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"Die Mischung aus allem macht’s!" - Tine Wittler im Interview

Einsatz in 4 Wänden zählt zu den gefragtesten Einrichtungs- und Wohnformaten, die das deutsche Fernsehen derzeit zu bieten hat.

tine-wittler-rtl-5Tine Wittler, die seit 2003 Wohnträume wahr werden lässt, stand ...



uns Rede und Antwort.
Worauf sich die Zuschauer von „Einsatz in 4 Wänden“ diesmal freuen können und wie Tine selbst wohnt, hat sie uns im Interview verraten.

Anika Pfefferkorn / Hausgarten.net

Am 18. Juli startet die neue Staffel von „Einsatz in 4 Wänden – Spezial“.  In der letzten Staffel wurden oftmals Messie-Häuser  renoviert.  Gibt es in der aktuellen Staffel einen thematischen Schwerpunkt? Was erwartet die Zuschauer?


Tine Wittler: Generell bleiben wir unserem Konzept treu – never change a running system. Wir helfen in dieser Staffel aber nicht nur Menschen, die Probleme haben, ihrer Sammelwut Herr zu werden, sondern auch Brandopfern. Auch haben wir ein kleinwüchsiges Paar beim Bau ihres eigenen Traumhauses begleitet – das war Neuland. ...





Tine,  Sie sind studierte Kultur- und Kommunikationswissenschaftlerin. Hätten Sie sich zu Beginn Ihrer Karriere ausmalen können, als gefragte Wohnexpertin mit „Einsatz in 4 Wänden“  anhaltend hohe Einschaltquoten zu erzielen? Wie kam es, dass Sie die Moderation der Sendung übernommen haben und was begeistert Sie am Format?

Ich wollte immer schon Journalistin werden, arbeitete als festangestellte Redakteurin für BRAVO TV bei der MME, jener Produktionsgesellschaft, die bis heute auch für „Einsatz in 4 Wänden - Spezial“ verantwortlich ist. Irgendwann kam der Tag, an dem dort die “BRAVO TV Wohnpolizei” ins Leben gerufen wurde. Ich war zuständig dafür – nicht nur als Redakteurin, sondern als Inneneinrichterin und Handwerkerin noch dazu. 200 Mark hatten wir damals als Budget für die Umgestaltung von Jugendzimmern. Da war Improvisation alles, das war Rock’n’Roll. Aber sehr lustig! Ich weiß noch, wie ich mit dem Kameramann zusammen verzweifelt an Ytong-Steinen rumsägte, um daraus ein Möbelstück zu bauen. Da musste jeder mit ran! Die “BRAVO TV Wohnpolizei” lief ziemlich gut – die Quotenkurve ging immer steil nach oben, wenn diese Fünfzehnminüter liefen. Gleichzeitig hatte bei der MME ein Entwicklungsleiter angefangen, der in Großbritannien Sendungen wie “Changing Rooms” kennen- und liebengelernt und die Vision hatte, etwas Ähnliches auch in Deutschland zu realisieren. Ich habe dann mit ihm gemeinsam an der täglichen Version von “Einsatz in 4 Wänden” gearbeitet – bis ich im Dezember 2003 gekündigt wurde, weil BRAVO TV wegfiel. Ich war schon ein halbes Jahr weg vom Fenster und hatte mich gerade als Autorin selbstständig gemacht – da rief die MME mich an und bat mich um meine Teilnahme am Casting. Und irgendwie wollten sie mich dann tatsächlich. Jetzt läuft „Einsatz“ schon seit 8 Jahren erfolgreich. Manchmal wundere ich mich selbst darüber, wie das alles gelaufen ist.

tine-wittler-rtl-3Es gibt mittlerweile zahlreiche TV-Formate, die sich mit Bau-, Einrichtungs- und Wohnfragen beschäftigen. Was unterscheidet Ihrer Ansicht nach  „Einsatz in 4 Wänden - Spezial“ von Sendungen mit ähnlichem thematischen Schwerpunkt?

„Einsatz in 4 Wänden“ vereint einfach alles, was eine fesselnde Sendung braucht: Praktische Tipps, packende Geschichten und Schicksale, gute Unterhaltung, verblüffende Vorher-Nachher-Effekte. Ich denke, es ist genau diese Mischung, die „Einsatz in 4 Wänden - Spezial“ so erfolgreich macht.

Sie besuchen hin und wieder Paare und Familien, die bei „Einsatz in 4 Wänden - Spezial“ dabei waren. Was würden Sie sagen:  Behalten die meisten Teilnehmer Ihrer Sendung den neuen Wohnstil bei?

