Igel im Herbst gefunden - was ist zu tun?

Igel im Herbst gefunden - was ist zu tun?

Wer einen Igel gefunden hat, sollte bei der Ernährung nicht vergessen, dass dieses Tier ein Insektenfresser ist. Zu seinen bevorzugten Speisen zählen dabei Regenwürmer, Ohrwürmer und die Larven von Nachtschmetterlingen. Kellerasseln scheint der Igel jedoch nicht zu mögen. Außerdem fressen Igel natürlich Nacktschnecken in verschiedenen Größen und auch bodenlebende Spinnen sowie junge Mäuse. Pflanzliche Nahrungsbestandteile gehören eher weniger zum Speiseplan eines Igels. Wenn Igel in Gefangenschaft leben, sollte man auf Regenwürmer, Schnecken und ähnlichem jedoch verzichten, weil sie Parasitenüberträger sind. Der Igel benötigt für

eine gute Verdauung jedoch Ballaststoffe. Deshalb sollte man dem Igelfutter Weizenkleie, Futterhaferflocken oder auch Igeltrockenfutter beimischen.

Wenn man einem Igel etwas zu trinken anbieten möchte, sollte man auf Wasser oder Fencheltee zurückgreifen. Milch sollte man dem Tier jedoch in keiner Weise anbieten, da der Igel sonst Durchfall bekommt und sogar austrocknen kann. Der Durchfall beim Igel wird dabei durch die Laktose ausgelöst. Wie viel Nahrung der Igel bekommt, ist dabei von Tier zu Tier unterschiedlich. Ein mittelgroßer Igel frisst dabei etwa 150 Gramm. Der Igel sollte seine Nahrung abends und immer um die gleiche Uhrzeit bekommen. Kranke oder geschwächte Tiere kann man jedoch auch tagsüber füttern. Wenn das gefundene Tier unter Appetitlosigkeit leidet oder die Nahrung verweigert, sollte man einen Tierarzt aufsuchen oder die nächstgelegene Igelstation informieren.

Wenn man einen Igel findet und füttert, sollte man zudem darauf achten, dass die Ernährung abwechslungsreich ist. Daher sollte man nicht täglich auf Dosenfutter zurückgreifen, nur weil es so bequem und einfach ist.
Igel sind wahre Feinschmecker. Sie ernähren sich auch von angebratenem Hackfleisch, gekochtem und kleingeschnittenem Geflügelfleisch, verschmähen jedoch auch Rühreier nicht. Igelfutter sollte neben Ballaststoffen auch Eiweiß und Fett enthalten. Die Beigabe von Obst und Gemüse ist überflüssig. Igel ernähren sich schließlich von Insekten und nicht von Gemüse. Bei der Fütterung sollte man darauf achten, dass Wasser und Futter immer Zimmertemperatur haben. Man sollte also weder direkt vom Herd noch aus dem Kühlschrank füttern. Außerdem ist es wichtig, die Futterschälchen täglich zu reinigen. Auf keinen Fall sollte man einen Igel mit Milch, Essensresten, Süßigkeiten und gewürzten Speisen füttern.

Um aktiv zum Igelschutz beizutragen, kann man einiges tun. Dazu gehört zum Beispiel, dass man den Garten nicht übertrieben aufräumt. Hier und da ein kleiner Laubhaufen, hat noch niemandem geschadet. Außerdem muss man gegen Schnecken, Raupen und Co. nicht immer mit der chemischen Keule vorgehen. So traurig es klingt, der größte Feind des Igels ist der Mensch an sich. Im Straßenverkehr sterben jährlich etwa 1 Million Igel. Dazu kommen die Tiere, die an Schneckenkorn, Kanälen und Fenstergittern verenden. Auch Hunde werden für die Igel schnell zur Gefahr, weil sie, wenn sie auf dem Rücken liegen, keinen Schutz vor den Zähnen des Tieres finden. Wenn man einen Igel auffindet, sollte man niemals vergessen, dass die Pflege einzig dazu dient, das Tier wieder auszuwildern. Um den Winter gefahrenlos zu überstehen, benötigen erwachsene Igel ein Gewicht von 700 Gramm bis etwa 1000 Gramm. Jungtiere sollten ein Gewicht von 550 Gramm bis 650 Gramm erreichen. Damit das Tier gefahrlos überlebt, sollte die Box in einem Raum stehen, der eine Temperatur von unter 4 Grad Celsius aufweist oder

aber im freien Garten.