Echter Gewürzstrauch - Pflege, Vermehrung und Schneiden

Echter Gewürzstrauch - Pflege, Vermehrung und Schneiden

Den Echten Gewürzstrauch sieht man viel zu selten in Hausgärten, meist wird er in Parkanlagen oder Duftgärten angepflanzt. Dabei gibt er mit seinen rot-braunen Blüten und dem glänzenden, frischgrünen Laub einen attraktiven Blickfang. Vor allem wegen seines würzigen Duftes in den Abendstunden ist er ein interessanter Strauch.

Am besten wirkt der Echte Gewürzstrauch als Solitärgehölz, aber auch mit anderen Sträuchern oder mit Stauden lässt er sich gut kombinieren.

Allgemeines zum Echten Gewürzstrauch

Der Echte Gewürzstrauch kommt aus Nordamerika und zählt zur Familie

der Gewürzstrauchgewächse, die mit den lorbeerartigen Sträuchern verwandt sind. Oft wird der Strauch auch "Carolina Nelkenpfeffer" genannt, seine botanische Bezeichnung dagegen lautet Calycanthus floridus. Der aufrecht wachsende, breitbuschige Strauch kann bis zu drei Meter hoch werden und ist daher ideal als Solitärgehölz. Wirkt aber auch gut in kleinen Gruppen und in niederen Staudenbeeten. Inmitten des dichten, frischgrünen Laubes erscheinen die magnolienartigen kleinen Blüten an den neuen Kurztrieben. Mit ihrer kräftigen rot-braunen Farbe leuchten sie aus dem Laub.

Die Blütezeit des Echten Gewürzstrauches dauert von Ende Mai bis Juli. Aber nicht nur wegen der attraktiven Blüten ist der Strauch beliebt, sondern hauptsächlich wegen seines Duftes. Während die Blüten vor allem in den Abendstunden einen feinen Erdbeerduft verströmen, riecht die Rinde der Zweige nach Gewürznelken und Zimt. Die getrocknete Rinde kann auch als Zimtersatz verwendet werden. Allerdings in kleinen Mengen, da der Strauch leicht giftig ist. Eventuell ausgebildete Früchte, was in unseren Breitengraden seltener ist, sind ebenfalls giftig. Der Echte Gewürzstrauch ist ein Zierstrauch.

Standort und Bodenansprüche des Gewürzstrauchs

Sträucher sind langjährige Begleiter im Garten. Wenn sie erst einmal eingewachsen sind, ist die Pflege leicht. Für den Echten Gewürzstrauch sollte als Standort ein geschützter, sonniger bis leicht schattiger Platz gewählt werden. Je mehr Sonne der Gewürzstrauch bekommt, desto besser bilden sich die Blüten aus. Die Bodenansprüche sind normal. Durchlässiger, humoser Gartenboden, dem etwas Dünger oder Kompost beigemischt wird, eignet sich am besten. Bestehende Pflanzungen erhalten im zeitigen Frühjahr eine Düngergabe. Mit einer Mulchschicht versehen, braucht man den Echten Gewürzstrauch weniger düngen und wässern. Nur wenn die Sommer heiß und trocken sind, ist zusätzliches Wässern notwendig.

Echten Gewürzstrauch pflanzen

Grundsätzlich können junge Gewürzsträucher vom zeitigen Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist, bis zum Spätherbst gepflanzt werden. Die idealste Zeit ist jedoch der Herbst, dann kann der Strauch noch gut anwachsen und im Frühjahr ohne Verzögerung austreiben. Angeboten werden in Baumschulen,
Gärtnereien und Gartencentern wurzelnackte Sträucher, in Containern oder ballierte, bei denen der Wurzelballen mit Ballenleinen umwickelt ist. Der Vorteil von Container- und Wurzelballenpflanzen ist, dass man sie fast das ganze Jahr über pflanzen kann. Gründliches Wässern vor dem Pflanzen ist bei allen drei Arten wichtig. Das ausgehobene Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß sein wie das Wurzelwerk. Die Aushuberde wird mit Kompost oder etwas Hornspänen vermischt und um den Strauch herum eingefüllt. Danach festtreten und angießen.

