel seltener vor, dass der Boden durch eine einzige unbedacht üppige Düngergabe überdüngt wird.

Ein sehr effektiver Dünger für Kräuter ist z. B. Kompost-Wasser, das Sie ganz einfach selbst herstellen können (vorausgesetzt, Sie haben einen Kompost):
  • Sie geben dazu eine Schaufel Kompost in einen Eimer Wasser und rühren gut um, damit sich der Kompost auflöst.
  • Diese Mischung wird dann einige Minuten ziehen gelassen, dann können Sie die Kräuter einfach damit gießen.
  • Wenn Sie nur Pflanzenmaterial in Ihrem Kompost verrotten lassen, empfiehlt sich ein bisschen zusätzlicher Stickstoff, eingemischt durch Tiermist oder Hornmehl.
Wer nicht über einen Kompost verfügt, kann die verschiedensten Dünger aus Pflanzenmasse herstellen und als Flüssigdünger auf die Kräuter geben:
  • Für einen flüssigen Kräuter-Dünger brauchen Sie etwa 1 kg verschiedenster Grünpflanzen, die sich in Ihrer Umgebung finden.
  • Sie können Acker-Schachtelhalm und Beinwell verwerten, Brennnesseln, Rainfarn und Wermut, auch unattraktive Teile von Kräutern wie Minze, Kamille oder Majoran können hinein.
  • Diese Grünmasse wird nun in einen Eimer mit Wasser gegeben und muss mindestens 24 Stunden ziehen.
  • Ab dann kann der Dünger direkt auf die Pflanzen gegeben werden.
Hornspäne gehören zu den natürlichen Düngern für KräuterSie

können den Kräuter-Sud aber auch einige Wochen in einem geschlossenen Behälter gären lassen (ab und zu umrühren). Der Geruch der so entstehenden Jauche wird zwar immer unangenehmer, die Düngewirkung aber immer besser. Eine gut vergorene Kräuterjauche ist ein konzentrierter Dünger, der um den Faktor 1:10 verdünnt werden muss, bevor er erst durch ein Sieb und dann auf die Pflanzen gegossen wird. Mit einem solchen Ansatz können Sie also große Mengen von Kräutern düngen.

Wenn die Kräuter im Garten stehen, reicht meist eine einmalige organische Düngung im Frühjahr, die Kräuter auf dem Balkon sollten etwa einmal im Monat eine Düngergabe erhalten, wenn sie sichtbar schwächeln, alle zwei Wochen.

Weitere organische Substanzen, die Sie als Dünger einsetzen könnten, sind Hornspäne (Dünger, der aus den Hufen und Hörnern von Schlachttieren gewonnen wird). Sie werden auch fein gemahlen als Hornmehl angeboten. Für eine kleine Kräftigung zwischendurch können Sie auch einfach einen Kräutertee aus allen möglichen frischen oder getrockneten Kräutern aufgießen und abgekühlt über die Pflanzen geben.

Kräuterdünger mit weiterem Nutzen

Wenn Sie ganz bestimmte Kräuter in Ihre Düngerzubereitungen gegen, können Sie dann auch noch bestimmte Wirkungen erzielen:
    • Ein Brennnessel-Auszug ist ein harmonischer, mild wirkender Stickstoffdünger, ist aber auch ein natürliches Mittel gegen Blattläuse. Der frische Brennnessel-Auszug (12 bis 24 Stunden Ziehzeit) kann direkt als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden, die durchgegorene Brennnesseljauche wird dann zum wertvollen Kräuterdünger, der das Pflanzenwachstum anregt, im Garten die nützlichen Regenwürmer anlockt und auch noch als Vorbeugung vor Krankheiten und Schädlingsbefall wirksam sein soll.
  • Eine Jauche aus Rhabarberblättern düngt und vertreibt nebenbei auch noch Schnecken, Efeu im Ansatz erzeugt ein natürliches Mittel gegen Schorf, Rost und Spinnmilben, die Jauche aus grünen Walnüssen und Blättern hilft ebenfalls gegen Blattläuse.
  • Eine Beinwelljauche liefert besonders viel Kalium, hilft gegen Spinnmilben- und Pilzbefall und stärkt die Widerstandsfähigkeit der Kräuter - und das sind nur Beispiele, es gibt noch viele nützliche Rezepte.