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Die am meisten verbreitete, einjährige Gartenkresse (Lepidium sativum) stammt vermutlich aus dem vorderen Orient. Ihre Samen wurden schon in alten Pharaonengräbern gefunden. Auch von den Griechen und Römern wurde sie geschätzt und Karl der Große förderte ihren Anbau.
Neben der Gartenkresse wird in der Küche auch das Pfefferkraut (Lepidium latifolium) verwendet und bei der Brunnenkresse (Nasturtium offinicale) besteht nur eine gewisse Ähnlichkeit im Namen, jedoch keine enge Verwandtschaft.
Gartenkresse schmeckt roh beißend scharf und der Geschmack erinnert an Senf und Rettich,
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was am Gehalt an Senfölglykosiden liegt. In der Küche werden vor allen Dingen die Keimlinge verwendet, die eine Woche nach der Aussaat geerntet werden können. Lepidium sativum ist eine richtiggehende „Vitaminbombe“ und hat einen hohen Gehalt an Vitamin C, außerdem Eisen, Kalzium, Folsäure und Vitamin B1. Dieses Vitamin wird auch als „Nervenvitamin“ bezeichnet. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln und nach einer großen nervlich seelischen Belastung kann B1 bewirken, dass man sich schneller wieder erholt. Außerdem ist es ein unverzichtbarer Baustein für fast alle Enzyme, mit denen unser Körper Kohlenhydrate spaltet.
Gartenkresse wirkt erfrischend bei Frühjahrsmüdigkeit und soll die Produktion roter Blutkörperchen anregen. Und in größeren Mengen genossen soll sie das Herz stärken, Haarausfall vermindern und Kopfschmerzen sowie Zahnfleischbluten lindern.
Da frisches Obst und Gemüse im Winter seltener zu bekommen sind, eignet sich die Gartenkresse besonders hervorragend im Winter zur Nahrungsergänzung und zur Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.
Kresse wird meistens auf kleinen Schalen, Tellern oder Kästen nur auf Watte gezogen. An einem hellen Ort können die Kressesamen das ganze Jahr über gezogen werden. Nach neun Tagen sind die Pflänzchen eine handbreit hoch und erntereif. Man streift evtl. auf den Blättern haftende Samenhülsen mit der Hand ab und schneidet die Pflänzchen büschelweise mit einer Küchenschere ab.
Selbst als lebende Tischdekoration kann die Kresse verwendet werden. Neben den Keimblättern können auch die Blätter der ausgewachsenen Pflanzen gegessen werden. Wenn man die Gartenkresse im Garten haben möchte: Sie kann nach den Eisheiligen ausgesät werden, wobei die Samen nicht mit Erde bedeckt, sondern nur angedrückt werden. Während der Keimphase darf der Boden nicht austrocknen. Kresse liebt zwar reichlich Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Man sollte darauf achten, dass die Kresse nicht gleich wieder an derselben Stelle ausgesät wird, da durch Wurzelausscheidungen in den Boden das Wachstum behindert wird.
Kresse zieht Erdflöhe an. Diesen Umstand kann man dazu nutzen, eine Mischkultur (Rettichen, Möhren, Salat, Salbei) von Erflöhen freizuhalten. Auf keinen Fall sollte man Rucola mit Kresse säen bzw. pflanzen, die beiden mögen sich nämlich gar nicht. Wie wird die Gartenkresse in der Küche verwendet? Sie passt zu grünen und gemischten Salaten, Spargel- und Tomatensalat sowie Eiersalat. Ganz klassisch macht sie sich natürlich gut im Kräuterquark zusammen mit anderen Frühlingskräutern und auch für klare Suppen ist sie sehr gut geeignet. Überhaupt kann man sie überall anstatt der Brunnenkresse verwenden und wie Petersilie ist sie eine würzige Dekoration für kalte Platten.
Auch als lebende Tischdekoration findet sie Verwendung. Allerdings hat die Gartenkresse einen intensiven Geschmack, sodass sie in der Regel nur mit Grundgewürzen kombiniert werden sollte.
von Annett Biermann
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