Lavendel pflanzen - so gehts!

LavendelfeldLavendel ist eine recht pflegeleichte Pflanze. Sie benötigt viel Sonne und einen trockenen, kalkhaltigen und sandigen Boden. Auf jeden Fall muss der gut durchlässig sein.  Staunässe mag diese sonnenliebende Pflanze nicht. Da Lavendel gern auf neutralem bis alkalischem Boden wächst, macht es Sinn, zweimal im Jahr etwas Gartenkalk unterzumischen. Gern gepflanzt wird Lavendel zusammen mit Rosen. Der Farbkontrast ist sehr schön und der Duft vertreibt Blattläuse.

Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr. Das ist auch zeitig genug, damit der Lavendel noch im

selben Jahr blüht. Günstig ist, wenn die Pflanzen etwas windgeschützt stehen.

Vor dem Pflanzen muss der Boden gut von Unkraut befreit werden. Nach dem Pflanzen ist das meist sehr mühsam. Das Entstehen von Unkraut kann durch die Verwendung von Unkrautvlies verhindert werden. Rindenmulch sollte nicht ausgebracht werden.

Nach der Pflanzung muss ausreichend gewässert werden. In der ersten Zeit sollte die Erde feucht gehalten werden. Besser man wässert aller paar Tage gründlich, als jeden Tag nur ein bisschen.
Lavendel gedeiht auch gut im Pflanzkübel. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass das Wasser gut abfließen kann. Tonscherben über dem Abflussrohr sind sehr sinnvoll, eine Drainageschicht ebenfalls. Am besten verwendet man grobe, schwach gedüngte und kalkhaltige Erde. Gegebenenfalls kann man noch Sand oder Styroporkügelchen untermischen. Die Pflanzgefäße dürfen nicht zu groß sein, nicht größer als die Pflanze selbst. Nach dem Pflanzen gut wässern, später benötigt der Lavendel nicht viel Wasser.

Am besten wirkt der Lavendel in Gruppenpflanzungen. Auch ältere und damit sehr wuchtige Exemplare sind richtige Hingucker.

Nicht vergessen: Lavendel ist ein Südländer!

Die Pflegetipps für den Lavendel sind leicht nachzuvollziehen, wenn man einen Blick auf die ursprüngliche Heimat des Lavendel wirft: Er kommt aus den Küstenregionen des Mittelmeers, wo er gerne trockene und warme Hänge besiedelte. Dort bekam er zwar viel
Sonne, muss aber mit steinigem und damit auch kalkhaltigem Boden vorlieb nehmen. Der Lavendel wurde bereits im Mittelalter von kräuterkundigen Benediktiner-Mönchen in die Länder nördlich der Alpen importiert, orientiert sich jedoch bei der Ausbildung seiner Inhaltsstoffe nach wie vor an dem Umfeld seiner genetischen Entwicklung. In diesem hat er einen Aufbau ausgebildet, der es der Pflanze erlaubt, (zu) viel Sonne in aromatische Pflanzenstoffe umzuwandeln, und das ist der Grund, warum Sie auch in Ihrem Garten gut beraten sind, dem Lavendel einen möglichst sonnigen Standort zu geben, wenn Sie möchten, dass er viel von seinem Lavendelaroma entwickelt.

Blüte des LavendelsLavendel ist nicht nur gut für Rosen

Lavendel hat seinen Duft ausgebildet, um die Schädlinge in seiner Umgebung zu vertreiben. Dort gab es sicher nicht nur Blattläuse, so ist z. B. bekannt, dass Lavendel auch Ameisen und Flöhe vertreibt, und höchstwahrscheinlich noch einige andere Kleinstlebewesen, die sich von ihm ernähren möchten. Und Lavendel hilft nicht nur neben Rosen gepflanzt, diese Kleintierchen auch von den Nachbarn fernzuhalten, sondern ist eine geeignete Unterpflanzung für alle möglichen Stauden, die dann weniger mit den Schädlingen zu kämpfen haben.

Jeder Lavendel entwickelt sein eigenes Aroma

Zu Pflanzenschutzzwecken müssten Sie allerdings den richtigen Lavendel neben die

Rosen und Stauden pflanzen, und das ist nicht so leicht, wie es zunächst klingt. Wahrscheinlich hilft der Speik-Lavendel gegen Ameisen, Blattläuse und Flöhe, der Lavandula latifolia oder Lavandula spica, der einen recht prägnanten, kampferartigen Geruch entfaltet. Das ist aber nur eine der über 30 Lavendel-Arten und der zahlreichen Kreuzungen verschiedener Arten, die zum Kauf angeboten werden. Nur ein sehr ursprünglich gezogener Speik-Lavendel wird einen ausreichend kräftigen Geruch verströmen, um Schädlinge zur Umkehr zu bewegen, und es kann durchaus sein, dass Sie diesen Lavendel überhaupt nicht in Ihrem Garten haben möchten.

Der Lavendel mit dem angenehmen, “vornehmen” Lavendelduft (der vermutlich zu sanft ist, um Schädlinge zu schrecken) ist der Lavandula augustifolia, und der Lavandula lanata wird wegen seiner schönen silber behaarten Blätter ebenfalls häufig angeboten, duftet aber eher unspektakulär. Dann gibt es noch den Lavandula dentata, den Französischen Lavendel mit gezahnten Blättern und sehr aromatischem Duft, Schopflavendel (Lavandula stoechas), Grünen Lavendel (Lavandula viridis), Schmetterlingslavendel (Lavandula pedunculata) und viele Kreuzungen, alle mit etwas anderem Aroma, und nicht alle diese Lavendel sind auch in kälteren Regionen frosthart.

Sie haben also noch einiges zu entdecken, und wenn Sie sich für einen bestimmten Lavendel entschieden haben (oder ergründet haben, welcher Lavendel eigentlich in Ihrem Garten wächst), gehen die Entdeckungen weiter: Jeder Lavendel lässt sich anders verarbeiten, manche zu duftendem Lavendelöl eigener Herstellung, manche eignen sich für atemwegsentspannende Inhalationsbäder, manche vertreiben getrocknet die Motten aus dem Schrank und manche schmecken einfach gut, am Lammbraten oder im Salat.