Frauenmantel - Anbau, Pflege und Verwendung

Blätter von FrauenmantelDer Frauenmantel (Alchemilla) gehört zur Familie der Rosengewächse und erhielt seinen Namen aufgrund der mantelförmigen Blätter.

Merkmale

Die Wuchshöhe der Pflanze richtet sich nach ihrem Standort. Zuweilen erreicht sie deshalb nur wenige Zentimeter, kann aber auch höher als dreißig Zentimeter werden. Der Frauenmantel verfügt über eine stark verholzte Wurzel, die sich schräg oder waagerecht liegend im Boden befindet.

Zwischen Mai und September leuchtet ein reichblütiger Blütenstand in Gelb, der durch seinen leicht käseähnlichen Geruch vor allem Käfer und

Wanzen anlockt.

Nach der Blüte bildet er kleine Früchte, die Nüsschen, aus, durch die er sich sehr stark vermehren kann.

Verbreitung

In fast ganz Europa, im östlichen Nordamerika, in Grönland und Asien ist der Frauenmantel heimisch. Er wächst bevorzugt auf nassen, fetten Wiesen und Weiden, auf Schutt- und Brachflächen, auf Feldern, in lichten Wäldern und Gebüschen.

Anbau

Frauenmantel bevorzugt feuchten, nährstoffreichen Boden und sonnige bis halbschattige Standorte. Erhält er ideale Standortbedingungen, breitet er sich schnell aus und bedeckt kahle Flächen.

Deshalb ist eine Pflanzung in Nachbarschaft zu
  • Vergissmeinnicht,
  • Schleierkraut,
  • Storchschnabel,
  • Schafgarbe und
  • Polsterglockenblume
empfehlenswert. Auch als Rosenbegleiter sorgt er für Abwechslung und bereichert den Garten.
Alle genannten Pflanzen benötigen ähnliche Standortbedingungen und ergeben in Gemeinsamkeit ein dekoratives Bild.

Der Frauenmantel wird in Abständen zwischen zwanzig und dreißig Zentimetern eingepflanzt. Dazu nutzt man eine Schaufel und ein Pflanzholz.

Nachdem mit der Schaufel ein Pflanzloch vorbereitet wurde, setzt man die Pflanze bis zu den Keimblättern in die Erde, füllt das restliche Loch mit Erde auf und drückt sie fest. Anschließend wird das Pflanzholz im Abstand von etwa zwei Zentimetern in die Erde gesteckt und leicht in Richtung der Pflanze bewegt. Dieser Vorgang stellt sicher, dass die Wurzeln von ausreichend Erde umgeben sind. Dadurch kann die Pflanze besser Nährstoffe und Wasser aufnehmen.

Zur Vermehrung können ältere Wurzelstöcke problemlos im Frühjahr oder Sommer mittels eines scharfen Messers geteilt und erneut eingepflanzt werden.

Es empfiehlt sich, den Boden vor der Pflanzung mit verrottetem Stallmist oder Kompost aufzuwerten, da der Frauenmantel dann sehr üppig gedeiht. Außerdem sollte er insbesondere nach der Pflanzung regelmäßig gewässert werden.

Blüte des FrauenmantelsFrauenmantel neigt dazu, sich durch Selbstaussaat stark auszubreiten, sodass von vornherein ein Standort gewählt werden sollte, an dem er sich ungehindert ausbreiten kann.

Pflege

Der Frauenmantel gilt nur als bedingt winterhart. Wird er in sehr rauen Lagen kultiviert, an dem lange und starke Fröste zu erwarten sind, sollte er einen Winterschutz aus Laub und Reisig erhalten.

Im Frühjahr empfiehlt es sich, verrotteten Kompost oder Stalldung auszubringen. Auch das Mulchen liefert reichlich Nährstoffe und sorgt zudem
dafür, dass die Feuchtigkeit besser gespeichert wird. Je mehr Nährstoffe der Frauenmantel erhält und je kontinuierlicher der Wasserhaushalt geregelt wird, desto üppiger gedeiht der Frauenmantel und bildet dichte Laubteppiche aus.

