Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist auch bekannt unter den Namen Löwenfußkraut, Marienkraut, Herbstmantel, Frauentrost und Frauenbisskraut.
Der zu der Familie der Rosengewächse zählende Frauenmantel ist in Europa und Asien weit verbreitet, es existieren rund 300 verschiedenen Arten, die sehr schwer zu unterscheiden sind. Der Frauenmantel ist eine mehrjährige Pflanze, die wohl wegen den halbkreisförmigen Blättern an einen Umhang, also einen Mantel erinnern. Der lateinische Name kommt von der experimentellen Welt der Alchimie. Mittelalterliche Alchimisten versuchten wohl aus dem Frauenmantel mystische Essenzen herzustellen. Dem Frauenmantel werden aber seit jeher verschiedene Heilkräfte zugeschrieben. Die Wurzel ist verholzt, die Vermehrung erfolgt über
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Samen. Die Blüte ist blass hellgrün bis blass gelb mit doldigen Rispen und sieht bezaubernd aus im heimischen Kräutergarten. Die Pflanze enthält die Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Glykoside, Phytosterin und Bitterstoffe.
Anbau und Ernte: Der Frauenmantel ist eine genügsame Pflanze und wächst nahezu überall. Die Pflanze wächst gerne, vermehrt sich über viele Jahre und erreicht bei guten Bedingungen eine Höhe von bis zu 50 cm. Zur Heilkunde sammelt man die Rispen während der Blüte, als von Mai bis September.
Frauenmantel in der Geschichte, Aberglauben und der Heilkunde Bei den Germanen war der Frauenmantel eine heilige Pflanze. Sie gehörte zu Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Nachts sammelt sich auf den Blättern des Frauenmantels Guttationstropfen. Diese Flüssigkeit solle „ältere Weiber in der Zustand der Jungfräulichkeit versetzen.“ Darum ranken sich viele Geschichten, auch schon in der Antike war der Frauenmantel ein Wunderkraut. So, laut den Überlieferungen, soll man Frauenmantel in Regenwasser legen, der Schmied das glühende Eisen darin kühlen und die Frauen ihre „heimliche Orte“ damit waschen. Dies würde wiederum zur Jungfräulichkeit führen. Die Druiden sammelten dieses Pflanzenwasser auch, und es diente zur rituellen Reinigung bei kultischen Handlungen. Die Pflanze soll gegen Blitzschlag schützen. Darum wurden Frauenmantelkränze an Fenstern, Türen und Dachfirsten angebracht. In der Heilkunde ist der Frauenmantel hauptsächlich in der Frauenheilkunde bekannt. Er soll helfen bei eitrigen Wunden, Geschwüren, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrbeschwerden, Kopfschmerzen, Nierenschwäche, Blähungen, Durchfall, Ödeme, Lidrandentzündungen und Mund- und Rachenentzündungen. Die getrockneten Blüten, zu Tee aufgegossen, lindern Unterleibskrämpfe. Im Alpenraum wird das Kraut auch heute noch verzehrt, weil die darin enthaltenen Phytosterine die Potenz erhalten.
In der Kosmetik Frauenmantel-Kräutermaske, bei normaler Haut. 3 EL Weizenkeime mischen mit 1 EL Honig. Einen konzentrierten Aufguss Frauenmantel aus 1 EL gehacktem Frauenmantel und 15cl kochendem Wasser. Den Aufguss abkühlen lassen und 1 El unter die anderen Zutaten mischen. Maske auftragen und 20 Minuten einwirken lassen, mit lauwarmen Wassern das Gesicht reinigen, mit kaltem Wasser spülen und vorsichtig trocken tupfen. Diese Maske ist anregend und erfrischend.
von Gabriele Sinzig-Freese
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