Borretsch anbauen - Aussaat, Pflege, Ernte und Trocknen

BorretschDie strahlend blauen Blütensterne der Borretschpflanze sind sehr dekorativ und fallen sofort ins Auge. Nicht nur uns Menschen, sondern auch den Bienen. An diesen hübschen Blüten und an dem unverwechselbaren Gurkenduft der Blätter ist der Borretsch sofort zu erkennen. Er samt sich sehr gern selbst aus und lässt sich für die Verwendung als Gewürz in der Küche sehr leicht anbauen. Er wird häufig auch zwischen Zierpflanzen kultiviert. Blätter und Blüten können zur Konservierung getrocknet werden.

Standort und Boden

Borretschpflanzen lieben

einen sonnigen, windgeschützten Standort mit lockerem, kalkhaltigem, feuchtem Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Sandig-lehmige Böden an halbschattigen Standorten sind auch noch in Ordnung, sofern sie nicht zu fest sind. Es sollte stets ein guter Wasserabzug herrschen. Gering durchlässige Böden müssen mit Zusätzen wie Perlit oder Quarzsand gemischt werden. Zu nährstoffhaltige Böden oder überdüngte Böden sind für den Borretsch nicht geeignet.

Aussaat

Im Frühbeet:
Borretsch kann bereits Ende Februar oder Anfang März im Frühbeet ausgesät werden. Die Aussaat erfolgt dabei in Reihen mit einem Abstand von ca. 15 Zentimetern. Da die Samen Dunkelkeimer sind, sollten sie mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt und leicht angedrückt werden. Schon nach ungefähr sechs bis sieben Tagen zeigen sich erste Keimlinge.

In Schalen:
Wer kein Frühbeet besitzt, kann den Borago officinalis auch in kleinen Schalen oder in einem Minigewächshaus auf der Fensterbank aussäen. Verteilen Sie die Borretschsamen gleichmäßig auf die Anzuchterde und geben eine Schicht Erde darüber. Drücken Sie die Erde leicht an und besprühen sie mit Wasser. Saatschalen bedecken Sie mit Folie oder Glasscheiben. Bei Minigewächshäusern ist gewöhnlich ein Deckel vorhanden. Stellen Sie die Gefäße an einen warmen Ort und gießen und lüften regelmäßig.

Auspflanzen ins Freie:
Vier Wochen später können die Jungpflanzen vorsichtig herausgenommen und an ihren endgültigen Standort im Freien ausgepflanzt werden. Nutzen Sie ein Pflanzholz oder eine schmale, kleine Schaufel zum Einpflanzen und gießen Sie die Borretschpflänzchen gut an.
Tipp: Lassen Sie einen Abstand von 30 Zentimetern zwischen jeder Pflanze, damit sie sich gut entwickeln können. Bei gutem Boden und guter Lage können manche Borretschpflanzen bis zu einem Meter und mehr in die Höhe wachsen. Dann sollten Sie allerdings angebunden werden, damit der Wind sie nicht umwehen kann.

Im Freiland:
Borretsch oder Liebäugelein oder Blaustern, wie ihn der Volksmund auch gern nennt, wird erst ab April bis Mitte Juni im Freiland ausgesät. Hier wird er in einem Abstand von 30 Zentimetern reihenweise gesät, später an Ort und Stelle vereinzelt und weitergepflegt. Die Blätter der spät ausgesäten Pflanzen können aber im Herbst schon den ersten Nachtfrösten zum Opfer fallen.

Topfkultur:
Wer den Borretsch gern in Töpfen, Trögen und Kübeln anpflanzen möchte, der sollte darauf achten, dass seine lange Pfahlwurzel mit ausgeprägten Ausläufern nicht eingeengt wird. Deshalb ist es ratsam sogenannte Rosentöpfe oder andere Gefäße mit zylindrischer Form zu verwenden.
Tipp: Achten Sie darauf, dass das Wasser im Topf immer gut ablaufen kann. Geben Sie am besten eine Drainageschicht aus Kies, grobem Sand oder Perlit auf eine Tonscherbe über dem Abzugsloch. Überschüssiges Wasser im Untersetzer muss immer ausgeschüttet werden!

