Zitronenstrauch, Zitronenverbene - Pflege und Vermehrung

Zitronenverbene Sie ist ein Fest für die Sinne, denn eine Zitronenverbene bezaubert mit duftendem Laub, zierlichen Blüten und einem vitalisierenden Aroma. Im Arrangement des Kräutergartens übernimmt der Zitronenstrauch somit mühelos einen dominierenden Part, sofern ein Gärtner ihn lässt. Seine natürliche Wuchshöhe von mehr als 2 Metern erreicht das Küchenkraut nur selten; zu vielfältig sind die Verwendungsmöglichkeiten in Getränken, Speisen oder Duft-Potpourries. Eine tägliche Ernte macht Zitronenverbene ohnehin nichts aus. Die folgenden Zeilen weihen Sie ein in die unkomplizierte Pflege und Vermehrung.

Steckbrief


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  • Pflanzenfamilie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
  • Bezeichnung der Art: Zitronenstrauch (Aloysia citrodora)
  • Weitere Namen: Zitronenverbene, Zitronenduftstrauch
  • Laubabwerfender, mehrjähriger Strauch
  • Beheimatet in Südamerika
  • Temperaturminimum - 5 Grad Celsius
  • Intensiver Zitronenduft als herausragendes Attribut
  • Weiße bis cremefarbene Blütenrispen von Juni bis August
  • Wuchshöhe von 2 bis (selten) 6 Meter
  • Verwendung als Gewürz-, Duft- und Zierpflanze
Im naturnahen Garten wird der Zitronenstrauch gerne angesiedelt als viel frequentierte Schmetterlings- und Bienenweide.

Standort

Das Herzstück einer gelungenen Pflege stellt die Wahl des geeigneten Standortes für einen Zitronenstrauch dar. In Kombination mit einem adäquaten Substrat, reduzieren sich alle weiteren Aspekte auf einen überschaubaren Rahmen. So sollte der ideale Standort beschaffen sein:
  • Vollsonnig, sonnig bis halbschattig
  • Geschützt vor heftigen Windböen und prasselndem Regen
Erdreich und Substrat

ZitronenverbeneIn den hiesigen Regionen favorisieren Hobbygärtner für ihren Zitronenstrauch die Kübelkultur. Es spricht jedoch nichts dagegen, den prächtigen Strauch den Sommer hindurch im Beet anzusiedeln.
  • Humoser, gut durchlässiger Gartenboden
  • Gerne frisch-feucht bis sandig-locker
  • Neutraler bis minimal alkalischer pH-Wert
Im Topf streckt der Zitronenduftstrauch seine Wurzeln gerne aus in hochwertiger Kübelpflanzenerde, die über eine gute Wasserspeicherung verfügt. Das gelingt bestens durch die Zugabe von Perlite, Lavagranulat oder Vermiculite. Das Substrat trocknet nicht so schnell aus, ohne dass sich unerwünschte Staunässe bilden könnte.

Tipp: Pfiffige Hobbygärtner setzen die Zitronenverbene mitsamt Topf in die Erde. So verbringt die Pflanze den Sommer im gehaltvollen Gartenboden und ist kinderleicht hervorzuholen für die Umsiedlung ins Winterquartier.

Gießen und Düngen

Die Wasserversorgung steht in enger Relation zu den Standortbedingungen. Je sonniger die Lage, desto höher ist der Wasserbedarf. Um hier die richtige Balance zu treffen, dient die klassische Daumenprobe als bewährter Indikator. Drücken Sie den Finger einige Zentimeter tief ins Substrat. Fühlt sich die Oberfläche trocken an, wird gegossen. Im Terrakotta-Topf auf dem windumspülten Balkon ist dies naturgemäß häufiger der Fall, als im geschützten Halbschatten des Gartens.
  • Die Pflanzerde konstant feucht halten
  • Nicht über Blätter und Blüten gießen
  • Idealerweise am frühen Morgen oder späten Abend wässern
Eiskaltes Wasser aus der Leitung versetzt selbst dem robusten Zitronenstrauch einen Kälteschock. Verwenden Sie daher abgestandenes Wasser, das sich einige Zeit an die Umgebungstemperatur anpassen konnte.

Zwei Aspekte stehen im Fokus einer angemessenen Nährstoffversorgung: Zitronenverbenen benötigen reichlich Energie für die Bildung ihrer umfangreichen Biomasse. Die für den Verzehr gedachten Blätter sollten nicht mit chemischen Stoffen belastet sein. Erfüllt werden die Anforderungen durch organischen Dünger, der in unterschiedlichster Form im modernen Hobbygarten längst dominiert.
Empfehlenswert sind hier insbesondere Kompost, gekörnter Rinder- oder Pferdedung, Guano in Stäbchen- oder Kegelform sowie Wurmkompost. Das Problem der Verabreichung im Pflanzgefäß wird gelöst durch flüssigen Kompost, Pflanzenjauchen oder Wurmtee. Darüber hinaus bietet der Fachhandel eine Reihe organischer Flüssigpräparate an.


  • Von April bis August alle 14 Tage organisch düngen
  • Düngemittel niemals auf trockenes Substrat applizieren
Ab der zweiten Augusthälfte endet die Gabe von zusätzlichen Nährstoffen, damit sich der Zitronenstrauch auf den kommenden Winter vorbereiten kann.

