Muskatellersalbei, Salvia sclarea - Pflege-Tipps


Rosa bis lilafarbene Blüten in Hülle und Fülle, ein sanfter Duft und dazu eine imposante Größe - der Muskatellersalbei kann gleich mehrfach verzücken und ist eine wunderbare Bereicherung für Terrasse und Beet. Bei der zweijährigen Pflanze gilt es allerdings, einige Punkte in der Pflege zu beachten. Werden die speziellen, wenn auch geringen, Ansprüche erfüllt, kann das Gewächs sogar länger als zwei Jahre Freude bereiten. Was interessierte Hobbygärtner dazu wissen müssen, erfahren sie hier.  

Standort

Der Muskatellersalbei kann eine Höhe von bis zu 1,5 Metern erreichen. Das zwar erst im zweiten Jahr

nach der Keimung, dennoch sollte die beeindruckende Höhe bei der Wahl des Standortes beachtet werden. Dieser sollte zudem geschützt liegen, so dass die Pflanze keinen kalten Wind ertragen muss. Warm und sonnig muss der Pflanzplatz zudem ebenfalls sein.
 
Substrat

Lehmig oder humos - Hauptsache durchlässig. Der Muskatellersalbei verträgt Staunässe nicht und leidet unter nassem Boden, vor allem im Winter. Dichter oder zur Verdichtung neigender Boden sollte daher durch Sand aufgelockert werden. Davon abgesehen gedeiht der Salvia slarea auf nahezu jedem Substrat.
Optimal ist eine Mischung aus Gartenerde, Kompost und Sand. Auch lockere Kübelerde erfüllt den Zweck aber.

Gießen und Düngen

Nach Aussaat oder Pflanzung wird der Muskatellersalbei angegossen und in der ersten Zeit leicht feucht gehalten. Sobald er angewachsen ist oder Wurzeln gebildet hat, kann er sich im Beet in der Regel selbst versorgen und benötigt nur während anhaltender Trockenphasen zusätzlich Wasser. Anders im Kübel, hier muss er auch weiterhin gegossen werden. Dabei ist stets darauf zu achten, dass das Substrat zwischen den Wassergaben zumindest oberflächlich abtrocknet. Ideal für das Gießen des Muskatellersalbeis ist Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Auch unbehandeltes Teichwasser kann verwendet werden. Wurde der Muskatellersalbei in frische oder bei Bedarf mit Kompost angereicherte Erde gepflanzt, kann während seines meist zweijährigen Lebenszyklus auf eine zusätzliche Düngung gut verzichtet werden. Zeigt sich ein schwaches Wachstum, hat sich der Salvia sclarea selbst ausgesät oder ist die Erde verbraucht, kann im frühen Sommer Kräuterdünger verabreicht werden. Alternativ ist auch eine Düngung mit Pflanzenjauche, dem bereits erwähnten Teichwasser oder Kompost möglich. Auch möglich ist eine wiederholte Düngung des Muskatellersalbeis im späten Sommer. Der letzte Zeitpunkt sollte allerdings Anfang September gelegt werden.

Verschnitt

Im ersten Standjahr blüht der Muskatellersalbei noch nicht und hat eine eher unscheinbare Optik. Im zweiten Jahr wächst er auf volle Größe und zeigt zahlreiche Blütenrispen. Im Anschluss stirbt das Gewächs in der Regel ab. Während seines Lebens und auch direkt nach der Blüte muss der Salvia sclarea nicht verschnitten werden. Zum einen sind die nach dem Absterben ausbleichenden Blüten und Rispen weiterhin ausgesprochen dekorativ. Zum anderen können nur aus ihnen die Samen für die nächste Generation gewonnen werden. Davon abgesehen wächst der Muskatellersalbei nicht stärker oder dichter verzweigt, wenn er verschnitten wird. Die Maßnahme ist also unnötig. Korrekturen können aber durchaus vorgenommen werden, um die Größe zu kontrollieren oder beschädigte Pflanzenteile zu entfernen. Auch die Gewinnung von Tee oder Gewürzkraut ist während des gesamten Wachstums problemlos möglich.