Echten Gewürzstrauch vermehren

Gehölze vermehren ist gar nicht so schwierig, allerdings erfordert es etwas Geduld. Am einfachsten geht es mit Stecklingen. Auch beim Echten Gewürzstrauch ist diese Art der Vermehrung ideal. Benötigt werden dazu:
  • ein Mini-Gewächshaus

    oder eine größere Plastiktüte
  • ein Blumentopf gefüllt mit Anzuchterde
  • eine scharfe Gartenschere
Ab Juli können die Stecklinge geschnitten werden. Geeignet sind neue, schon leicht verholzte Triebe. Von diesen trennt man die Triebspitzen mit einer Länge von 10-15 cm etwa 0,5 cm unter einem Auge mit einem glatten Schnitt ab. Danach werden die unteren Blätter entfernt und die Stecklinge in den Topf mit der Erde gesteckt. In der oberen Hälfte muss mindestens ein Blattpaar stehen bleiben, damit die Photosynthese zur Bewurzelung erfolgen kann. Die Erde gut anfeuchten und den Topf in das Minigewächshaus stellen oder eine Plastiktüte darüberstülpen. An einen warmen, nicht sonnigen Platz stellen und gleichmäßig feucht halten. Nach etwa vier Wochen beginnt die Bewurzelung. Ist der Topf dann gut durchwurzelt, kann ausgepflanzt werden. In frostgefährdeten Regionen ist es jedoch empfehlenswert, die jungen Pflanzen erst im Frühjahr ins Freie zu setzen. Die Vermehrung kann jedoch auch durch Absenker erfolgen. Dazu werden junge Triebe von der Mutterpflanze aus im Bogen in die Erde gelegt. Die Triebspitze muss aus der Erde ragen. Nach der Bewurzelung wird der Absenker von der Mutterpflanze abgetrennt und an dem neuen Platz eingepflanzt.

Überwintern und Schneiden

Der Gewürzstrauch ist winterhart und verträgt Temperaturen bis zu -15 °C. Daher braucht er nur in besonders gefährdeten Regionen einen Winterschutz aus Schilf, Jute oder Vlies. Der Rückschnitt beim Echten Gewürzstrauch erfolgt im zeitigen Frühjahr, bevor der Strauch austreibt, und darf nicht zu radikal sein. Am besten wird nur ausgelichtet. Dabei werden abgestorbene, kranke und zu dicht stehende Triebe herausgeschnitten. Bei den dicht stehenden Trieben muss man darauf achten, dass nur ältere und verholzte herausgeschnitten werden. Bei einem "Rundum-Radikalschnitt" bringt der Strauch weniger Blüten. Übrigens: Schädlinge und Krankheiten sind bei diesem Gewürzstrauch nicht bekannt.

Wissenswertes zum Echten Gewürzstrauch in Kürze
  • ein attraktiver Strauch, mit einem fruchtigen und würzigen Duft
  • mit seinen rot-braunen leuchtenden Blüten ein ideales Solitärgewächs
  • bevorzugt einen hellen, sonnigen Standort, möglichst windgeschützt
  • pflegeleicht und winterhart, Rückschnitt einfach
  • gegen Schädlinge und Krankheiten ist der Echte Gewürzstrauch nicht anfällig
  • Staunässe sollte man tunlichst vermeiden
  • eine winterharte Pflanze, die es bis -20 °C aushalten kann
Der Calycanthus floridus wurde im Jahre 1726 erstmals von Nordamerika nach Europa importiert. Der Strauch gehört zu den Ziersträuchern. Er ist ideal für den Garten gedacht, da er sehr langsam wächst. - Möchten Sie Ihren Gewürzstrauch vermehren, da er Ihnen so gut gefällt? Oder möchten Sie Ihren wunderschönen Strauch gern in kleine Stecklinge weiterleben lassen? So ein Steckling ist auch ein sehr schönes Geschenk. Die Stecklinge sollten am besten im Hochsommer gezogen werden. Die Stecklinge mit Wurzeln in gutem Humusboden einpflanzen.