Thai-Basilikum - Standort, Pflege und Ernte

BasilikumGegen fades Essen ist ein Kraut gewachsen. Integriert in die facettenreiche Basilikum-Familie, nimmt Thai-Basilikum einen kulinarischen Sonderstatus ein. Getrocknete Ware kommt Feinschmeckern dabei nicht in die Küche, denn frisch aus dem Kräutergarten spielt das Gewürz in einer völlig anderen Aroma-Liga. Eine gelungene Kultur ist geprägt von idealen Lichtverhältnissen, adäquatem Substrat sowie einem ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt. Die folgenden Zeilen tun kund, wie es um Standort und Pflege bestellt sein sollte, damit ein Anbau gekrönt wird von einer Ernte in Premium-Qualität.

Standort und

Substrat

So markant sich Thai-Basilikum im Geschmack von anderen Arten der Gattung unterscheidet, so wenig differieren die Anforderungen an den Standort. Frische Luft und reichlich Sonnenschein stehen bei der asiatischen Gewürzpflanze im Fokus. Im Kräuterbeet des Gartens gibt es davon reichlich, ebenso, wie auf dem Balkon oder der Terrasse. Die Fensterbank kommt ebenfalls in Betracht, solange sie sich auf der Süd- oder Westseite des Hauses befindet. Gleichwohl sind in diesem Fall Abstriche hinzunehmen in Bezug auf den Aromagehalt, da hier ein Frischluftmangel besteht. Sein Optimum erreicht Thai-Basilikum somit unter den folgenden Bedingungen:
  • Sonnige, warme, geschützte Lage
  • Ein Temperaturniveau über 20 Grad Celsius ist ideal
  • Nährstoffreiches, humoses Erdreich
  • Durchlässig und frisch-feucht, gerne sandig-lehmig
Im Topf und Blumenkasten gedeiht Thai-Basilikum ausgezeichnet in spezieller Kräutererde, die in der Regel bereits vorgedüngt ist für 6 Wochen. Alternativ mixen Sie selbst aus den 3 Komponenten Lehm, Sand und Kompost. Das hat den Vorteil, dass Ihnen genau bekannt ist, welche Nährstoffe sich im Substrat befinden, die sich später in den Speisen wiederfinden.

Tipp: Das Tomatenhaus im Garten bietet Thai-Basilikum einen mustergültigen Standort.

Pflege

Ausgewogenheit gilt als das zentrale Kriterium einer gekonnten Pflege von Thai-Basilikum. Solange sich Wasser- und Nährstoffhaushalt in der Balance befinden, macht die Gewürzpflanze ihrem synonymen Titel Köngiskraut alle Ehre. Die folgende Anleitung ist darauf fokussiert, jegliche Ausschläge in die eine oder andere Richtung zu vermeiden. Dann genügen täglich wenige Minuten der Aufmerksamkeit und Sie sind nicht gezwungen, sich mit zeitaufwendigen Kultivierungsproblemen herumzuschlagen.

Gießen und Düngen

Die Standortkonditionen bestimmen maßgeblich den Rhythmus der Wasserversorgung. Je sonniger und wärmer die Lage, desto häufiger wird gegossen. Grundsätzlich kommt im Beet die Gießkanne seltener zum Einsatz, als im Kübel. Insbesondere im porös beschaffenen Terrakotta- oder Tontopf trocknet der Wind das Substrat sehr viel rascher aus, als im Boden. So gießen Sie Thai-Basilikum richtig:
  • Die Pflanzerde konstant feucht halten
  • Zwischen den Wassergaben sollte die Oberfläche antrocknen
  • Kein eiskaltes Wasser aus der Leitung verwenden
  • Nicht über Blätter und Blüten gießen, sondern unmittelbar an die Wurzeln
Ein Untersetzer wird spätestens nach 20-30 Minuten entleert, um einer schädlichen Staunässe vorzubeugen. Gießen Sie Thai-Basilikum möglichst in den Morgenstunden. Unter direkter Sonneneinstrahlung verwandeln sich Wassertropfen in kleine Brenngläser, die dem Laub erheblichen Schaden zufügen können.

Tipp: Der Gefahr von Staunässe gehen Sie aus dem Weg, wenn der Wurzelballen bei Trockenheit einige Minuten in Wasser getaucht wird.


Thai-Basilikum ist kein Kostverächter und möchte gerne regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden. Verabreichen Sie daher während der Vegetationsperiode alle 3 Wochen einen organischen Dünger. Im Beet kommt die Kombination aus Kompost und Hornspänen infrage unter Zugabe von gekörntem Rinderdung. Im Kübel verabreichen Sie einen adäquaten Flüssigdünger oder biologische Düngestäbchen. Sofern Sie einen Wurmkompost bewirtschaften, erfüllt eine Portion Wurmtee pro Woche die gewünschte Nährstoffversorgung.
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Ernte

Die richtige Erntetechnik trägt wesentlich zur Erhaltung der Vitalität der asiatischen Kräuterpflanze bei. Wenngleich einige Rezepte der thailändischen oder vietnamesischen Küche auf der Verwendung von Basilikum-Blüten basieren, geht mit der Blüte stets das Lebensende der Pflanze einher. Möchten Sie Ihr Thai-Basilikum möglichst lange beernten, gehen Sie wie folgt vor:
Wenn Sie darauf achten, dass ein Stück des Stängels stehen bleibt, fördern Sie auf diese Weise das Wachstum frischer Seitentriebe. Das Ergebnis ist ein besonders buschiger Habitus.

