* Wissenschaftlicher Name > Vespa crabro * Körpergröße > Königin bis zu 35mm, Arbeiterin 18-25mm, Drohn 21-28mm * Lebenserwartung > Arbeiterin 3 - 4 Wochen, Königin 1 Jahr * Ernährung der Brut > es werden Insekten erbeutet, daher wichtige Regulatoren im Naturgefüge * Ernährung der Arbeiterinnen > fast nur Kohlehydrate (Baumsäfte, Nektar, Fallobst, Honigtau) * Nestgründung > erfolgt Ende April / Anfang Mai; allein durch eine begattete Jungkönigin * Nistplatz > in
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Hohlräumen wie Baumhöhlen, Vogelnistkästen und auch Rollladenkästen * Nestgröße > 60 cm Länge, 30 cm im Durchmesser (je nach Platzangebot auch kleiner oder größer ) * Filialbildung > bei zu kleinen Nisthöhlen vermögen Hornissen eine Filiale zu gründen * Volksstärke > im Hochsommer 400 - 700 Individuen gleichzeitig * Paarung > Ende September / Anfang Oktober an schönen Herbsttagen * Überwinterung > nur die begatteten Jungköniginnen überwintern (einzeln) * Verhalten > erstaunlich friedfertige Tiere, die nie grundlos angreifen; Stich nur bei Verteidigung * Stich > Der Stich ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene, Drohnen haben keinen Stachel * Allergische Reaktionen nach einem Stich > treten nur bei etwa 2 -3% der Bevölkerung auf * Bestandsgefährdung > regional stark bedroht oder bereits ausgestorben * Schutz > Hornissen sind in Deutschland nach BArtSchV und BNatSchG besonders geschützt.
Lebenszyklus
Anfang Mai erwacht eine im Herbst des Vorjahres geborene und begattete Jungkönigin aus ihrem Winterschlaf. Der Frost konnte ihr wenig anhaben, denn sie hat im Holz eines morschen Baumes oder im Erdreich den Winter überstanden. Zuerst unternimmt sie nun Erkundungsflüge nach einem geeigneten Nistplatz und stillt ihren Hunger am Saft blutender Bäume; erste Beuteinsekten werden gefangen.
Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, sucht sie sich häufig eine Ersatzhöhle im menschlichen Siedlungsbereich. Solche gern aufgesuchten Nistplätze sind alte Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, Winterverkleidungen am Dach, aber auch Rollladenkästen und Nischen in Dachböden. Hier heftet sie hier zunächst einen kleinen Stiel aus selbstgefertigtem Baumaterial an die Decke der Nisthöhle und formt anschließend an dessen Ende die ersten sechseckigen Wabenzellen aus. An die ersten Zellen baut sie weitere an (max. 40-50), bald werden alle mit einem Ei belegt sein. Nach fünf bis acht Tagen entsteht daraus jeweils eine kleine Larve. Diese entwickelt sich über ein Puppenstadium zu einer Hornisse.
Alles für die Königin
Sobald die ersten fünf bis zehn Arbeiterinnen gegen Anfang Juli geschlüpft sind, fliegt die Königin immer seltener aus, denn alle anfallenden Aufgaben übernehmen jetzt nach und nach die Arbeiterinnen (auch Hilfsweibchen genannt). Diese Tiere sind deutlich kleiner (18-25mm) als die Königin (35mm), ihre Lebenserwartung beträgt nur etwa drei bis vier Wochen. Die gefährlichste Zeit für das Hornissenvolk ist jetzt überstanden, denn der Königin kann im Nest nur noch wenig zustoßen.
In der Zeit zwischen Mitte August und Mitte September erreicht das Hornissenvolk seinen Entwicklungshöhepunkt. Es kann dann 400 - 700 Tiere zählen; das Nest ist ca. 60 cm hoch. Die Königin ist in der Lage, ganz gezielt Eier zu entwickeln, aus denen nur noch Männchen (auch Drohnen genannt, Größe 21-28mm) und Jungköniginnen schlüpfen. Das Erscheinen der ersten Geschlechtstiere kündet bereits den Untergang des Hornissenstaates an. Die Arbeiterinnen vernachlässigen allmählich die alte Königin, sie wird nicht mehr richtig versorgt. So verlässt sie schließlich das Nest und stirbt mit einem Lebensalter von etwa einem Jahr.
