Vogelfutter für den Winter

Vogelfutter für den Winter

Ist eine Winterfütterung notwendig und sinnvoll? - Es wird die Meinung vertreten, eine Fütterung sei in der freien Natur nicht nötig, der Winter mit seinen schwierigen Futterbedingungen sei ein sinnvolles Auslesekriterium, um jeweils nur die stärksten Vögel einer Art überleben zu lassen.

vogel-baum flDagegen wird eingewendet, dass solche Regulationsmechanismen natürlich nur dort funktionieren können, wo überhaupt ein Lebensraum geboten wird, der normales Überleben sichert. Wenn auch die Starken einer Art aufgrund veränderter Umwelt um das Überleben kämpfen müssen, sei

für Auslese kein Platz.

Unter eben solchen veränderten Umweltbedingungen legen die heimischen Singvögel vor allem in unseren Städten. Vogelkundler beobachten eine ständige Abnahme der Populationen, sogar die Spatzen könnten demnächst in die Rote Liste gefährdeter Arten aufgenommen werden, ihr Bestand ist seit 1980 um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Deshalb wird die Winterfütterung von der Mehrzahl der Fachleute befürwortet, besonders bei anhaltend kaltem und schneereichem Wetter kann eine Zufütterung das Überleben der Vögel sichern. Voraussetzung ist, dass Sie das richtige Vogelfutter für unsere heimischen Vogelarten anbieten.    

Welches Futter für welche Vogelart?

Unsere Vogelarten unterscheiden sich in Körnerfresser, Nussfresser und Bodenfresser (auch als Weichfutterfresser
bezeichnet).
  • Zu den Körnerfressern gehören zum Beispiel Bergfink, Blaumeise, Buchfink, Dompfaff, Erlenzeisig, Gimpel, Grünfink, Haubenmeise, Kernbeißer, Kleiber, Kohlmeise, Sperling und Stieglitz.
  • Viele der Körnerfresser mögen auch Nüsse, zum Beispiel verschiedene Meisen- und Spechtarten und der Kleiber. Ideal für dieses Futter sind Futtersäulen für Vögel. Es gibt Futtersäulen, die für Körnermischungen mit Nüssen geeignet sind oder auch Futtersäulen nur für Nüsse. Geeignete Körner sind vor allem Sonnenblumenkerne, bei den Nüssen sind Erdnüsse geeignet und beliebt.
  • Zu den Weichfutterfressern gehören zum Beispiel Amsel, Baumläufer, Drosseln, Goldammer, Heckenbraunellen, Rotkehlchen, Seidenschwanz, Spechte, Stare und Zaunkönige.
Diese Arten fressen vom Boden und benötigen eine entsprechende Vogelfutterstation. Im Fachhandel, z.B. Zoofachgeschäften oder im Landhandel sind auch spezielle Mischfuttersorten für beide Arten (Körnermischungen, Nussmischungen und Weichfuttermischungen) erhältlich. Achten Sie darauf, dass das Futter zu 100 Prozent Körner, Nüsse oder Obst enthält und keine Füllstoffe wie zum Beispiel ganze Weizenkörner, die die Vögel nicht fressen. Im Extremfall können sogar Füllstoffe eingesetzt werden, die die Vögel belasten. Wenn Sie ganz genau wissen möchten, was (und in welchen Anteilen) im Vogelfutter enthalten ist, können Sie Ihr Vogelfutter selbst herstellen.

Spezielle Futterwünsche?

Sollten in Ihrem Garten oben nicht erwähnte Arten zu Gast sein, erkundigen Sie sich im Fachhandel nach deren Futtervorlieben. Manche der heimischen Arten haben durchaus spezielle Wünsche, die ein herkömmliches Körnergemisch nicht befriedigen kann; der (auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehende) Birkenzeisig ernährt sich zum Beispiel vorwiegend von Samen. Auch wenn ein bestimmter Vogel in Ihrem Garten dominiert, lohnt sich eine Information über sein Lieblingsfutter, die obigen Angaben stellen nur einen groben Überblick dar und gehen nicht auf jede Art ein.
 
Auf jeden Fall sollten Sie auch an eine Vogeltränke denken, Vögel brauchen Wasser zum Trinken und zum Baden. Besonders bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können die Vögel sogar verdursten, wenn alles Wasser in der Natur gefroren ist.