Moosbeere - Großfrüchtige Moosbeere - Kranbeere: Pflege

cranberries flBeerenfrüchte gehören zu den Lieblingen im Obstgarten. Nicht nur Kinder essen sie gerne, auch viele Erwachsene fühlen sich beim Pflücken an die glücklichsten Tage der Kindheit erinnert. Außerdem sind Beeren wohl die Obstart, mit der Kinder am erfolgreichsten zum gesunden Obstgenuss bewegt werden können.

Grund genug, jede neue Beere für den Garten zu begrüßen und zu testen. Jetzt können Sie die Ernte im heimischen Garten um die Großfrüchtige Moosbeere bereichern.

Artenreiche Moosbeeren

Die Moosbeeren gehören zur

Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) und werden manchmal als Untergattung behandelt, gelegentlich aber auch als eigene Gattung (Oxycoccus) abgetrennt. Auf jeden Fall sind die Früchte wie die Heidelbeeren essbar, wie auch immer die Gattung eingegrenzt wird.

Moosbeeren wachsen in allen gemäßigten Regionen auf Heide- und Moorlandschaften und in Wäldern. So konnten sich einige Arten entwickeln:
  • Die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos),
  • die Kleinfrüchtige Moosbeere (Vaccinium microcarpum),
  • die Großfrüchtige Moosbeere
  • und die Südliche Moosbeere (Vaccinium erythrocarpum), die vor allem in Bergregionen wächst, was ihr den Namen “Southern Mountain Cranberry” eintrug.

In diesem Beitrag geht es um die Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon), die auch Kranbeere, Cranberry oder Kranichbeere genannt wird.

Die Großfrüchtige Moosbeere oder Kranbeere
 
cranberries2 flEiner der Namen, Cranberry, ist Ihnen sicher präsent. Die Cranberry wird in den USA großflächig angebaut und gilt als Pflichtbestandteil des Thanksgiving-Menüs. Von dort kam sie als Bestandteil von Müslis, Säften, Marmeladen und Sirups nach Deutschland. Bei uns wird sich auch unter dem Namen Kulturpreiselbeere gehandelt. Dieser Name irritiert eher, die Kranbeere schmeckt deutlich anders als die Preiselbeere, nämlich sehr herb und ziemlich sauer.

Standort und Pflege

Die Moosbeere sollte an einen sonnigen Standort gepflanzt werden und kommt mit jedem normalen Gartenboden zurecht. Sie wächst kriechend und kann daher als Bodendecker verwendet werden. Für eine größere Fläche sind
etwa sechs Pflanzen pro Quadratmeter ausreichend, denn die Moosbeere breitet sich schnell aus, sodass bald keine einzelnen Pflanzen mehr zu erkennen sind. Die Moosbeere ist immergrün und bildet ab Mai rosa Blüten, aus denen sich später die roten Beeren entwickeln. Die Großfrüchtige Moosbeere wird 10 bis 20 Zentimeter hoch, die Gewöhnliche Moosbeere nur etwa fünf Zentimeter und hat darüber hinaus kleinere Beeren, sodass beim kommerziellen Anbau wie auch in privaten Gärten meist die Großfrüchtige Moosbeere zu finden ist. Sie bildet Früchte, die die Größe von Stachelbeeren erreichen können.

Pflege der Kranbeere

Der immergrüne Zwergstrauch kann gut im Garten kultiviert werden, er ist winterhart, pflegeleicht und robust. Allerdings liebt die Kranbeere die volle Sonne, ansonsten hat sie keine hohen Ansprüche. Der Boden sollte eher sauer sein, dafür aber gerne nährstoffarm. Die Kranbeere nimmt nährstoffreichen Boden sogar übel, sie bildet dann wenig Blüten und somit keine Beeren, deshalb sollte sie nicht gedüngt werden. Die Pflanze breitet sich am Boden kriechend aus, wo die Zweige unaufhörlich weiter wachsen. Alte Abschnitte sterben nach ein paar Jahren, die Pflanze sollte ab und zu ausgelichtet werden.

beerenstrauch flÄltere Abschnitte der fadenbildenden Zweige wachsen am Boden entlang,

dort bewurzeln sie sich auf ganzer Länge. Deshalb lässt sich die Pflanze leicht vermehren, indem Ausläufer abgeteilt werden, junge Triebe lassen sich durch Absenken leicht bewurzeln. Sie kann auch aus Samen gezogen werden, die Aussaat erfolgt im Herbst oder Spätwinter. Die Moosbeere kann dann in Pflanzgefäßen und Balkonkästen, Steingärten oder Beeten, an Teichufern und auf Böschungen ihren Platz finden. Gepflanzt werden sollten sechs bis acht Exemplare des schnell wachsenden Bodendeckers pro Quadratmeter.

Ernte der Moosbeeren

Die Erntezeit der Moosbeeren ist von September bis Oktober, werden die Beeren jedoch nicht gepflückt, bleiben sie bis zum Frühling an den Zweigen hängen und bilden dadurch eine schöne Winterdekoration. Meist entwickeln sich an jedem Strauch viele Früchte, die in rohem Zustand etwas säuerlich und bitter schmecken. Sie sind sehr gesund, weil sie viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten und bewahren ihre Inhaltsstoffe nach dem Pflücken über mehrere Wochen. Durch das ebenfalls enthaltene Pektin, das als natürliches Geliermittel dient, lassen Moosbeeren sich gut zu Marmelade verarbeiten.

Verarbeitung der Moosbeeren
  • Moosbeeren lassen sich trocknen und können danach Müslis beigefügt werden
  • Ausgepresst kann man sie für Saft, Tee und Likör verwenden
  • Marmelade und Gelee aus Moosbeeren kommt wegen des hohen Pektingehaltes der Beeren mit weniger Gelierzucker als andere Früchte aus
  • Beim Kochen passen sie besonders gut zu Wildbraten von Hirsch, Reh oder Wildschwein
  • Als Backzutat werden sie ähnlich wie Rosinen verwendet und können Kuchen oder Gebäck hinzugefügt werden
Industriell werden Moosbeeren für die Herstellung von Säften, Vitaminpräparaten, Bonbons und Cremes verwendet. In der traditionellen Volksmedizin wird die Heilkraft der Moosbeere zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, zur Verbesserung der Abwehrkräfte, bei Müdigkeit, zur Senkung des Blutdrucks und zur Behandlung von Harnwegsinfekten eingesetzt.

Die Kranbeere als Heilpflanze

Mehrere Mediziner preisen Kranbeerensaft als gutes Heilmittel bei Harnwegsinfekten an, über den Wirkmechanismus und die beteiligten Stoffe besteht jedoch Uneinigkeit. Sicher ist, dass Kranbeeren starke Antioxidantien enthalten. In einer medizinischen Fachzeitschrift wird der Kranbeere auch eine Zahnbelag reduzierende Wirkung zugeschrieben.

Tipp: Versuchen sie die Kranbeeren einmal als neue Backzutat, zum Beispiel als Ersatz der Rosinen im Weihnachtsstollen.