Überwintern

Angesichts eines Temperaturminimums von -5 Grad Celsius, gilt der Zitronenstrauch nach europäischen Maßstäben als nicht winterhart. Dieser frostigen Kälte widersteht die Pflanze nur kurzzeitig, sodass zumindest ein verfrühter Wintereinbruch oder verspätete Bodenfröste nicht gleich das Aus bedeuten. Gleichwohl verfügt die Zitronenverbene über das Potenzial für eine erfolgreiche Überwinterung unter folgenden Konditionen:
  • Zitronenverbene Vor dem ersten Frost alle Triebe um 75 Prozent einkürzen
  • Im Winterquartier ist es dunkel, bei Temperaturen zwischen -2 und +5 Grad Celsius
  • In der Regel wirft die Pflanze ihr gesamtes Blätterkleid ab
  • Je heller die Lichtverhältnisse, desto wärmer die Raumtemperatur
  • Hin und wieder gießen
  • Keinen Dünger verabreichen
Im Frühjahr gewöhnen Sie die Zitronenverbene schrittweise an hellere Lichtverhältnisse, bis sie die volle Sonne verträgt. Parallel dazu erhöht sich die Menge des Gießwassers und die erste Gabe von Dünger erfolgt. Entfernen Sie alle Triebe, die den Winter nicht durchgestanden haben. Im Mai startet die Gewürzpflanze in die neue Saison mit einem ersten Austrieb.

Tipp: Zur Ernte wird stets der gesamte Trieb abgeschnitten, um die Blättchen abzuzupfen. Diese Umsicht fördert ein extra buschiges Wachstum.

Vermehrung

Von einer Pflanze, die so viel Freude bereitet, möchte jeder Gärtner gleich mehrere Exemplare kultivieren. Für die Vermehrung bieten sich verschiedene Vorgehensweisen an, die selbst für Anfänger keine Stolpersteine bergen:

Stecklinge

Befindet sich ein Zitronenstrauch während des Sommers im Zenit seiner Leistungsfähigkeit, lassen erfahrene Hobbygärtner diese Zeit nicht ungenutzt verstreichen. Werden jetzt Stecklinge geschnitten, entwickeln sich aus den kleinen Kraftpaketen innerhalb kurzer Zeit eigenständige Pflanzen. So gehen Sie dabei vor:
  • Der ideale Steckling ist halb verholzt, 10-12 Zentimeter lang und verfügt über mehrere Blätter
  • Die untere Triebhälfte entlauben und das Laub der oberen Hälfte halbieren
  • Kleine Töpfe füllen mit nährstoffarmer Erde, wie Torf-Sand oder Kokoshum
  • Jeweils einen Ableger so tief einsetzen, dass mindestens 1 Blattpaar zu sehen ist
  • Das Substrat anfeuchten und eine Plastikhaube überstülpen mit Holzstäbchen als Abstandhalter
Am halbschattigen Standort bewurzeln die Stecklinge bei Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius zügig. Das Substrat darf in dieser Zeit nicht austrocknen. Präsentiert die Nachzucht einen frischen Austrieb, während erste Wurzeln aus der Bodenöffnung wachsen, verläuft die Vermehrung erfolgreich. Die Abdeckung wird immer häufiger gelüftet, bis sie gänzlich weicht. Bis zum nächsten Frühling hat sich eine schöne Zitronenverbene entwickelt, die ab Juni eine aromatische Ernte liefert.

Absenker

ZitronenverbeneWer sich auskennt, macht sich erst gar nicht die Mühe, Stecklinge zu schneiden und zu pflegen. Zu Beginn des Sommers können alternativ einjährige Triebe als Absenker verwendet werden. Zu diesem Zweck ziehen Sie einen gesunden Zweig zu Boden, lockern dort die Erde auf und schaffen eine 10 Zentimeter tiefe Furche. Hier hinein legen Sie einen Teil des Triebes, graben ihn ein und fixieren ihn mit Steinen. Während die Mutterpflanze den Absenker weiterhin mit Nährstoffen versorgt, bewurzelt dieser im Erdreich. Im Herbst schneiden Sie die Jungpflanze ab und pflanzen sie in einen Topf für die Überwinterung. Gepflanzt wird die Zitronenverbene ab Mitte Mai.

Aussaat

Eine Aussaat der Samen ist während des ganzen Jahres möglich. Da im Winter aufgrund des Lichtmangels die Keimlinge häufig vergeilen, gilt das Frühjahr ab März/April als tauglicher Termin für diese Form der Vermehrung.
  • Eine Saatschale füllen mit magerem Substrat, wie ungedüngter Einheitserde
  • Die staubfeinen Samen mit Vogelsand mischen und ausstreuen
  • Die Lichtkeimer maximal 0,5 Zentimeter übersieben mit Sand oder Vermiculite
  • Besprühen mit Wasser und bedecken mit Glas oder Folie
Bis zur Keimung platzieren Sie die Aussaat am halbschattigen Fensterplatz bei 20 Grad Celsius. Pikiert werden die Jungpflanzen, wenn sie über 2 bis 3 echte Blattpaare verfügen.

Fazit

Der Zitronenstrauch rundet die kreative Pflanzenkomposition des Kräutergartens sinnvoll ab. Wenn seine zitronigen Duftwolken überall im Garten in die Nase steigen und die grünen Blättchen erfrischende Getränke und leckere Speisen schaffen, haben Sie alles richtig gemacht. Der Weg dorthin ist nicht schwer, denn Pflege und Vermehrung gehen leicht von der Hand. Ein sonniger Standort, eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung genügen einer Zitronenverbene vollauf. Stecklinge, Absenker und Samen liefern weitere Exemplare dieser herrlichen Duft- und Kräuterpflanze.