Myrte, Brautmyrte - Pflege, Schneiden & Überwintern


Viele Legenden ranken sich um die Brautmyrte. Die mediterrane Pflanze schmückte der Sagen nach Aphrodite und war auch bei den antiken Ägypterinnen als Zierde äußerst beliebt. In unseren Breitengraden gehörte die Myrte jahrhundertelang zu den klassischen Zier- und Nutzpflanzen. Was einst als traditioneller Hochzeitsschmuck Verwendung fand, ist dank passionierter Hobbygärtner nicht in Vergessenheit geraten. Doch das immergrüne Formgehölz ist nur bedingt für Anfänger geeignet. Denn das Gewächs ist äußerst anspruchsvoll und reagiert empfindlich auf Veränderungen.

Standort und Substrat

Das mediterrane Formgehölz bevorzugt einen vollsonnigen Standort, der allerdings witterungsgeschützt sein

sollte. Diese Anforderungen können Sie beispielsweise in der direkten Nähe zum Wohnhaus oder auf einer überdachten Terrasse erfüllen. Schattige Plätze schaden nicht nur dem äußeren Erscheinungsbild von Myrtus communis, sondern fördern auch die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten. Ein warmer und heller Standort im Wintergarten wird von der Pflanze ganzjährig gerne akzeptiert. Werden die Anforderungen und Bedürfnisse der Pflanze optimal erfüllt, kann das immergrüne Gehölz eine Höhe von über 2 Metern erreichen. Das Erdreich sollte humusreich und kalkarm sein. Vermischen Sie dafür herkömmliche Blumenerde mit Humus. Wichtig ist auch, dass das Substrat durchlässig ist und überschüssiges Gießwasser schnell von den Pflanzenwurzeln wegfließen kann. Das können Sie beispielsweise dadurch erreichen, indem Sie unter das Erdreich eine Handvoll kleiner Kieselsteine mischen. Diese fügen dem Gehölz selbst keinen Schaden zu, sorgen aber für eine gleichmäßige Auflockerung des Bodens. Wenn Sie sich mit dieser Methode nicht anfreunden können, so erhalten Sie im Fachhandel auch spezielle Erde, welche mit Blähton versetzt ist.

Gießen und Düngen

Die Brautmyrte ist kein Ziergehölz, welches bedenkenlos sich selbst überlassen bleiben darf. Auf Staunässe reagiert das immergrüne Gewächs ebenso empfindlich wie auf übermäßige Trockenheit. Sorgen Sie dafür, dass der Wurzelballen der Pflanze nicht austrocknet. Erleichtern Sie sich die Garten- und Pflegearbeit mit einigen einfachen Tricks:
  • Unter dem Gehölz eine dicke Schicht aus Rindenmulch ausbringen.
  • Bodendeckende Pflanzen verhindern ein zu rasches Austrocknen des Bodens.
  • Sandige Böden mit Lehm aufwerten.
Alle diese Tipps können Sie problemlos auch bei Kübelpflanzen anwenden, sofern das Pflanzgefäß ausreichend groß ist. Da Myrte in unseren Breitengraden fast nur im Topf kultiviert werden kann, sollten Sie zusätzlich am Kübelboden eine Schicht aus Lavasplitt oder Tonscherben anlegen. Durch diese Drainage vermeiden Sie stehende Nässe. Gegossen wird, sobald sich die oberste Substratschicht spürbar trocken anfühlt. Vernachlässigen Sie die Pflanze auch im Winter nicht und überprüfen Sie regelmäßig das Erdreich. Brautmyrten vertragen kein kalkhaltiges Wasser. Der Kalkgehalt setzt sich in den Wurzeln fest und verlangsamt dadurch die Aufnahme der wertvollen Flüssigkeit. Unbedenklich können Sie dagegen mit Regenwasser gießen. Die Versorgung mit Nährstoffen spielt eine eher untergeordnete Rolle bei der Pflege der mediterranen Pflanze. Dennoch fördern Sie mit der richtigen Dosierung die Blütenkraft des Formgehölzes. Die Düngung erfolgt dabei zwischen März und August, wahlweise können Sie auf einen Langzeit- oder Flüssigdünger zurückgreifen. Hier gilt die Faustregel: Weniger ist mehr. Auch wenn Kübelpflanzen schnell unter Nährstoffmangel leiden, so sollten Sie die künstlichen Düngemittel keinesfalls überdosieren.

Tipp: Viele Probleme mit dem Gehölz treten durch unregelmäßiges und falsches Gießen auf. Auch Laubverlust kann das erste Anzeichen von stehender Nässe oder Trockenheit sein.

