Sommer- und Berg-Bohnenkraut anbauen - Pflege-Tipps


BohnenkrautSommer- und Bergbohnenkraut (Satureja hortensis und Satureja montana) sind aus unseren Küchen nicht wegzudenken. Die kräftigen Gewächse sind nicht mit den Bohnenpflanzen selbst verwandt, sie bringen nur den Geschmack nach Bohnen mit. Sommerbohnenkraut gilt als milder, beide Sorten können leicht im Garten selbst gezogen werden. Hier erklären wir Ihnen, wie das ganz einfach geht.

Bohnenkraut (Satureja) gehört für jeden Koch unbedingt zur Grundausstattung des Gewürzregals. Es kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Man unterscheidet zwischen Sommer- und Bergbohnenkraut, wobei das Sommerbohnenkraut

als milder gilt. Im Garten sind beide Sorten leicht zu kultivieren und erweisen sich als ausgesprochen pflegeleicht. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie das beliebte Gewürz ganz einfach selbst ziehen und pflegen können.

Substrat und Boden

Der Boden sollte locker und humusreich sein, Staunässe ist zu vermeiden. Sommerbohnenkraut ist eine einjährige Pflanze, wird als Samen ausgebracht und kann direkt auf die Erde gestreut werden. Die Samen nicht mit Erde bedecken, denn die winzigen Körnchen sind Lichtkeimer, im Dunkeln gehen sie nicht auf. Außerdem haben die jungen Pflänzchen noch nicht genug Kraft, um die auf ihnen lastenden Erdkrumen beiseite zu schieben. Mit einer Gießkanne mit Brauseaufsatz vorsichtig angießen. Die winzigen Samen sollten nicht zu dicht ausgebracht werden, man rechnet etwa 50 Körner auf den Meter, alternativ können die Samen flächig ausgebracht werden. Sollten Sie gleich mehrere Reihen anpflanzen wollen, halten Sie bitte einen Abstand von 30 bis 35 cm ein, so dass Sie noch zwischen den Reihen laufen können. Das ausgesäte Sommerbohnenkraut wird nach der Keimung vereinzelt, es braucht etwa 15 bis 20 cm Abstand zwischen den Pflanzen.

Bergbohnenkraut ist eine mehrjährige Staude, die ähnliche Anforderungen an die Kultivierung stellt, es wird im Handel als Pflanze im Topf angeboten und kann daher leicht in den Garten gesetzt werden. Es ist winterhart und benötigt keine spezielle Pflege.
  • Blütezeit Juli bis Oktober
  • Keimdauer des Samens 2 - bis 3 Wochen
Tipp - Alternativ zur Aussaat kann auch Sommerbohnenkraut als Kräutertöpfchen im Handel erworben und nach draußen in den Garten gesetzt werden.

Standort

Blüte von BohnenkrautSonnig und warm soll es sein, wobei auch Halbschatten angenommen wird. Für Bergbohnenkraut sollte der Abstand zwischen den Pflanzen etwa 25 cm betragen.  
  • stickstoffreicher Boden begünstigt die Kultivierung
  • in einer Kräuterspirale sollte Sommer- wie auch Bergbohnenkraut weit oben wachsen
  • die Pflanzen entwickeln in der Sonne mehr Aroma
  • die Kräuter sind anspruchslos und benötigt keine besondere Pflege
  • grundsätzlich vertragen beide Sorten eher trockenen Boden als Nässe
  • lässt sich als reine Zierpflanze in den Garten pflanzen, z. B. als Lückenfüller im Staudenbeet
Pflanzentipps

Das einjährige Sommerbohnenkraut benötigt bis zur Ernte kaum Aufmerksamkeit. Wer das Blattwachstum zusätzlich anregen will, kann das tun, indem vor der Blüte die Stängel um einige Zentimeter beschnitten werden. Das erzeugt einen neuen Wachstumsschub, der später bei der Ernte für mehr Ertrag bei den Blättern sorgt.

Beim mehrjährigen Bergbohnenkraut, auch Winterbohnenkraut genannt, ist es notwendig, die Pflanze einmal im Jahr zurückzuschneiden. Das geschieht im Herbst und muss mit einer scharfen Gartenschere oder einem scharfen Messer erfolgen. Stumpfe Klingen quetschen die Stängel. Das gilt übrigens
für alle Pflanzen. Dabei sollten

Sie unbedingt darauf achten, dass der Schnitt nicht bis in das Holz hineingeht, etwa 5 cm über dem Boden ist richtig. Verletzungen am Holz mag die Pflanze gar nicht und kann darauf reagieren, indem sie eingeht.
  • beide Kräuter lassen sich während der ganzen Saison schneiden und frisch verwenden
  • für Salat können auch einzelne Blätter gepflückt werden
  • die stärkste Würzkraft entwickelt sich kurz vor der Blüte
  • probieren Sie aus, welche Sorte Ihnen besser schmeckt
  • Bergbohnenkraut gilt als stärker, es besitzt einen pfeffrigem Geschmack, vorsichtig dosieren
Tipp - Auch die Blüten sind essbar, das Aroma unterscheidet sich ein wenig vom Kraut selbst. Benutzen Sie die Blüten zusammen mit den Blüten von Kapuzinerkresse, Salbei und Borretsch für die essbare Dekoration von Salaten. Sie werden positiv überrascht sein.