Insbesondere in langen Trockenperioden muss der Frauenmantel reichlich gewässert werden. Insbesondere Arten mit weichen Blättern neigen jedoch zu Mehltaubefall und Rostpilzen. Deshalb sollte möglichst nicht das Laub einer ständigen Feuchtigkeit ausgesetzt werden, da sonst der Befall vor allem durch

Mehltau begünstigt werden kann. Es ist daher empfehlenswert, in den frühen Morgenstunden zu wässern, damit die Feuchtigkeit durch die wärmere Tagesluft und Sonneneinstrahlung besser abtrocknen kann. Eine Mulchschicht speichert zudem die Feuchtigkeit, sodass dann nicht täglich gegossen werden muss.

Breitet sich der Frauenmantel zu stark aus, kann mithilfe einer Wurzelsperre Abhilfe geschaffen werden. Wurzelsperren bestehen meist aus Kunststoff und werden in die Erde eingelassen.

Die Verbreitung durch eine Selbstaussaat kann nur eingedämmt werden, in dem Jungpflanzen ausgerissen werden.

Verwendung

Aufgrund der enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe findet das Kraut des Frauenmantels Anwendung in der Volksheilkunde. Wegen des Gerbstoffgehalts wird es bei Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere bei Blähungen und Durchfällen, eingesetzt. Auch die äußerliche Anwendung bei schlecht heilenden Wunden sowie als Badezusatz ist zum Teil gebräuchlich.

Wissenswertes

Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist auch bekannt unter den Namen Löwenfußkraut, Marienkraut, Herbstmantel, Frauentrost und Frauenbisskraut.

Der zu der Familie der Rosengewächse zählende Frauenmantel ist in Europa und Asien weit verbreitet, es existieren rund 300 verschiedenen Arten, die sehr schwer zu unterscheiden sind. Der Frauenmantel ist eine mehrjährige Pflanze, die wohl wegen den halbkreisförmigen Blättern an einen Umhang, also einen Mantel erinnern. Der lateinische Name kommt von der experimentellen Welt der Alchimie. Mittelalterliche Alchimisten versuchten wohl aus dem Frauenmantel mystische Essenzen herzustellen. Dem Frauenmantel werden aber seit jeher verschiedene Heilkräfte zugeschrieben. Die Wurzel ist verholzt, die Vermehrung erfolgt über Samen. Die Blüte ist blass hellgrün bis blass gelb mit doldigen Rispen und sieht bezaubernd aus im heimischen Kräutergarten. Die Pflanze enthält die Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Glykoside, Phytosterin und Bitterstoffe.

Frauenmantel in der Geschichte, Aberglauben und der Heilkunde

Bei den Germanen war der Frauenmantel eine heilige Pflanze. Sie gehörte zu Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Nachts sammelt sich auf den Blättern des Frauenmantels Guttationstropfen. Diese Flüssigkeit solle „ältere Weiber in der Zustand der Jungfräulichkeit versetzen.“ Darum ranken sich viele Geschichten, auch schon in der Antike war der Frauenmantel ein Wunderkraut. So, laut den Überlieferungen, soll man Frauenmantel in Regenwasser legen, der Schmied das glühende Eisen darin kühlen und die Frauen ihre „heimliche Orte“ damit waschen. Dies würde wiederum zur Jungfräulichkeit führen. Die Druiden sammelten dieses Pflanzenwasser auch, und es diente zur rituellen Reinigung bei kultischen Handlungen. Die Pflanze soll gegen Blitzschlag schützen. Darum wurden Frauenmantelkränze an Fenstern, Türen und Dachfirsten angebracht.
In der Heilkunde ist der Frauenmantel hauptsächlich in der Frauenheilkunde bekannt. Er soll helfen bei eitrigen Wunden, Geschwüren, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrbeschwerden, Kopfschmerzen, Nierenschwäche, Blähungen, Durchfall, Ödeme, Lidrandentzündungen und Mund- und Rachenentzündungen. Die getrockneten Blüten, zu Tee aufgegossen, lindern Unterleibskrämpfe. Im Alpenraum wird das Kraut auch heute noch verzehrt, weil die darin enthaltenen Phytosterine die Potenz erhalten.

In der Kosmetik

Frauenmantel-Kräutermaske, bei normaler Haut.
3 EL Weizenkeime mischen mit 1 EL Honig. Einen konzentrierten Aufguss Frauenmantel aus 1 EL gehacktem Frauenmantel und 15cl kochendem Wasser. Den Aufguss abkühlen lassen und 1 El unter die anderen Zutaten mischen. Maske auftragen und 20 Minuten einwirken lassen, mit lauwarmen Wassern das Gesicht reinigen, mit kaltem Wasser spülen und vorsichtig trocken tupfen. Diese Maske ist anregend und erfrischend.