Heilpflanze Johanniskraut bei Neurodermitis und Depressionen

Das uralte Heil- und Zauberkraut ist in ganz Europa heimisch. Es leuchtet uns an sonnigen Weg- und Waldrändern entgegen, wächst aber ebenso auf trockenen Wiesen und kargen Äckern. In der Natur findet man verschiedene Johanniskrautarten, aber das echte Kraut (Hypericum perforatum) erkennt man an den auffällig büscheligen Staubblättern und den im durchscheinenden Licht perforiert wirkenden  Blättern -  weswegen es auch manchmal simpel „Löcherkraut“ genannt wird. Diese „Löcher“ sind in Wirklichkeit kleine Hohlräume, die ätherisches Öl beinhalten. Zerdrückt man jedoch die Blüten zwischen den Fingern so tritt der Wirkstoff Hypericin, das so genannte „Johannisblut“ aus. Unsere

Vorfahren verstanden dies als Fingerzeig der Natur – und setzten das Kraut als Heilmittel gegen Blutungen ein. Tatsächlich empfiehlt die Heilpflanzenkunde Johanniskraut auch heute noch in Form von Tinkturen zur Wunddesinfektion. Aber selbst in der Schulmedizin ist die Wirksamkeit der Pflanze mittlerweile unumstritten und längst gilt sie als weltweit anerkanntes Heilmittel. Die einzig bekannte Nebenwirkung ist eine höhere Lichtempfindlichkeit – daher nicht vor dem Sonnenbad anwenden!

Der Inhaltsstoff Hypericin ist es auch, der verantwortlich ist für den milden, antidepressiven und stimmungsaufhellenden Effekt, der speziell dann geschätzt wird, wenn sich im nahenden Herbst die trüben und grauen Tage aufs Gemüt schlagen. Es ist, als gäbe dieser rote Farbstoff in der dunklen Jahreszeit ein wenig die Sommersonne zurück! Alle Johanniskrautpräparate sind in Apotheken oder Drogerien erhältlich, aber wir verraten Ihnen Rezepte zum Selbermachen, mit denen sich so manch seelischer und körperlicher Schmerz verbannen oder zumindest mildern lässt.

Johanniskrauttee: einen Teelöffel getrocknete Blüten mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrühen. Zugedeckt einige Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Genuss von zwei bis drei Tassen täglich wird empfohlen. Die Wirkung dieses sanften Aufputschmittels ist allerdings erst nach

ca. zwei Wochen spürbar. Nach längerer Einnahmezeit ist aber unbedingt eine mehrwöchige Pause einzulegen.

Auch Johanniskrautwein macht gute Laune und stärkt die Nerven: Eine Hand voll frische Johanniskrautblüten mit einem Liter trockenen Weisswein übergiessen und eine Woche auf die Fensterbank stellen. Öfters gut durchschütteln, nach einer Woche durch ein Tuch filtern und täglich mittags und abends einen Esslöffel davon einnehmen.

Ebenso einfach lässt sich schmerzlinderndes Johanniskrautöl herstellen: 50 gr. Blüten und Knospen in ein sauberes Glas füllen und mit einem halben Liter Olivenöl übergiessen. Mit einem Tuch bedecken und eine Woche lang auf ein Fensterbrett in die Sonne stellen. Danach das Glas verschliessen und für weitere sechs Wochen an der Sonne stehen lassen, dabei täglich gut durchschütteln.  Zum Schluss sorgfältig abseihen und das mittlerweile rubinrote Öl in kleine dunkle Fläschchen füllen. Kühl aufbewahrt eignet es sich als Einreibemittel bei Hexenschuss und Neuralgien, hilft aber auch bei Sonnenbrand, Brandwunden und Quetschungen.

Wer einen Kräutergarten besitzt kann selbstverständlich  Johanniskraut dazu pflanzen. Gönnen Sie ihm den sonnigsten Platz. Wie die meisten Kräuter schätzt es lockere, durchlässige, nährstoffarme Erde. Seine „Lieblingsnachbarn“ sind Lavendel und Salbei. Will man die Pflanzen selber aussäen muss man damit im zeitigsten Frühjahr beginnen, da es sich hierbei um so genannte Kaltkeimer handelt. Die Erntezeit beginnt, wenn sich die meisten Blüten geöffnet haben - das ist meist so um den 24. Juni, dem Johannistag, mit welchem auch wahrscheinlich das Heilkraut in sprachlicher Verbindung steht…Man schneidet die Stängel – am besten vormittags - knapp über dem Boden ab und hängt die Heilpflanze büschelweise zum Trocknen auf.

Und

noch eine Besonderheit hat das Kraut zu bieten: Legt sich eine Frau in der Mittsommernacht einen Bund Johanniskraut unter das Kopfkissen, dann soll ihr im Traum ihr zukünftiger Liebhaber erscheinen...

Erwähnte ich nicht anfangs, es sei auch ein Zauberkraut???