Olivenkraut - Tipps zu Anbau, Vermehrung und Ernte

OlivenkrautWie der Name schon sagt, erinnert der Geschmack des Olivenkrauts an Oliven, während es in seiner Form eher dem Rosmarin ähnelt. Die würzige Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und passt deshalb hervorragend zu mediterranen Gerichten. Das pflegeleichte Kraut hat hierzulande noch keinen großen Bekanntheitsgrad erlangen können, bei kulinarisch versierten Gartenfreunden ist es aber aufgrund seiner würzigen Note sehr beliebt. Das mäßig winterharte Olivenkraut braucht in den kalten Wintermonaten einen zusätzlichen Schutz, um diese ohne Schäden zu überstehen.

Standort & Pflanzsubstrat

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Das Olivenkraut ist eine sehr anspruchslose und pflegeleichte Gewürzpflanze. Es ist aufgrund seiner Herkunft aus dem Mittelmeerraum Trockenheit und extrem sonnige Bedingungen gewöhnt, diesen Ansprüchen sollte auch der Standort im heimischen Garten entsprechen. Mit schattigen Plätzen kommt das Kraut nicht gut zurecht und reagiert auf fehlende Sonnenbestrahlung mit einem schwachen Aroma. Die folgenden Aspekte sind beim Standort und dem Pflanzsubstrat zu beachten:
  • Ideal sind sonnige bis vollsonnige Standorte
  • Bevorzugt trockene Böden
  • Zu nasse Böden werden gar nicht vertragen
  • Bei lehmigen und undurchlässigen Böden Drainage anlegen
  • Sehr gut für den Anbau im Kräuterbeet und Steingarten geeignet
  • Liebt warme Mauerstandorte
  • Macht sich sehr schön in einer Kräuterinsel, am Rand zu wärmespeichernden Steinen
  • Ebenfalls für die Kübelhaltung auf Balkonen und Terrassen geeignet
  • Perfekt sind Gefäße aus Terracotta, welche Wärme speichern
Tipp: Optimal sind windgeschützte und nach Süden ausgerichtete Standorte. Je stärker die Sonnenbestrahlung, desto intensiver ist das Olivenaroma und der Duft der Pflanze, welcher eine würzige Note im Garten verbreitet.

Pflanzen

Das Olivenkraut wird im Fachhandel in Pflanzgefäßen angeboten und sollte nach dem Kauf schnellstmöglich an den zugedachten Standort eingepflanzt werden. Die folgenden Aspekte sind beim Pflanzen zu beachten, damit sich das Olivenkraut schnell wohlfühlen und einleben kann:
  • Ausreichend großes Pflanzloch ausheben
  • Erdreich vor dem Pflanzen auflockern und mit organischem Dünger anreichern
  • Mäßig angießen, keine Staunässe aufkommen lassen
  • Nach ca. 2 Wochen bilden sich ausreichende Wurzeln aus
  • Erst nach dem Einleben für die Ernte beschneiden
Gießen & Düngen

Das Olivenkraut ist trockene Böden gewöhnt und stellt keine großen Ansprüche bei den Gießvorgängen. Für eine reiche Ernte sind jedoch regelmäßige Düngergaben unumgänglich. Die folgenden Kriterien sind beim Gießen und Düngen zu beachten:
  • Ist bei normalen Wetterlagen mit periodischen Regenfällen nicht zusätzlich zu wässern
  • Während langanhaltender Trockenphasen hin und wieder mäßig gießen
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Regelmäßige Versorgung mit organischen Düngemitteln
  • Nur während der Wachstumszeit in den warmen Jahreszeiten düngen
  • Dünger etwa alle 4-6 Wochen in das Erdreich rund um die Pflanze einarbeiten
  • Auf diese Weise wird der Erdboden gleich mit aufgelockert
  • Dünger lässt sich auch über das Gießwasser verabreichen
Blätter, Blüten & Wuchs

Olivenkraut Das Olivenkraut stammt aus der Iberischen Halbinsel und ist ebenfalls in Marokko beheimatet. Deshalb erinnert es in seinem Aussehen und seinem Geschmack an die Würzkräuter aus den mediterranen Regionen. Die Pflanze wird auch vielerorts als Heiligenkraut bezeichnet. Das Würzkraut ähnelt optisch gesehen einem kleinen
Zypressengewächs, aus diesem Grund werden seine Blätter irrtümlicherweise als Nadeln bezeichnet. Die folgenden Aspekte sind bei den Blättern, den Blüten und dem Wuchs von Bedeutung:
  • Immergrüne, mehrjährige Staude, verholzt im Laufe der Zeit
  • Erinnert bei der Wuchsform an Rosmarin
  • Geschmack der Würzpflanze ähnelt Oliven, in Verbindung mit Thymian-Aroma
  • Wächst bis zu 50 cm hoch, klein bleibender Halbstrauch
  • Nadelförmige,

    längliche Blätter
  • Gelb blühendes Kraut
  • Langanhaltende Blütenphase von Juni bis August
  • Blüht bei warmen Wetterlagen und guter Pflege bis in den September hinein
Rückschnitt