Überwintern

Fallen die Temperaturen unter die 15-Grad-Marke, beendet Thai-Basilikum das weitere Wachstum. Im Beet ist die Saison für die Gewürzpflanze beendet, denn für die Überwinterung im Freien ist sie nicht geschaffen. Im Topf besteht immerhin noch die Möglichkeit, auf der sonnigen, warmen Fensterbank durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Erfolgsaussichten bestehen indes einzig unter idealen Lichtverhältnissen. Möchten Sie im Winter gerne frische Blättchen ernten, platzieren Sie hinter der Pflanze einen Spiegel, um die Lichtausbeute zu erhöhen.

Vermehren mit Stecklingen

Befindet sich die liebevoll gepflegte Kräuterpflanze im Zenit ihrer Vitalität, ist dies genau der richtige Zeitpunkt für die Vermehrung. In jedem gut entwickelten Trieb steckt die Kraft für ein weiteres Thai-Basilikum. So funktioniert die Vermehrung mit Stecklingen:
Während Sie die Bewurzelung abwarten, wird das Wasser regelmäßig ausgetauscht. Die Gefahr von Fäulnis kann reduziert werden durch die Zugabe eines kleinen Stückchens Holzkohle. Nach 14 Tagen hat jeder Steckling ein eigenes Wurzelsystem entwickelt. Nun ist es an der Zeit, die Pflänzchen einzutopfen in ein Kräutererde-Sand-Gemisch. Über jeden Anzuchttopf stülpen Sie eine Plastiktüte, die ein feucht-warmes Mikroklima schafft. Damit sich Material und Trieb nicht berühren, dienen kleine Holzstäbchen als Abstandhalter. In der Folgezeit darf das Substrat nicht austrocknen. Sobald ein kleiner Thai-Basilikum neu austreibt, siedelt er um in einen Kübel mit normalem Substrat für adulte Kräuterpflanzen.

Tipp: Ein gestresster Thai-Basilikum aus dem Supermarkt hat nicht das Potenzial für die Vermehrung mittels Ableger.

Aussaat

Steht keine geeignete Mutterpflanze für die Stecklingsvermehrung zur Verfügung, kommt die Aussaat in Betracht. Prinzipiell ist sie während des ganzen Jahres möglich. Damit ein Lichtmangel während der dunkelsten Monate des Jahres nicht in vergeilenden Trieben resultiert, ist eine Aussaat vor März nicht empfehlenswert. So gehen Sie dabei vor:
Unter idealen Bedingungen nimmt die Keimung nur wenige Tage in Anspruch. Sobald ein Keimling über mehrere echte Blätter verfügt, wird er pikiert in einen Einzeltopf mit nahrhaftem Substrat für Thai-Basilikum. Bevor Sie die Pflanzerde einfüllen, kommt eine Tonscherbe über den Wasserablauf im Boden. Diese Maßnahme trägt wesentlich dazu bei, dass sich kein Gießwasser stauen kann.

Gekaufte Pflanzen umgehend teilen

Erschien der Thai-Basilikum im Ladenregal prächtig und vital, lässt die Pflanze daheim häufig schon nach wenigen Tagen ihre Triebe schlaff herabhängen. Die Ursache für dieses weit verbreitete Manko liegt im weiten Transportweg und dem damit verbundenen Stress. Darüber hinaus sind Kräuterpflanzen zumeist viel zu eng gepflanzt in ihrem Topf. Nehmen Sie den Thai-Basilikum daher sogleich aus dem Pflanzgefäß und zerteilen ihn in drei Segmente. Diese setzen Sie ein in Einzeltöpfe, wo sich die Gewürzpflanzen unter Ihrer pflegenden Hand über lange Zeit bestens entwickeln.

Fazit

Kräuterfreunde mit einer Vorliebe für die asiatische Küche, erhalten mit Thai-Basilikum eine optimale Gewürzpflanze an die Hand. Da bekanntermaßen getrocknete Ware kaum noch über Aroma verfügt, siedeln Hobbygärtner das Königskraut in ihrem Kräutergarten an für täglich frischen Genuss. Am vollsonnigen Standort mit nährstoffreichem Substrat bestehen beste Aussichten auf eine reiche Ernte würziger Basilikum-Blättchen. Die Pflege dreht sich dabei um regelmäßiges Gießen und organisches Düngen im dreiwöchigen Rhythmus. Steht für die kalte Jahreszeit ein sonniger, warmer Fensterplatz zur Verfügung, kann die Überwinterung gelingen.