/>Überwinterung

Der Muskatellersalbei ist winterhart bis etwa -15°C. In härteren Wintern oder bei nassem Boden kann er allerdings eingehen. Sinnvoll ist es daher, ihn

entsprechend zu schützen. Wichtigste Voraussetzung ist dabei natürlich ein geschützter Standort. Eine Schicht aus Mulch, Stroh oder Reisig dient als zusätzliche Isolierung. Optimal wäre es allerdings, den Muskatellersalbei nicht direkt ins Beet auszusäen oder im ersten Jahr dahin auszupflanzen. Stattdessen ist die Kultur im Kübel während des ersten Jahres angeraten. Ausgepflanzt wird er erst im Frühjahr des zweiten Jahres. Auf diese Weise kann er im Kübel sicher im Haus überwintert werden. Dabei sollte er kühl aber frostfrei stehen. Temperaturen von maximal 10°C sind günstig. Das Substrat darf während des Winters nicht vollständig austrocknen, jedoch auch nicht nass sein. Gegossen wird also sparsam. Auf das Düngen wird vollkommen verzichtet.
 
Vermehrung

Der Muskatellersalbei vermehrt sich selbst, in dem sich die in den Blüten enthaltenen Samen automatisch aussäen. Dazu dürfen die Blüten nach dem Absterben natürlich nicht direkt entfernt werden, sondern müssen bis zum folgenden Frühjahr an Ort und Stelle verbleiben. Allerdings ist diese Variante der Vermehrung ungezielt und daher im Grunde nur für naturnahe Gärten geeignet. Wer die Selbstaussaat verhindern möchte, sollte die Blüten daher nach dem Abblühen oder im zeitigen Frühling entfernen.

Tipp: Über die Blütenrispen gestülpte Stoffbeutel fangen die Samen auf und stellen so das Saatgut für eine neue Generation und das gezielte Säen zur Verfügung.
Pflanzen und Aussaat

Der Muskatellersalbei kann nur durch Samen vermehrt werden. Wer sich diese Arbeit ersparen will, kann Jungpflanzen jedoch auch im Handel erwerben. Ins Freie gepflanzt werden diese wahlweise im Frühjahr oder frühem Sommer nach dem letzten Frost. Auch der späte Sommer oder frühe Herbst kommen noch in Frage. Allerdings ist dann das Risiko für Frostschäden vergleichsweise groß. Ideal ist es, den Salvia sclarea während des ersten Jahres im Kübel zu kultivieren und erst dann ins Freie zu pflanzen. Beachtet werden muss dabei, dass die Pflanze nicht tiefer eingepflanzt wird, als sie zuvor im Container stand. Zudem sollte das Substrat gut durchfeuchtet, der Wasserabfluss aber sichergestellt werden. Zum Aussäen ist hingegen das folgende Vorgehen angeraten:
  • 1. Als Zeitpunkt werden der April oder Mai gewählt, wenn die Temperatur zwischen 15° und 20°C liegt.
  • 2. Die Samen werden jeweils in Gruppen von drei bis fünf und mit einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern ausgebracht und leicht bedeckt. Für ein breitflächigeres Ergebnis kann die Saat auch gestreut werden. Allerdings wird es dann nötig, die Keimlinge zu pikieren.
  • 3. Um ein Wegspülen zu vermeiden, sollte der Boden vor der Aussaat gut durchfeuchtet werden. Bis zur Keimung wird die Erde durchgängig leicht feucht gehalten.
  • 4. Nach der Keimung, die etwa zwei bis drei Wochen später erfolgt, werden zunächst die Wassergaben allmählich eingeschränkt.
  • 5. Erreichen die Pflänzchen eine Höhe von zehn Zentimetern, werden die schwächeren Gewächse aussortiert und entfernt.
Tipp: Den Muskatellersalbei jedes Jahr und damit versetzt aussäen, auf diese Weise muss auf die Blütenpracht und Bienenweide nicht verzichtet werden.
    
Kultur im Kübel

Wer sich für die Kultur des Muskatellersalbeis im Kübel entscheidet, muss hierbei wenig beachten. Lediglich häufigeres Gießen und zusätzliches Düngen sollte berücksichtigt werden.

Fazit

Der Muskatellersalbei ist ein recht pflegeleichtes Gewächs, das am richtigen Standort weitestgehend sich selbst überlassen werden kann. Weder ein Verschnitt noch Düngung oder ein aufwendiger Winterschutz sind von Nöten. Dadurch ist der Salvia sclarea ideal für naturnahe Gärten und alle, die Schönheit ohne viel Aufwand und Pflege in die grüne Oase holen wollen.