Thymian - Pflege, Schneiden, Überwintern, Trocknen
Thymian ist eine reichlich blühende und immergrüne Polsterstaude, die als Gewürz und Beetbepflanzung ihren Einsatz findet. Thymian legt sich fest an Steine oder den Boden an und verströmt bereits, wenn man auf ihn tritt ...einen angenehmen Geruch.
Pflege des Thymian
Die Gewürzpflanze bevorzugt ein sonniges Plätzchen und ist daher für heiße und trockene Lagen besonders gut geeignet. Der Boden sollte trocken, durchlässig und sandig sein. Der Thymian fühlt sich bei einer Düngung mit etwas Humus und Kalk besonders gut. Überhaupt nicht vertragen kann er allerdings Staunässe.
Thymian ist ein sog. Lichtkeimer, d.h. bei der Aussaat sollte keine Erde auf die Samen aufgebracht werden. Empfehlenswert ist die Aussaat zunächst in kleinen Schalen, die nicht abgedeckt werden sollten, im März. Die Keimzeit beträgt rund vier Wochen, sodass spätestens Mitte Mai der Thymian ausgepflanzt werden kann. Alternativ dazu kann man Ende April, Anfang Mai eine Aussaat auch im Freiluftbeet vornehmen.
Die Vermehrung von Thymian erfolgt aber nicht nur durch die Aussaat oder durch Stecklinge, sondern auch durch Anhäufen der Triebe, durch Absenker oder durch die Teilung.
Da Thymian aber eine immergrüne Pflanze ist, kann er das ganze Jahr über, so ...
auch während der Blütezeit, frisch geerntet werden. Möchte man sich einen Vorrat für den Winter anlegen, sollte man ihn im Sommer, kurz vor der Blüte, ernten. Als Vorrat für die Winterzeit werden ganze Zweige abgeschnitten und zu Bündeln zusammengefasst. Die Bündel werden dann kopfüber zum Trocknen aufgehängt.
Möchte man Thymian frisch verwenden, empfiehlt es sich, ein Drittel bis die Hälfte eines Zweiges abzuschneiden. Dies geschieht am besten am Vormittag, wenn der Tau langsam verdunstet ist, da der Thymian zu dieser Zeit das stärkste Aroma hat.
Muss man Thymian schneiden?
Wie andere Pflanzen auch, muss der Thymian ab und zu zurück geschnitten werden. Im zeitigen Frühjahr werden hierzu ältere Pflanzenteile abgeschnitten. Alternativ kann man auch nach der Blütezeit die Pflanze um etwa zwei Drittel zurückschneiden. Grundsätzlich sollte man alle drei bis vier Jahre die Pflanze erneuern, denn alte Pflanzen verholzen und verlieren an Würzkraft.
Überwintern - beim Thymian ein Kinderspiel
Thymian gilt als vollkommen winterhart bzw. frosthart und ist daher nicht nur eine tolle Gewürzpflanze für den heimischen Garten, sondern auch ein toller immergrüner Bodendecker. So müssen für die Überwinterung keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden. Handelt es sich jedoch um einen Thymian aus dem Süden, ist im Winter ein Frostschutz, beispielsweise aus Fichtenreisig, erforderlich.
Alternativ dazu kann auch eine Übersiedlung in die Wohnung erfolgen. Dies geschieht am besten, wenn im Herbst die Witterung umschlägt.
Daneben sollte man wissen, dass ab Mitte August der Thymian nicht mehr gedüngt und auch nicht mehr geschnitten werden sollte. So kann das Kraut ausreifen. Im Frühjahr sollte man dann das alte Holz zurückschneiden. Daneben sollte man alle zwei bis drei Jahre eine Teilung vornehmen, denn so kann man den Thymian verjüngen.
Trocknen - so konserviert man Thymian
Während die meisten Gewürze aus dem heimischen Garten frisch ihr Aroma am besten in Speisen und Salatdressings entfalten können, hat der getrocknete Thymian die dreifache Gewürzkraft wie frischer.
Das Trocknen erfolgt am besten im Schatten an einer luftigen Stelle. Im Anschluss werden die getrockneten Blätter vom Holz entfernt und luftdicht aufbewahrt. Konservieren kann man Thymian aber auch, indem man ihn in Essig einlegt oder einfach einfriert.
Fazit - Thymian der Alleskönner
Thymian kann als Gewürz und auch als Pflanze, beispielsweise in einem Steingarten, verwendet werden. Man muss jedoch an dieser Stelle wissen, dass er sehr stark Bienen und Hummeln anzieht. Leben also kleinere Kinder oder Allergiker im Haushalt, sollte man sich den Standort des Thymians sehr genau überlegen.
Auch als Wegeinfassung ist diese Pflanze sehr gut geeignet. Es gibt sehr viele verschiedene Thymianarten, sodass man ihn auch gut in einem Duftgarten ansiedeln kann. Thymian kann auch als natürlicher Pflanzenschutz eingesetzt werden, denn er wirkt gegen Insekten, Kohlweißling, Läuse, Wildverbiss und Schnecken. Zudem bekämpft er Viren und Bakterien auf Blättern, weshalb er häufig auch als schützende Randpflanze seinen Einsatz findet.
Im Körper wirkt Thymian bei der Verdauung von fetten Speisen und kann auch Mundgeruch unterdrücken. In der Küche rund um das Mittelmeer wird kaum auf dieses Gewürz verzichtet und so findet es bei Bohnengerichten, Braten und Eierspeisen, Fisch, Fleischgerichte aller Art, Grünkohl und Hackbraten seinen Einsatz. Unentbehrlich ist Thymian auch bei Pizza, Salaten und in Marinaden.
Aus einem Teelöffel Thymian kann man zudem einen Tee aufgießen, der Husten lindert, schleim- und krampflösend, sowie stark desinfizierend, harn- und blähungstreibend wirkt. Bei Halsbeschwerden kann ein solcher Aufguss als Gurgelmittel eingesetzt werden.
Damit bleibt nur eines zu sagen: Thymian ist der absolute Allrounder und sollte in keinem Kräutergarten fehlen.
- Kräutersalz selber herstellen - Rezept, selbst gemacht
- Kräutertopf bepflanzen
- Gedächtnispflanze "Brahmi" - Pflege & Schneiden
- Liebstöckel (Levisticum officinale)
- Zinnkraut, Acker-Schachtelhalm
- Heilpflanze Johanniskraut bei Neurodermitis und Depressionen
- Breitwegerich (Plantago major)
- Sonnenhut, Echinacea und Rudbeckia fulgida
- Der Kräutergarten auf dem Balkon - Tipps zum Anbau
- Enzian - Gentiana Lutea
Unsere Heimwerker- und Garten-Newsletter informieren Sie über alle Neuigkeiten auf Hausgarten.net: Praxistipps, aktuelle Themen, Gutscheine & mehr!