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Orientteppich, Orientteppiche - Infos

Orientteppiche stammen, wie der Name schon sagt, aus dem Orient oder aus dem Morgenland, wie man es auch nennt. An Machart, Muster und Material lässt sich die Herkunft der Teppiche feststellen. Ursprüngliche stammen Orientteppiche aus Persien, Turkmenistan, ...



Afghanistan, Zentralasien und dem Kaukasus. Meist wird Schafwolle zur Herstellung verwendet. Die Stabilität eines solchen geknüpften Teppichs ist einem Schaffell ähnlich.

Orientteppiche werden hauptsächlich an vertikalen Knüpfstühlen hergestellt. Es gibt aber auch horizontale Modelle.  Je enger die Kettfäden beieinander liegen, desto dichter wird der Teppich.

Die Wolle stammt hauptsächlich von Merino-, Crossbred- und Cheviotschaf. Unterschiede in der Wolle ergeben sich durch die Rassen und die klimatischen Verhältnisse, unter denen die Tiere leben und deren Alter. Junge Schafe geben eine bessere Wolle.  Hochlandschafe geben die beste Wolle.

Nach Schafwolle ist Baumwolle das am häufigsten verwendete Material bei der Teppichherstellung. Besonders edel wirkt Mercerisierte Baumwolle. Durch ein Bad in kalter Natronlauge erhält sie einen Seidenglanz. Baumwolle nimmt allerdings schnell Schmutz an und der Flor tritt sich schnell zusammen. Die Teppiche sind etwas zur Zierde, nicht zum Nutzen.

Auch Seide wird für Orientteppiche verwendet. Zwar ist Seide nicht so elastisch wie Schafwolle, aber sie ist sehr strapazierfähig. Seide kann ...



sehr dünn versponnen werden. So erreicht man eine hohe Feinheit der Teppiche mit sehr hoher Knotendichte.

Wolle und Seide für Orientteppiche werden meist mit natürlichen Farben gefärbt. Grelle und schreiende Farben sind unerwünscht. Zarte, harmonische Töne sind gefragt.

Die Knüpfknoten der Teppiche sind verschieden, je nachdem, wo sie gearbeitet werden. Es gibt viele verschiedene davon, sowohl Einfach- als auch Doppelknoten. Entscheidend ist die Knotendichte. Die Feinheit der Orientteppiche hängt von der Knotenzahl pro Fläche ab. Sehr grob geknüpfte Teppiche haben 15.000 bis 25.000 Knoten, mittelfein geknüpfte 60.000 bis 120.000 Knoten, sehr fein geknüpfte schon 200.000 bis 400.000 Knoten. Das sind schon Unterschiede. Selten werden noch feinere Orientteppiche gearbeitet. An den feinen Teppichen arbeiten der Knüpfer oder die Knüpferin mehrere Jahre.
Die Muster der Teppiche richten sich auch in der Regel nach der Region, in der sie hergestellt werden. Jeder Ort und jedes Gebiet hat eigene Traditionen in Gestaltung und Qualität. Es gibt mehr als 10.000 Orte weltweit, die sich mit der Knüpferei von Teppichen beschäftigen.

Turkmenische Teppiche stammen aus Afghanistan, sind meist in rot und rotbraun gehalten. Meist wird Schafwolle verwendet. Die Muster sind breit angelegte mehrfache Bordüren. Im Hauptfeld findet sich eine Rosette (Göl). Edler und seidiger sind so genannte Buchara. Es wird Erstschurwolle verwendet. Bekannt sind Herati-Muster. Es handelt sich um Rauten in Kombination mit stilisierten Blüten in gleichmäßigen Rapporten.

Aus dem Iran stammen Perserteppiche (siehe Perserteppiche)
Kaukasische Teppiche stammen von den Turkmenen und den Aserbaidschanern. Die Motive und Farben sind sehr schön. Besonders schöne Vögel mit überlangen Schwanzfedern, Wolkenbänder, Rosenbouquets und Kriegsszenen gehören zu den Motiven.

Die meisten türkischen Teppiche stammen aus der Region von Istanbul und Hereke. Meist wird Wolle auf Baumwolle geknüpft. Die Muster sind persisch ohne festen Gebietsbezug. Die Teppiche werden meist für den Export hergestellt. Berühmt sind Reinseiden-Teppiche aus Hereke.  Sie gehören zu den teuersten Teppichen weltweit, weisen aber auch eine Knotendichte von mindestens 1.000.000 Knoten pro Quadratmeter aus.



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