Gießen und Düngen

Beide Kräutersorten kommen in der Regel mit dem normalen Niederschlag aus, Gießen ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Entgegen der landläufigen Meinung dürfen auch Bohnenkrautpflanzen gedüngt werden. Hier ist allerdings der organische dem mineralischen Dünger vorzuziehen. Satureja benötigt nur wenig Unterstützung, daher ist etwas Kompost im Frühjahr völlig ausreichend. Er löst sich auf und wird von den Pflanzen langsam aufgenommen, so ist auch die Gefahr einer Überdüngung nicht gegeben. Beim Winterbohnenkraut können einige Hornspäne in den Aushub gegeben werden

Vermehren

Das mehrjährige Winterbohnenkraut lässt sich mühelos durch Teilung vermehren. Dazu wird die Staude ausgegraben und mit dem Spaten oder einem scharfen Messer geteilt. Die Jungpflanze kommt an ihren neuen Platz, das alte Gewächs wieder in das bisherige Pflanzloch.

Bergbohnenkraut kann auch durch Stecklinge vermehrt werden. Sie schneiden einen jungen Trieb ohne Holz ab, befreien den unten Teil des Stecklings von den Blättern und stellen ihn einfach in ein Glas mit Wasser. Schon nach wenigen Tagen werden sich erste zarte Wurzeln zeigen.

Bohnenkraut erntenSommerbohnenkraut ist frostempfindlich und wird zu Anfang des Winters absterben, wenn es nicht bereits geerntet ist. Daher muss es im kommenden Frühjahr neu ausgesät werden.
Grundsätzlich ist die Kultivierung von Bohnenkraut im Garten kein Problem, selbst Anfänger kommen gut damit zurecht, was auch an der unkomplizierten und pflegearmen Anzucht liegt.

Tipp - In manchen Gärtnereien oder auch auf Märkten finden Sie, wenn Sie Glück haben, das iranische oder das zitronenduftende Bohnenkraut. In Kombination mit den beiden hier kultivierten Sorten erhalten Sie ein ungewöhnlich intensives Geschmackserlebnis in ihren Salaten, Kräuterdips oder herzhaften Quarkspeisen.

Ernte und Verwendung

Beide Kräutersorten werden am besten kurz vor der Blüte geerntet. Dazu werden die Stängel dicht über dem Boden abgeschnitten und im Ganzen zum Trocknen kopfüber aufgehängt. Dabei sollten die Stiele nicht geknickt oder zu eng geschnürt werden. Am besten werden sie als Büschel mit etwas Bast zusammengebunden und im Keller oder in der Garage luftig aufgehängt. Erst nach dem Trocknen sollten Sie die Blätter abstreifen. Die Aufbewahrung kann gut in Gläsern mit Schraubdeckeln oder Dosen erfolgen, grundsätzlich aber sollte Bohnenkraut, wie fast alle getrockneten Kräuter, dunkel aufbewahrt werden.
  • ein Aufguss hilft gegen Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen
  • bei akutem Durchfall Bohnenkraut mit etwas Wasser schlucken
Tipp - Für herzhafte Gerichte können kleine Büschel Kraut mitgekocht werden. Sie sollten aber vor der Fertigstellung des Gerichts entfernt werden, weil sonst der Geschmack zu intensiv wird. Lose, getrocknete Blätter können zu diesem Zweck in ein Kochsäckchen oder auch ein Teefilter gefüllt werden. Das erleichtert das Entfernen.

Krankheiten und Schädlinge

Beide Kräutersorten sind relativ unempfindlich gegenüber Schädlingen und Erkrankungen. Sollten sich doch einmal Blattläuse, wie zum Beispiel die Schwarze Bohnenblattlaus, zeigen, können die mit einem scharfen Wasserstrahl entfernt werden. Nur selten tauchen Pilzerkrankungen wie falscher Mehltau oder Rost auf. Dann muss allerdings die befallene Pflanze sofort entfernt und im Hausmüll vernichtet werden.

Fazit

Bohnenkraut sollte in keiner Küche fehlen, denn es ist als Gewürz unverzichtbar für eine Vielzahl an schmackhaften Speisen. Die problemlose Kultivierung von Sommer- und Bergbohnenkraut macht es auch Anfängern ganz leicht, jederzeit frische Kräuter zur Verfügung zu haben. Getrocknet sind die Kräuter auch im Winter gut zu nutzen. Es ist eine reine Geschmacksfrage, welche der beiden Sorten Sie bevorzugen. Am besten pflanzen Sie in einer Kräuterspirale beide Arten, zusammen mit zahlreichen anderen Kräutern wird Ihre Vitamin- und Gewürzversorgung bestens gesichert.