Bärlauch - Anbau und Rezepte

baerlauchÜber längere Zeit in Vergessenheit geraten, erlebte der Bärlauch in den letzten Jahren eine ungeahnte Renaissance. Vom Bärlauchaufstrich über Bärlauch-Pesto bis hin zu frischem Bärlauch in der gut sortierten Gemüseabteilung, ist alles in den Supermärkten unseres Landes vertreten. Wobei wir natürlich alle wissen: Selbst gemacht schmecktüs am besten...

Anbau

Aus der Gattung der Zwiebelartigen (allium) stammend, war der Bärlauch schon den Germanen und Kelten als Gewürz- und Heilpflanze bekannt und kommt heute wild in fast ganz Europa und Nordasien und kultiviert in vielen Hausgärten vor. Der

seltsame Name rührt von der Vermutung her, dass der Bärlauch die erste Nahrung der Bären nach ihrem Winterschlaf sei soll.
Die Pflanze ist vollständig essbar, es werden allerdings hauptsächlich ihre länglichen, spitz zulaufenden Blätter genutzt. In seiner Blütezeit im Frühjahr wird der Bärlauch zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch, er trägt seine weißen, sternförmigen Blüten auf einem geraden, aufrechten Stiel und ähnelt in seinem Geruch dem Knoblauch. Die Blätter erscheinen ab Februar, Blühzeit ist von April bis Juni, wobei mit der Blüte auch die Erntezeit endet. Hier ist zu beachten, dass eine spätere Ernte, etwa kurz vor der Blütezeit, der Pflanze weniger schadet, als eine frühe. Nach dem Abblühen zieht die Pflanze sich in die Erde zurück.
Der Bärlauch bevorzugt humose, lockere, feuchte Lehmböden im halb- oder vollschattigen Bereich des Gartens, z. B. unter Bäumen, Hecken oder Sträuchern; als Kaltkeimer müssen seine Samen eine Frostperiode durchlebt haben, bevor sie auskeimen können, er säht sich aber eifrig selbst oder mit Hilfe von Samen
tragenden Ameisen aus und gewährleistet somit eine ausreichende Verbreitung. Im Garten muss er manches Mal sogar von Hand eingedämmt werden, um nicht Überhand zu nehmen.

Verwendung

Doch der Bärlauch ist nicht nur eine wohlschmeckende Würzpflanze sondern entfaltet bei richtiger Verwendung auch ungeahnte Heilkräfte. Sowohl sein hoher Vitamin-C-Gehalt als auch seine magen- und blutreinigende Wirkung machen ihn für die Heilkunst besonders wertvoll. Auch bei Arteriosklerose, Verdauungsstörungen (Appetitlosigkeit, Durchfall, Blähungen) und Bluthochdruck oder als pflanzliches Antibiotikum kann der Bärlauch herangezogen werden.

Wichtig zu erwähnen wäre hierbei noch die Verwechslungsgefahr, der man beim Bärlauchsammeln im Wald ausgesetzt ist: Sowohl die Blätter des Maiglöckchens als auch der Herbstzeitlose sehen dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich und sind noch dazu äußerst giftig! Man kann aber leicht testen, welches Kraut man vor sich hat, indem man eines der Blätter mit den Fingern zerreibt ü nur die Bärlauchblätter verströmen dabei den charakteristischen Knoblauchduft. Allerdings bleibt der Geruch auf den Fingern haften und kann bei der nächsten Probe das Ergebnis verfälschen!
Zur Sicherheit gibt es aber noch andere Unterscheidungsmerkmale:
- Bärlauchblätter knicken leicht, während Herbstzeitlose und Maiglöckchen sehr elastische Blätter haben. Außerdem weisen die Blätter des Bärlauchs auf der Rückseite deutliche Rippen auf, die der anderen nicht.
- Das Maiglöckchen hat einen roten Stielansatz.
- Maiglöckchen zeigen 2-3 Grundblätter am kurzen Stiel, die Herbstzeitlose bildet mehrere Blätter an einem Stängel, während der Bärlauch langstielig ist und nur einzelne, wenn auch dicht nebeneinander wachsende Blätter besitzt.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Entgegen vielfältig vertretener Meinung steht Bärlauch in Deutschland nicht unter Naturschutz. Man kann ihn also getrost im Wald sammeln, sollte allerdings immer darauf achten, blühende Pflanzen stehen zu lassen um so den Forbestand des Bärlauchs auch

in Zukunft zu sichern.