Beerensträucher - Pflanzen, Pflege, Schneiden

beerenstrauch_flEinige Johannisbeersträucher haben in jedem Garten Platz. Wir können sie entlang der Grenze pflanzen oder mit ein paar Sträuchern den Kompostplatz abschirmen.

Johannisbeeren

Auch als Begrenzung des Gemüsegartens zur Rasenfläche hin sind die Sträucher geeignet. Die Johannisbeere gedeiht zwar noch im Halbschatten, entschieden reicher trägt sie aber in sonniger, luftiger Lage; die Früchte enthalten dann mehr Zucker, während die Beeren an einem etwas schattigen Standort einen höheren Säuregehalt aufweisen.

Gepflanzt wird am besten im Herbst, denn Johannisbeeren treiben sehr zeitig aus. Kann

erst im Frühjahr gepflanzt werden, so sollte dies sobald als möglich geschehen. Soll eine ganze Reihe Johannisbeersträucher gepflanzt werden, so arbeitet man den Boden vorher in der gesamten Länge und etwa 1,50 m breit durch. Er sollte mindestens in Spatentiefe gelockert werden, besser noch etwas tiefer. Das Lockern und Durcharbeiten geschieht bei einem halbwegs normalen Boden nicht mit dem Spaten, sondern mit der Grabgabel. Als Pflanzware genügen Sträucher mit 3-4 bzw. 5-7 Trieben. Eine stärkere und dadurch teurere Ware ist nicht nötig, da man den Strauch ohnehin am Anfang mit höchstens 6 Trieben aufbaut. Für den Eigenbedarf reichen bei einer vierköpfigen Familie 4 Rote und 3 Schwarze Johannisbeersträucher aus.

Bei der Pflanzung schneidet man die beschädigten Wurzeln bis auf gesunde Teile zurück, und hebt mit der Schaufel im vorbereiteten Boden ein kleines Pflanzloch aus, so groß, dass alle Wurzeln gut Platz haben, stellt den Strauch hinein und umgibt die Wurzeln mit ein paar Handvoll feuchten Torf. Unmittelbar bei der Pflanzung lässt man nur 5-6 Triebe, natürlich besonders kräftige und gut verteilte, stehen und kürzt sie auf etwa 1/3 der vorhandenen Trieblänge ein. Durch diesen Rückschnitt erfolgt bereits im 1.Jahr ein kräftiger Austrieb. 

Je schärfer nämlich der Rückschnitt, desto kräftiger der Austrieb, desto rascher entsteht ein prächtiger Strauch und umgekehrt. Durch den beschriebenen Pflanzschnitt entsteht aus jeder Endknospe ein kräftiger Verlängerungstrieb, während die übrigen Knospen ebenfalls austreiben und sich zu kurzem Fruchtholz entwickeln.Auch die nächsten 2-3 Jahre wird der Strauch auf diese Weise im Winter geschnitten. Man kürzt die Verlängerungen der einzelnen Triebe soweit ein, dass die Endknospe wiederum kräftig durchtreibt, während die übrigen Knospen lediglich seitliches Fruchtholz entwickeln sollen.

Stachelbeeren

In ihren Ansprüchen gleichen Stachelbeeren weitgehend den Johannisbeeren. Sie wollen hell und sonnig stehen, bringen aber auch bei sonstiger guter Pflege eine reiche Ernte, wenn sie wenigstens den halben Tag Sonne kommen. Wenn die reifenden Früchte in der vollen Sonne hängen, können empfindliche Sorten sogar durch Sonnenbrand geschädigt werden.Der Boden sollte möglichst lehmig und nährstoffreich sein. Trockene, sandige Böden werden deshalb vor der Pflanzung mit reichlich Kompost verbessert, weil sonst die Blattfallkrankheit stark auftritt.

Bei der Pflanzung gilt das gleiche wie bei Johannisbeeren. Wenn einreihig gepflanzt wird soll der Abstand von Strauch zu Strauch gut 1,50 m betragen. Bei Hochstämmchen, die sich durch Schnitt in ihrem Umfang begrenzen lassen, sollte ein Abstand von 1,20-1,30 m eingehalten werdenDie Bodenbearbeitung erfolgt in der
gleichen Weise wie bei Johannisbeeren, denn auch die Stachelbeeren wurzeln sehr flach. Eine Mulchdecke fördert auch bei dieser Beerenobstart das Wachstum und den Ertrag.