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/>Gießen und Düngen
Pflanzennachbarn

Im Obst- und Gemüsegarten:
Stachelbeeren und Borretsch stimulieren sich gegenseitig im Wachstum und können deshalb sehr gut zusammen auf ein Bett gepflanzt werden. Borago officinalis eignet sich auch sehr gut als Pflanznachbar für:
Naturnahe Blumenbereiche:
Vor allem in naturnahen Gärten wird Borretsch gern mit Stauden, Zierpflanzen und verschiedenen Kräutern in ein Beet gepflanzt. Dort kann er sich auch selbst aussäen:
Ernte

Blätter:
Ab Mai können die fleischigen, behaarten Borretschblätter geerntet werden. Sie behalten ihre Würzkraft das gesamte Jahr über. Deshalb kann der Borretsch auch während der Blüte täglich geerntet werden. Am besten sind jedoch die jungen Blätter.

Blüten:
Von Ende Mai bis Anfang September bildet die Borretschpflanze sternförmige Blüten aus, die ihre Farbe im Laufe Ihrer Blütezeit von zartem Rosa nach strahlendem Blau verändern. Sie können die Blüten während der gesamten Blütezeit ernten.

Trocknen und Lagern

Blüten und Blätter des Himmelsterns, wie der Borretsch auch gern bezeichnet wird, werden schonend in Lagen bei ca. 40 °C getrocknet. Allerdings werden sie unterschiedlich aufbewahrt. Die Blätter werden in Stoff- oder Papiersäckchen aufbewahrt. Die Blüten werden laut Kräuterexperten in Gläsern gelagert.

Tipp: Wer mag, kann die gesamte Borretschpflanze zum Trocknen aufhängen und anschließend die Blätter und Blüten abnehmen. Das bietet sich an, wenn die Pflanzen sowieso vom Beet entfernt werden sollen, zum Beispiel nach Selbstaussaat.

In Öl oder Essig konservieren:
Wer seinen intensiven Geschmack beibehalten möchte, legt den Borretsch in Essig oder Öl ein. In Essig verlieren die Blüten allerdings ihre Farbe.

Verwendung in der Küche

Junge Blätter werden gern in Soßen, Salaten und Fischgerichten verwendet. Am bekanntesten ist der Borretsch in der klassischen Frankfurter grünen Soße, zu der insgesamt noch sechs weitere Kräuter gehören: Kresse, Pimpinelle, Schnittlauch, Sauerampfer, Kerbel und Petersilie. Im Sommer werden die Blüten gern als Dekoration in Eiswürfel eingefroren und in Eistee oder Schorle gegeben. Borretsch ist auch Bestandteil von schleimlösenden Kräuterteemischungen innerhalb der Volksheilkunde. Borretschsamenöl wird als Nahrungsergänzung sowie in der Kosmetik eingesetzt.

Tipp: Borretsch sollte allerdings sparsam verwendet werden, da er Pyrrolizidinalkaloide enthält.

Sorten

Borretsch blüht nicht nur in Blau. Es gibt ihn auch mit weißen Blüten.

Außerdem können Sie auch ausdauernden Borretsch in Ihrem Garten oder Haus ziehen. Sein botanischer Name ist Borago laxiflora. Er wird auch häufig als Bruchkraut bezeichnet. Er stammt wie die Petersilie aus Korsika und Sardinien und ist im Geschmack und der Verwendbarkeit dem einjährigen Borretsch gleichzusetzen. Er wächst jedoch etwas zierlicher und wird nicht so hoch. Auch seine Blüten sind kleiner. Die Sorte verfügt über einen leicht überhängenden Wuchs und ist daher gut für Töpfe und Balkonkästen geeignet. Wer von ihm die Blätter gern verwenden mag, zieht diese Borretschart lieber im Schatten oder Halbschatten groß. Denn im Schatten werden die Blätter zarter und weicher. Diese Borretschart verträgt Frost bis zu einer Temperatur von -10 °C.
Fazit:
Borretsch ist eine dekorative, krautige Blütenpflanze, die als Küchen- und Heilkraut Verwendung findet. Er wird vor allem gern in Mitteleuropa in Gärten angebaut, während er im Mittelmeergebiet heimisch ist. Auf Böden mit guter Wasserversorgung in sonniger Lage fühlt er sich am wohlsten. Ansonsten ist er eine eher anspruchslose Pflanze, die durch ihre Selbstaussaat auch problematische Standorte verschönern und begrünen kann. Die blauen oder weißen Blüten werden von Bienen und Hummeln gern besucht. Die Blüten sowie die Blätter können in der Küche verwendet werden. Borretsch ist aber auch ein wertvoller Helfer im Garten, da er sich hervorragend zur Gründüngung eignet. Denn seine langen und gut verzweigten Pfahlwurzeln hinterlassen eine feinkrümelige Bodenstruktur.