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Beifuss / Beifuß
Kräuter und Gartenkräuter - Kräuter / Gartenkräuter / Gewürze

Beifuss / Beifuß

Der Beifuss (Artemisia vulgaris) wird auch Jungfernkraut, Schoßkraut Besenkraut, Sonnwendkraut und Weiberkraut genannt. Er wächst wild an Geröllrändern und Wegrändern bis zu 2 Meter groß. Da er eher unscheinbar aussieht mit seiner dunklen Blattfarbe und den unauffälligen Blüten, wird er meist kaum wahrgenommen. Er hat einen harten Stängel mit vielen Seitenausläufern. Die Blätter sind doppeltgefiedert oben dunkelgrün, auf der Unterseite weißlich und leicht verfilzt. Optisch ähnelt er dem Wermut, schmeckt aber lange nicht so bitter. Der Beifuss gehört zur Familie der Korbblütler und ist über die ganzen nördlichen Gebiete der Erde verbreitet. Da Beifuss auch Johanniskraut oder Sonnwendkraut ...
heißt, wurde, er am 22.06, am Tag der Birke, der Sommersonnenwende, am kräftigsten Tag des Jahres, von den Frauen Gürtel geflochten und dann in das Johannesfeuer geworfen. Diesem Räucherwerk wurde dann eine reinigende und stärkende Wirkung zugeschrieben, gleichzeitig sollte es schützen vor bösen und krankmachenden Einflüssen. Auch im Liebeszauber des Altertums hat Beifuss eine zentrale Rolle.

Anbau und Ernte
Beifuss kann als Samen und Jungpflanzen gekauft werden. Die Samen sollte man im Zimmer oder im Frühbeet vorziehen und nach den Eisheiligen ins Freie pflanzen. Auch eine vegetative Vermehrung ist möglich. Beifuss hat keine besonderen Ansprüche an den Boden bzw. den Standort, da er eine so genannte Pionierpflanze ist. Diese siedeln sich immer zuerst an und bereiten den Boden auf eine weitere Besiedelung vor. Es werden ausschließlich die oberen Triebspitzen verwendet, und zwar, solange sie noch geschlossen sind. Denn sobald sich die Blätter öffnen, eignen sie sich nicht mehr zum Würzen in der Küche, sie schmecken dann sehr bitter.

Verwendung:
Die noch geschlossenen Blätterspitzen werden frisch oder getrocknet in der Küche als Gewürzpflanze zu fetten und schweren Fleischgerichten verwendet. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und unterstützen so die Verdauung. Bei müden Beinen und Füßen hilft Beifuss, dem man in Öl angesetzt hat. Dazu reibt man die müden Beine und Füße ein und spürt schon recht bald eine belebende Wirkung. Er beruhigt auch das Nervensystem, dazu trinkt man einen Tee kurz vor dem Schlafengehen oder nimmt ein Beifusskissen mit ins Bett. Zusammen mit Lavendel und Baldrianblüten, mit dem man das Kissen füllt, schläft man tief und fest beim beruhigenden Wohlgeruch. Der Beifuss hat auch eine sehr gute wärmebildende Eigenschaft, darum hilft er bei Unterleibs- und Blasenkatarrhen, chronischen Eierstocksentzündungen und Ausfluss. Auch wirkt er menstruationsfördernd und entkrampfend. Achtung: Aufgrund dieser Tatsache nicht bei Fieber in der Schwangerschaft, insbesondere nicht in der Frühschwangerschaft verwenden! Früher nutze man diese Wirkung um die Wehentätigkeit anzuregen, daher auch der Name Schoßkraut.

von Gabriele Sinzig-Freese
 


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