Das Olivenkraut braucht einen regelmäßigen Rückschnitt, ansonsten verkahlt es nach einigen Jahren. Außerdem regt das Beschneiden die Pflanze zu einem kräftigen Wuchs an. Bei dem Rückschnitt von dickeren Trieben sind leicht schräg stehende Schnittstellen anzulegen, an diesen läuft das Regenwasser besser ab. Auf diese Weise bildet sich keine Feuchtigkeit im Halbstrauch und schädlicher Schimmel kann vermieden werden. Die folgende Vorgehensweise ist beim Rückschnitt einzuhalten:
  • Kompletten Rückschnitt erst im zeitigen Frühjahr ansetzen, kurz vor Beginn der Wachstumsphase
  • Maximal auf ein Drittel bis auf die Hälfte der Wuchshöhe beschneiden
  • Bereits verblühte Blütenstiele komplett wegschneiden
  • Gänzlich abgestorbene Triebe bodennah zurückschneiden
  • Noch wachsende Triebe nur leicht beschneiden
  • Immer ca. 1 cm über dem neuen Austrieb stoppen
  • Rückschnitt ebenfalls nach der Blüte möglich
  • Nie in das alte Holz hineinschneiden
  • Zu tiefe Schnitte führen zum Absterben der Pflanze
Tipp: Im Herbst sollte jedes Jahr lediglich ein kleiner Formschnitt durchgeführt werden, auf diese Weise schützt die natürliche Belaubung das Olivenkraut vor den einsetzenden Winterfrösten.

Ernte

Die nadelförmigen Blätter des Olivenkrauts haben einen intensiven Geschmack und eignen sich hervorragend für das Würzen von vielen Speisen, dazu gehören Fisch- und Fleischgerichte, Salate, Suppen und viele andere Gerichte aus der mediterranen Küche. Idealerweise wird abhängig vom Gebrauchsbedarf geerntet, das Gewürz entwickelt frisch eine ganz besonders würzige Geschmacksnote:
  • Lässt sich durchgehend und regelmäßig ernten
  • Bei der Ernte Triebspitzen kürzen, um buschigen und verzweigten Wuchs zu fördern
  • Bei großem Bedarf ganze Stängel abschneiden
  • Für einzelne Gerichte Blätter separat abzupfen
  • Eignet sich auch als zusätzliche Würze für Brote und auf Käseplatten
  • Im Spätherbst für das Trocknen einsammeln
  • Zur Herstellung von Kräuterölen geeignet
Überwintern

Das Olivenkraut ist eine robuste Pflanze und kann sogar im Garten während der Wintermonate im Freiland verbleiben, allerdings werden extrem tiefe Minuswerte nicht gut vertragen. Aus diesem Grund benötigt der Halbstrauch einen zusätzlichen Winterschutz, speziell in exponierten Lagen und höher liegenden Standorten:
  • Mäßig bis gut winterhart
  • Mit Reisig, Tannenzweigen oder Gartenvlies vor Kälte schützen
  • In extrem harten Frostnächten zusätzlich mit wärmenden Bastmatten abdecken
  • Übersteht mit Frostschutz sogar längere Frostphasen gut
Vermehren

Olivenkraut Das Olivenkraut lässt sich über Stecklinge vermehren, oft stellt es sich ein wenig widerwillig dabei an, sodass dieser Prozess zu wiederholen ist. Die abgeschnittenen Teile lassen sich auf diese Weise zur Gewinnung von weiteren Pflanzen nutzen, welche an anderen Standorten angepflanzt werden können:
  • Stecklinge in Wasser oder Pflanzgefäß mit Anzucht-Erde geben
  • Oft bilden sich nur zögerlich Wurzeln aus
  • Für höhere Vermehrungsquoten spezielles Pulver für die Bewurzelung beimischen
  • Für eine Verbesserung des Klimas durchsichtige Plastikfolie über dem Topf stülpen
  • Konstante Feuchtigkeit erhalten
  • Regelmäßig nachgießen, bevor Anzucht-Erde austrocknet
Krankheiten & Schädlinge

Das Olivenkraut ist eine sehr widerstandsfähige und robuste Pflanze, sodass Krankheiten und Schädlinge keine große Rolle spielen. Bei zu feuchten Bedingungen und Staunässe kann es jedoch zu Wurzelfäule und Schimmelbildung kommen, in diesem Fall ist das Gießen einzuschränken und eine Drainage anzulegen.

Fazit

Das immergrüne Olivenkraut ist eine pflegeleichte und anspruchslose Pflanze, welche sich hervorragend in den heimischen Gärten kultivieren lässt. Aufgrund der guten Winterhärte kann das mehrjährige Kraut mit einem zusätzlichen Winterschutz auch extreme Minusgrade überstehen und im nächsten Jahr erneut prächtig aufblühen und viele würzige Stängel ausbilden. Das Gießen wird nur während extrem trockener Wetterphasen notwendig, sodass der Gärtner auch mal unbesorgt länger in den Urlaub fahren kann. Mit regelmäßigen Düngergaben fällt die Ernte besonders reichlich aus, ein dichtes Wachstum wird auch durch einen regelmäßigen Rückschnitt unterstützt. Im Herbst kann eine reiche Ernte für die Winterzeit eingetrocknet werden. Auf diese Weise lassen sich ganzjährig viele Gerichte mit dem herzhaften und nach Oliven schmeckenden Kraut verfeinern.