Sorten von Lavendel - ein- und mehrjährige Arten

Blühender Lavendel ist ein toller AnblickLavendel gehört zu den beliebtesten Pflanzen für den Garten und Balkon, ist einfach in der Pflege und bezaubert mit Duft, Blüten oder beidem zugleich. Während sich der eine aber ausdauernd hält, beginnt der andere bereits im frühen Herbst zu vergehen. Die Wahl für ein- oder mehrjährige Lavendel-Sorten ist entscheidend.

Die Wahl für eine ein- oder mehrjährige Lavendel-Art entscheidet nicht nur über die Lebensdauer der Pflanze, sondern auch über den notwendigen Aufwand. So sind die einen recht

genügsam und  können nahezu sich selbst überlassen werden, während die anderen einige Maßnahmen in Anspruch nehmen müssen, um auf Dauer zu gedeihen.

Von der Auswahl bis zur Überwinterung - das passende Vorgehen ist nicht nur für Anfänger in der Gartenpflege wichtig für den Erfolg.

Ein- oder mehrjährig?

Obwohl sich die Bezeichnungen beim Lavendel hartnäckig halten, gibt es tatsächlich ausschließlich mehrjährige Sorten. Der Grund für die kurze Lebensdauer einiger Arten liegt schlicht in deren - nicht vorhandener - Frosthärte. Sie sind also nicht am Ende ihres Lebens angekommen, sondern erfrieren. Dem kann natürlich entgegengewirkt werden, indem die Pflanzen rechtzeitig zur Überwinterung ins Haus geholt werden. Wer diesen Aufwand nicht betreiben möchte, kann den Lavendel im Frühjahr ersetzen oder sich direkt für eine winterharte Sorte entscheiden.
Die einzelnen Lavendel-Sorten unterscheiden sich allerdings nicht nur in ihrer Kälteverträglichkeit.

Einjährige Sorten

Zu den Lavendel-Arten, die nicht winterhart sind, gehören:
  • Schopf-Lavendel
  • Oregano-Lavendel
  • Lavandula Intermedia
  • Speik-Lavendel
  • Woll-Lavendel
Allerdings gibt es hier Ausnahmen. So können einige neuere Zuchtformen durchaus dem Frost standhalten - also auch geschützt im Freien überwintert werden.

Schopf-Lavendel
Der Schopf-Lavendel hat etwas eigentümliche Blüten. Die hoch über der Pflanze sitzenden Blütenähren wirken durch den fedrigen Besatz so, als säßen jederzeit winzige Schmetterlinge auf ihnen. Der von ihnen ausgehende Duft ist frisch, würzig und kann an Kampfer erinnern.
Der Schopf-Lavendel kann als Strauch oder Hochstamm gezogen werden.

Botanische Zeichnung des SchopflavendelsOregano-Lavendel
Ebenfalls etwas ungewöhnlich ist der Oregano-Lavendel. Seine Blätter sind verzweigt und breit, was ihn in starkem Kontrast zu anderen Lavendel-Sorten setzt. Der Duft weicht ebenfalls ab und liegt nahe an dem von - dem namensgebenden - Oregano.

Lavandula Intermedia
Bei dem Lavandula Intermedia handelt es sich um eine Mischform aus Speik-Lavendel und Echtem Lavendel. Das Erscheinungsbild ist insgesamt gerade und zart. Die Blüten können weiß, rosa oder violett gefärbt sein. Einige Sorten sind winterfest und wintergrün.

Speik-Lavendel
Der Speik-Lavendel kann sehr große Ausmaße annehmen und verströmt einen intensiven, zuweilen scharfen, Duft. Dieser bringt nicht nur Frische in den Garten, er hält Schädlinge auch von dem Speik-Lavendel und umstehenden Pflanzen fern.   

Woll-Lavendel
Der Woll-Lavendel wächst eher breit als hoch, kann aber immerhin Höhen von 75 cm erreichen. Während das silbrige Kraut buschig und dicht in seiner Erscheinung ist, stehen die zarten Blüten vereinzelt über dem Grün. Von ihnen und den Blättern geht ein süßlicher, aromatischer Duft aus.

Winterfeste Sorten

Lavendel-Sorten, die zumindest winterfest sind - also mit einem Schutz im Freien überwintern dürfen - sind:
  • Strauch-Lavendel
  • Garten-Lavendel
  • Provence-Lavendel
  • Echter Lavendel oder Lavandula Angustifolia
Echter Lavendel kommt in der Regel sogar ohne Schutz aus, ist also winterhart.

Strauch-Lavendel
Der Strauch-Lavendel kommt mit

einem entsprechenden Schutz gut im
Freien über den Winter - und das ist auch gut so. Denn mit einer Höhe von bis zu 1,80 Meter benötigt er reichlich Platz.

Garten-Lavendel
Der Garten-Lavendel ist eine Bienenweide, die mit ihrem intensiven Duft auch menschliche Nasen erfreut. Er kann eine Höhe von etwa 40 cm erreichen, die Blüten werden sogar bis zu 60 cm hoch. Besonders schön anzusehen ist bei ihm der Kontrast zwischen dunklen Kelchblättern und zart getönten Blüten.

Nicht alle Lavendel überstehen den WinterProvence-Lavendel
Der Provence-Lavendel gehört ebenfalls zu den Intermedia Arten und ist daher nur mit ausreichend Schutz winterfest. Bei ihm finden sich ebenfalls verschiedene Blütenfarben. Der Wuchs ist schlank und filigran.