Himbeeren

himbeeren_flHimbeeren

wachsen am besten auf einem mittelschweren, lockeren und humosen Gartenboden in möglichst windgeschützter, sonniger Lage. Sie lieben leicht sauren Boden; ein pH- Wert von 5,5-6 wäre ideal, doch auch wenn dieser etwas höher liegt, kann man reichlich ernten, sofern die sonstigen Kulturansprüche beachtet werden. Ein zu hoher pH-Wert hat allerdings Eisen- und Manganmangel zur Folge; die Blätter färben sich dann ungesund gelblich. Ist der vorhandene Boden leicht und sandig, verbessern man  ihn mit organischen Düngemitteln, also mit Kompost oder verrottetem Stallmist Wenn dann gemulcht und zusätzlich bei Trockenheit während des Wachstums und der Fruchtreife gewässert wird, ist auch unter solchen von Haus aus ungeeigneten Böden der Anbau von Himbeeren lohnend.

Himbeeren pflanzt man, wie auch das übrige Strauchbeerenobst, am besten im Herbst. Der Start im Frühjahr ist dann ein besserer. Kann man erst im Frühjahr pflanzen, dann so früh wie möglich. Im Garten werden Himbeeren meist nur in einer Reihe gepflanzt, vielfach entlang des Zaunes oder als Abgrenzung des Gemüsegartens. Als Pflanzabstand genügen 40-50 cm und 1,50 m in wenn mehrere Reihen gepflanzt werden.

Man setzt die Pflanzen so tief, dass die Bodenknospen etwa 5 cm hoch mit Erde bedeckt sind. Dann gießt man an und deckt den Boden mit kurzem Stroh, verrottetem Stallmist, grobem Kompost oder Rindenmulch ab. Schließlich werden die Triebe auf etwa 30-40 cm Länge eingekürzt. Würde man sie belassen, so entstünden im selben Jahr zwar einige Seitentriebe und vereinzelt auch Früchte, aber kaum ein Neutrieb für das kommende Jahr. Himbeeren benötigen ein einfaches Drahtgerüst: In Abständen von etwa 5 in imprägnierte Holzpfähle 50 cm tief in den Boden geschlagen; ihre Höhe über dem Boden sollte etwa 1,30 m betragen. Nach 70 cm und nach weiteren 50 cm werden Drähte gespannt, an denen wir die Ruten mit Bast befestigen.

Brombeeren

brombeeren_flIdeal für Brombeeren ist ein sonniger Platz, der möglichst wind- und frostgeschützt sein sollte. Dagegen sind die Ansprüche an den Boden sehr gering. Diese Beerenobstart ist selbst mit einen sandigen Boden zufrieden, der sich für andere Obstarten nur wenig eignet Nur bei schwerem, feuchtem Boden ist Vorsicht geboten, weil hier besonders häufig winterliche Frostschäden auftreten. Damit sind wir bei einem kleinen Schönheitsfehler: In sehr kalten Wintern, in denen die Temperatur unter 15 °C absinkt, erfrieren häufig die Ranken. In einem solchen Jahr gibt es dann keine Ernte. Ähnlich wie bei Kletterrosen, treiben aber nach einem solchen Frostwinter aus dem Stock zahlreiche Jungtriebe aus, die im kommenden Jahr ganz normal blühen und fruchten.

Um Ausfälle während des Winters zu vermeiden, pflanzt man Brombeeren am besten erst im Frühjahr. Nachdem die Pflanzen im Container, also mit Topfballen, angeboten werden, braucht man sich damit nicht zu beeilen. Die Bodenvorbereitung erfolgt wie beim übrigen Strauchbeerenobst obwohl anspruchslos, sollte man auch bei Brombeeren darauf achten, dass vor der Pflanzung alle Wurzelunkräuter entfernt werden. Andernfalls würden diese, vom Wurzelstock der Brombeere ausgehend, immer wieder in den Garten hineinwachsen.

Auch Brombeeren sind für ein Bedecken des Bodens mit organischem Material dankbar, vor allem wenn sie auf einem leichten, sandigen Boden stehen. Wer die Pflanzen im Spätherbst gegen winterliche Kälte mit Stroh bedeckt hat, kann dieses im Frühjahr gleich als Mulchdecke liegenlassen. Im Herbst sollten alle Ranken auf den Boden heruntergelegt und mit Stroh oder Fichtenzweigen bedeckt werden. Die alten abgetragenen Ranken lässt man auf den jungen liegen, weil dies auch ein gewisser Schutz gegen Kälte ist und schneidet sie erst im Frühjahr dicht über dem Boden ab.