Umtopfen

Etwa alle 2 bis 3 Jahre oder wenn
der Kübel komplett durchwurzelt ist, sollten

Sie dem immergrünen Gehölz ein größeres Pflanzgefäß gönnen. Ein kritischer Zeitpunkt für diese Maßnahme ist allerdings direkt während der Bildung der neuen Knospen. Blattverlust oder auch ein komplettes Ausbleiben der nächsten Blüte könnte die Folge sein. Topfen Sie das Gewächs deswegen im Spätsommer um, noch bevor das Gehölz ins Winterquartier umgesiedelt wird. Befreien Sie die Myrte zuerst großzügig von der alten Erde, entfernen Sie dabei auch gleichzeitig kümmernde und abgestorbene Wurzelstücke.
  • Der neue Kübel sollte mindestens 4 Zentimeter größer als das alte Gefäß sein.
  • Auch hier muss eine Drainage aus porösem Material angelegt werden.
  • Zwischen Drainage und Wurzeln eine dicke Substratschicht ausbringen.
  • Pflanze einsetzen und Hohlräume mit Erde auffüllen.
  • Kräftig angießen.
Abhängig von der Größe der Myrtus communis ist es ratsam, ein zusätzliches Paar helfender Hände in greifbarer Nähe zu haben. So vermeiden Sie Schäden an der Pflanze und erleichtern sich gleichzeitig die Arbeit.

Vermehren

Die Vermehrung des kälteempfindlichen Myrtengewächses erfolgt über leicht verholzte Kopfstecklinge. Die gut ausgereiften Triebenden werden im Frühjahr oder im August geschnitten.
  • Kürzen Sie die Stecklinge auf 10 bis 15 Zentimeter ein.
  • Bis auf die drei obersten Blattpaare den Trieb entlauben.
  • Die Stecklinge in mageres Substrat stecken.
  • Erdreich gleichmäßig feucht halten.
  • Standort muss hell und warm sein.
Zur schnellen und erfolgreichen Wurzelbildung von Myrtus können Sie zeitweilig die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Wenn es mit einer durchsichtigen Folie nicht klappt, stülpen Sie einen ausreichend großen Glasbehälter komplett über den Steckling. Nehmen Sie das Behältnis täglich für einige Stunden ab, um einer etwaigen Fäulnisbildung vorzubeugen. Sobald der Steckling neue Triebe und Knospen ausbildet, kann er in humusreiche Erde umgesetzt werden. Gewöhnen Sie die junge Pflanze langsam an direktes Sonnenlicht.

Schneiden

Ältere Triebe der Brautmyrte neigen zur Verkahlung. Diese Zweige können im Frühjahr mit einer Rosenschere oder einem scharfen Messer stark zurückgeschnitten werden. Der Nachteil der Aktion: Die Blütenknospen entwickeln sich bereits im Herbst, bei einem Rückschnitt kann deswegen die Blüte ausbleiben oder geringer ausfallen. Kranke und abgestorbene Pflanzenteile können Sie ganzjährig entfernen. Auch die beim Schnitt anfallenden, leicht verholzten Triebe können Sie für die Vermehrung der beliebten Zierpflanze verwenden.

Überwintern

Die Pflanze mit den dunkelgrünen, eiförmigen Blättern ist äußerst frostempfindlich. Die ursprüngliche Heimat der Brautmyrte liegt im Mittelmeerraum. Spätestens Ende September, wenn die Außentemperaturen unter 5°C sinken, sollten Sie das Gehölz umgehend in einen hellen, kühlen Raum umsiedeln. Meiden Sie die direkte Nähe zu aktiven Heizkörpern. Wenn Sie die Pflanze im Folgejahr wieder in den Garten umsetzen möchten, so sind für die Überwinterung Temperaturen zwischen 5 - 10°C ideal. Eine weitere wichtige Pflegemaßnahme im Winter ist die regelmäßige Versorgung mit Wasser. Setzen Sie die Pflanze im Frühjahr auch keinen Spätfrösten aus. Denn die kalten Temperaturen setzen besonders neu gebildeten Trieben und Blättern zu. Besonders bei großen Exemplaren von Myrtus communis kann aber ein zeitweiliges Umstellen des Pflanzgefäßes den Hobbygärtner vor eine schwere Herausforderung stellen. In einem solchen Fall können Sie auch zu einem Trick greifen: Decken Sie die komplette Pflanze mit einem leichten Vlies ab.

Fazit

Noch vor einigen Jahrzehnten war der Myrtenbusch in fast jedem Garten anzutreffen und durfte bei keiner traditionellen Hochzeit als schmückendes Beiwerk fehlen. Auch wenn seit einigen Jahren die Beliebtheit der mediterranen Brautmyrte wieder zunehmend gestiegen ist, so ist die Pflanze besonders für Gartenanfänger nur bedingt geeignet. Die Pflegeanforderungen sind hoch, auf kleinste Fehler reagiert das Formgehölz mit Laubabwurf. Wenn Sie sich dieser Herausforderung jedoch erfolgreich stellen, dankt es Ihnen das immergrüne Gewächs mit einer dunkelgrünen, üppigen Blätterpracht und einer faszinierenden Blüte.