Echter Lavendel
Als einzige Lavendel-Art findet sich der Echte Lavendel mittlerweile auch als wilder Wuchs in heimischen Gärten. Er sät sich teilweise selbst aus, übersteht Winter im Freien ohne Schutz und hat einen eher herben als süßen Duft. Zudem ist er besonders pflegeleicht.

Standort

Lavendel benötigt in aller Regel einen sonnigen Standort, an dem es jederzeit möglichst warm ist. Eine Stelle vor der Südwand des Hauses oder ein Balkon auf dem sich die Wärme staut, werden gut vertragen. Schutz vor Wind und ungebremster Witterung sicher das Gedeihen.

Substrat

Beim Substrat sollte für den Lavendel eine nährstoffarme Variante gewählt werden. Gut geeignet ist Kräutererde, die mit Sand oder Kies und Gartenkalk aufgelockert wird.

Gießen

Während der Lavendel sogar pralle Sonne an heißen Tagen gut aushält, reagiert er ausgesprochen empfindlich auf Staunässe und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Bei dem Gießen sollte also Vorsicht walten. Dafür kann ruhig frisches Leitungswasser verwendet werden, an dem Kalkgehalt stört sich der Lavendel nicht.

Düngen

Bei der Düngung unterscheiden sich die verschiedenen Lavendel-Sorten. Wer die Pflanzen ohnehin als einjährige Pflanze zieht, muss gar nicht düngen. Werden sie hingegen überwintert oder sind winterfest, sollte im Frühjahr eine zusätzliche Nährstoffgabe erfolgen.
Ideal sind Kompost und Kalidünger.

Zur Lavendel-Pflege gehört der RückschnittVerschnitt

Der Verschnitt ist wiederum verschieden. Mehrjährig kultivierte Lavendelsorten sollten jährlich im Frühling verschnitten werden. Durch diese Maßnahme wird ein kompakter Wuchs sichergestellt. Dabei sollte nur etwa ein Drittel in der Länge eingekürzt werden, um die Pflanze nicht unnötig zu belasten. Ältere Lavendel dürfen bis zu zwei Drittel verschnitten werden. Vertrocknete, verwelkte oder beschädigte Triebe sind jederzeit zu entfernen.

Überwinterung

Als einjährig gehändelte Lavendel-Sorten benötigen ein Winterquartier, wenn sie auch im kommenden Jahr noch durch ihren Duft bestechen sollen. Geeignet ist ein heller, kühler Raum, in dem mindestens 5 °C herrschen. Die genaue Temperatur richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Sorte. Dazu sollten die Pflanzen hin und wieder sparsam gegossen werden, um ein vollständiges Austrocknen zu verhindern. Arten, die draußen stehen, sind durch Gartenvlies und Bambusmatten zu schützen. Eine vollständig lichtdichte Abdeckung ist aber nicht empfehlenswert, da der Lavendel unter dem fehlenden Licht leidet.

Typische Schädlinge und Krankheiten

Aufgrund seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen sind Schädlinge an dem Lavendel gar nicht zu befürchten. Aufseiten der Krankheiten finden sich lediglich Fäulnis und Pilzinfektionen. Diese kommen aber nur zustande, wenn der Lavendel zu feucht steht. Ein geeigneter Standort und angepasstes Gießverhalten sind daher die beste Vorbeugung.

Häufige Fragen
  • Eignet sich der Lavendel zum Verzehr? - Ob der Lavendel zum Kochen und Backen geeignet ist, hängt von der Sorte ab. Unbedenklich und eine ausgefallene Zutat zugleich sind die Blüten des Echten Lavendels und Woll-Lavendels.
  • Ist der Lavendel giftig für Tiere? - Teile des Lavendels und dessen Öl können je nach Sorte durchaus giftig sein. Haustiere und Kinder sollten ihn daher nicht verzehren dürfen.
  • Wie alt kann Lavendel werden? - Bei guter Pflege und geeigneter Überwinterung kann Lavendel ein Alter von zehn Jahren erreichen.
Wissenswertes zu Lavendelarten in Kürze

Einjährige Lavendelarten
  • Alle Lavendelsorten sind ausdauernde Gewächse, die bei guten Bedingungen mehrjährig wachsen können.
  • Allerdings gibt es unter ihnen Arten, die den mitteleuropäischen Winter im Freien nicht überdauern, so dass man sie als einjährig bezeichnen kann.
  • An einem frostfreien Platz im Winter bleiben aber auch sie länger als ein Jahr lang erhalten.
  • Im Freien sterben sie jedoch ab, so dass sie im kommenden Jahr neu ausgesät oder durch neue Pflanzen vom Gartenfachhandel ersetzt werden müssen.
  • Zu ihnen zählen: Oregano-Lavendel, Schopflavendel, Lavandula Intermedia, Speik-Lavendel und Woll-Lavendel.
Mehrjährige Lavendelsorten
  • Bei den mehrjährigen Lavendelgewächsen handelt es sich zumeist um Halbsträucher, die im Laufe der Zeit von unten her verholzen.
  • Mit 1-2 kräftigen Rückschnitten im Jahr lässt sich verhindern, dass sie am mehrjährigen Holz allzu sehr verkahlen.
  • Zu den bekanntesten Lavendelsorten gehören: Garten-Lavendel, Provence-Lavendel, Strauch-Lavendel und Echter Lavendel.

Bildquelle: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera 1885.