An schönen Herbsttagen schwärmen die Geschlechtstiere aus und sammeln sich oft an einzeln stehenden Bäumen oder in unmittelbarer Umgebung vom Nest zur Paarung. Die begatteten Jungköniginnen suchen sich nun für den Winter einen geschützten Unterschlupf mit geringen Mikroklimaschwankungen, wo sie bis zum nächsten Frühjahr ruhen. Die letzten Arbeiterinnen sterben Anfang November, womit das letzte Leben im Nest erlischt. Viele Jungköniginnen überstehen den Winter nicht, da sie Pilzinfektionen oder anderen Krankheiten zum Opfer fallen. Außerdem werden sie in der Winterstarre von Vögeln oder anderen Insektenfressern verzehrt.
Hornissen als Schädlingsvertilger im Garten
Ein großes Hornissenvolk kann an einem Tag bis zu einem halben Kilo für den Menschen oft lästige Insekten an seine Brut verfüttern. Das entspricht dem Tagesbedarf von fünf bis sechs Meisenfamilien! Stellt man das geringe Gewicht der Beutetiere, wie Fliegen, Bremsen, Spinnen, Raupen oder auch Wespen, in Rechnung, gelangt man zu ungeheuren Individuenzahlen. Hornissen fangen nur lebende Beutetiere und gehen keinesfalls an Aas! Nachts fangen Hornissen viele dämmerungs- und nachtaktive Insekten, denen sonst, außer Fledermäusen, zu diesen späten Stunden kaum noch sonstige Insektenjäger nachstellen.
Streng geschützt
Die einheimische Hornisse zählt wegen ihrer akuten Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht getötet, und ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Beseitigung eines an kritischer Stelle befindlichen Nestes erfordert zwingend die Genehmigung der Landschaftsbehörde. Ängstliche oder nicht informierte Bürger, die sich durch Hornissen bedroht fühlen, wenden sich immer wieder an die Feuerwehr oder an eine Schädlingsbekämpfungsfirma, um ein vermeintlich störendes Nest entfernen zu lassen. Bei kritischer Lage genügt jedoch oft auch die elementare Absicherung des Nestes, z.B. durch Anbringen von Fliegendraht im Bereich von Gebäuden oder der Anlage von einfachen Zäunen und Sichtblenden bei Nestern in der Nähe belebter Plätze. Sollte eine Umsiedlung von Hornissennestern unvermeidlich sein, wenden Sie sich für nähere Informationen bitte an Ihre Umweltbehörde (Umweltamt / Landschaftsschutzbehörde) oder an die örtliche NABU-Gruppe.
Hornissenstich
Für den gesunden Menschen stellt ein Hornissenstich keine besondere Gefahr dar. Hornissengift ist nicht toxischer (giftiger) als Bienen- oder Wespengift. Der Stich einer Hornisse wird dessen ungeachtet subjektiv als etwas schmerzhafter empfunden als der einer Biene oder einer anderen Wespe. Das liegt zum einen am längeren und stärkeren Stachel der Hornisse, zum anderen an der Giftkomponente Acetylcholin, der im Bienen- und Wespengift fehlt. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung spielt es übrigens keine besondere Rolle, welcher Körperteil gestochen wurde. Um einen gesunden 70 kg schweren Menschen durch die Giftwirkung von Hornissenstichen ernsthaft in Lebensgefahr zu bringen, wären hochgerechnet weit mehr Hornissenstiche auf einmal erforderlich, als selbst in den größten Hornissenkolonien gleichzeitig an Tieren vorkommen können.
Hornissen fallen übrigens nicht wie die manchmal lästig werdenden Wespen im Hochsommer auf der Terrasse über den Kuchen her, sie interessieren sich auch nicht für das Speiseeis der Kinder. Es besteht also keine Gefahr, von einer Hornisse im Mund -/Rachenbereich gestochen zu werden!
Allergische Reaktionen
In sehr seltenen Ausnahmefällen können Hornissenstiche, wie andere Insektenstiche auch, bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Diese beginnen mit Nesselsucht, Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle bis hin zur Atemnot; vorsichtshalber sollte man dann sofort einen Arzt kontaktieren! Gefährdet sind jedoch nur Menschen, die zuvor schon einmal gestochen wurden. Eine schwere Allergie entwickelt sich erst nach mehreren Stichen, die man von derselben Art erhalten hat.
Autor: Dieter Kosmeier
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