Storchenschnabeltee selber machen

Storchenschnabeltee selber machen

Der Storchenschnabel gehört zu den Pflanzen, die mehr können sollen als nur gut aussehen. Verschiedene Arten sollen auch heilen, der Storchenschnabel steht sogar im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu fördern.

tee2_flViele Gartenfreunde beherbergen Storchenschnäbel bereits als Steingarten-Pflanze oder Rabattenstaude in ihren Gärten. Der Storchenschnabel wächst aber auch wild in Mitteleuropa, rund 16 Arten besiedeln vor allem kalkreichen mageren Boden gerne. Bevor Sie aus dem Storchenschnabel im Garten Tee machen, sollten Sie jedoch erst einmal den richtigen Storchenschnabel identifizieren.

Welcher Storchenschnabel heilt?

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  • Zu Heilzwecken eingesetzt wird zunächst das Ruprechtskraut (Geranium robertianum). Es wird auch stinkender Storchenschnabel oder Stinkstorchschnabel genannt.
  • Vermutlich wurde das Ruprechtskraut in der Vergangenheit häufiger als andere Storchschnabelarten für medizinische Zwecke verwendet. Denn diese Art wurde höchstwahrscheinlich als Erste in den Gärten kultiviert: Historiker fanden die “Herba Roberti” schon in Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit erwähnte zum Beispiel Hildegard von Bingen das Ruprechtskraut. Es ist auch noch bekannt in der Heilkunde des 16. Jahrhunderts, wo es von Paracelsus, Hieronymus Bock und Tabernaemontanus erwähnt wird.
  • Diese Heilkundigen erwähnten aber auch den Blutroten Storchschnabel (Geranium sanguineum L.); ebenfalls bekannt für heilkundliche Verwendung ist G. maculatum (Amerikanischer oder Gefleckter Storchschnabel) und Geranium dissectum (Schlitzblättriger Storchschnabel).
  • Welche Pflanze genau jeweils eingesetzt wurde, ist also nicht mit Sicherheit nachzuvollziehen, auf jeden Fall wurden Storchenschnäbel früher in der Volksmedizin eingesetzt und werden heute in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Genutzt werden sollen dabei wohl die Gerbstoffe, die viele Storchenschnäbel enthalten. Sie wirken adstringierend und entzündungshemmend und werden eingesetzt zum Beispiel bei Durchfall, bei Mundschleimhautentzündungen oder als Teilbad bei nässenden Ekzemen.
Fragwürdige Wirkungen des Storchenschnabeltees

  • Storchenschnabeltee bzw. Storchenschnabeltinktur werden über die oben genannten Anwendungen hinaus noch für weiteren Einsatz empfohlen, der überwiegend als höchst fragwürdig angesehen wird. Unter anderem soll das Mittel bei unerfülltem Kinderwunsch
    helfen.
  • Seriöse Pflanzenheilkundige weisen jedoch darauf hin, dass es keinerlei fundierte Hinweise dafür gäbe, dass Storchenschnabeltee oder Storchenschnabeltinktur bei ungewollter Kinderlosigkeit helfen können. Weder gäbe es dokumentierte Fälle noch Erkenntnisse über Inhaltsstoffe, die eine solche Wirkung plausibel machen, kontrollierte Studien erst recht nicht. Die Befürworter versuchen meist auch überhaupt nicht, die Wirkung zu begründen, sondern weisen schlicht auf die Ähnlichkeit der Storchenschnabelfrüchte mit dem Storchenschnabel hin. 
  • Wer jedoch daran glaubt, dass der Storch etwas mit dem Kinderkriegen zu tun hat, für den mag ein solches Analogiedenken durchaus hilfreich sein. Zumal es Frauen gibt, die tatsächlich schwanger werden, nachdem sie mehrere Wochen lang Storchenschnabeltee getrunken haben. Vielleicht hat hier einfach eine Empfängnis auf dem Weg stattgefunden, wie die Natur ihn vorsieht. Vielleicht ist die Empfängnis aber auch durch die autosuggestive Wirkung des Storchenschnabelteetrinkens unterstützt worden.
tee4_flNamensverwirrung bzw. unterschiedliche Aussagen zur richtigen Pflanze
  • Wer lieber ausprobiert als zweifelt, steht immer noch vor der Schwierigkeit, den richtigen Storchenschnabel für den Kinder versprechenden Tee zu finden.
  • Wie immer, wenn mehrere Pflanzen einer Gattung ähnlich aussehen und ähnliche Namen haben, geht bei verschiedenen Rezeptangaben einiges durcheinander. So schreibt ein Rezept für empfängnisfördernden Storchenschnabeltee rotes Storchenschnabelkraut vor. Man solle auf keinen Fall violettblaues Storchenschnabelkraut, sondern immer das rote (Geranium Robertinaum) verwenden.
  • Geranium robertianum, wie es korrekt heißt, ist jedoch das Ruprechtskraut, und das ist

    Violett. Der Rote oder korrekt Blutrote Storchschnabel trägt den Namen Geranium sanguineum, und zu allen Überfluss blüht er sehr häufig ebenfalls ziemlich violett. Im Feldvergleich von 100 Pflanzen würde man wohl feststellen, das Geranium sanguineum mehr zu Rot tendiert als Geranium robertianum, aber bei einer Pflanze im Garten? 
  • Bei den in der Apotheke verwendeten Mischungen wird wohl überwiegend der stinkende Storchenschnabel verwendet. Wenn Sie herausgefunden haben, welchem Storchenschnabel Sie trauen, wird der Tee aus seinem Kraut wie folgt zubereitet:
Storchenschnabeltee selber machen
  • Ein Esslöffel des Krauts soll mit einem viertel Liter Wasser übergossen werden, dann zehn Minuten ziehen. Pro Tag werden für die Frau meist 2 bis 3 Tassen Tee empfohlen, auch der Mann soll den Tee mittrinken. Für ihn wird meist eine Tasse am Abend empfohlen.
  • Wie immer bei der Anwendung von Heilkräutern sollten Sie sich vorher mit dem Arzt besprechen und zu Beginn der Einnahme vorsichtig die Verträglichkeit testen.
  • Eine Variante des Storchenschnabeltees ist der Storchentee, der aus mehreren Heilkräutern gemischt wird, auch er soll bei Erfüllung des Kinderwunsches helfen. Diese Variante wird im Internet teilweise ebenfalls unter der Bezeichnung Storchenschnabeltee verbreitet.