Absolut. Wir sind oft verblüfft, wie sehr die Menschen ihr neues Zuhause hegen und pflegen, obwohl sie zuvor eher Probleme hatten, ihre eigenen vier Wände wohnlich zu gestalten. Für Viele ist ihr neues Zuhause auch gleichzeitig der Start in ein neues, geordneteres Leben. Das zu erleben, macht auch für das ganze „Einsatz“-Team glücklich.

Die Einrichtung ist immer auch ein Stück weit Ausdruck der Individualität des Einzelnen.  Inwieweit haben die beteiligten Familien die Möglichkeit, eigene Ideen bei der Umgestaltung einzubringen?

Selbstverständlich fragen wir vor der Umsetzung nach Vorlieben oder Wünschen. Allerdings können auch wir natürlich nicht zaubern – den Wunsch nach besonders viel Stauraum plus eine Sitzgarnitur mit acht Plätzen in einem 10-Quadratmeter-Zimmer können auch wir nicht erfüllen. 

Wenn Sie sich entscheiden müssten: welche Räume gestalten Sie am liebsten?

Die größte Herausforderung sind immer Räume, die in erster Linie besonders funktional sein und gut aussehen sollen – Badezimmer und Küchen.

Welche Schlagworte fallen Ihnen spontan ein,  wenn Sie an Ihr Zuhause denken?  Renovieren Sie die eigenen vier Wände selbst und wobei lassen Sie sich gern helfen?

Ich entwickle gern eigene Ideen – nicht nur für mein eigenes Zuhause, sondern zum Beispiel auch für meine kleine Bar „parallelwelt“ in Hamburg. Hierfür habe ich gerade neue Tische entworfen, die derzeit vom Tischler meines Vertrauens gefertigt werden. Generell verlasse ich mich bei der Umsetzung lieber auf Handwerksprofis.

tine-wittler-rtl-1Was war ihr teuerstes Möbelstück und geben Sie generell viel Geld für Einrichtungs- und Dekogegenstände aus?

Mein teuerstes Möbelstück war ein Sessel, den ich im Jahr 1997 in Hamburg aus zweiter Hand für nur 150 Mark gekauft habe – dann aber mit einem wunderschönen Stoff aus Paris beziehen ließ. Dieser Sessel begleitet mich seitdem und ist schon mehrfach mit mir umgezogen – und sieht immer noch aus wie neu. Generell finde ich, dass man nicht viel Geld für Dekoration ausgeben muss.

Was macht für Sie individuelles Wohnen aus? Wie lässt sich eine Wohnung bzw. ein Haus trotz wenig Geld kreativ einrichten?

Es lohnt sich, keine reinen „Stehhübschs“ zu kaufen, sondern bei Dingen, die man im Alltag benötigt, darauf zu achten, dass diese gut aussehen – dann brauchen sie nicht im Schrank verschwinden, sondern können auch zur Deko verwendet werden. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und schont den Geldbeutel. Dieses Prinzip setze ich auch in meiner eigenen Wohnaccesssoireskollektion von prallewelt.com um.

Getreu unserem Motto „Haus und Garten erleben“, richtet sich Hausgarten.net sowohl an Gartenfans als auch Heimwerker und Häuslebauer. Was präferieren Sie privat: modernes Wohnen inmitten der City oder das Häuschen am Stadtrand bzw. auf dem Land? Unterhalten Sie einen Garten?

Ich habe schon beides gehabt: Die Loftwohnung im Herzen Hamburgs und das Häuschen im Grünen. Alles hat seine Zeit, und momentan mag ich es eher ruhig und grün. Einen Garten habe ich auch – aber dieser ist sehr pflegeleicht angelegt, weil ich wenig Zeit habe.

Sie sind nicht nur als Wohnexpertin erfolgreich, auch als Betreiberin eines Mode- und Accessoirelabels, als Barbesitzerin und Buchautorin haben Sie sich einen Namen gemacht. Welches Projekt würden Sie als Ihre eigentliche Passion bezeichnen und wo sehen Sie sich schwerpunktmäßig in 10 Jahren?

Das Schöne ist ja gerade: Die Mischung aus allem macht’s! Von daher möchte ich auf nichts von all diesen Leidenschaften verzichten. Und ich arbeite hart dafür, dass all diese Dinge in meinem Leben bleiben und erfolgreich Bestand haben.

Vielen Dank für das Interview an Tine Wittler.

Bildnachweise:
Bild 1 (Portrait Tine Wittler): (c) RTL
Bild 2: (c) RTL / Axel Kirchhof
Bild 3: (c) RTL / Axel Kirchhof



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