Heidelbeeren - Pflanzen & Pflege

HeidelbeerstrauchHeidelbeeren erhalten immer mehr Einzug im hauseigen Garten. Die kleinen Beeren sind vielfältig einsetzbar und zeichnen sich in ihrem starken und süßen Geschmack aus. Die Heidelbeeren gehören zur Familie der Heidekrautgewächse und zählen zu den pflegeleichten Beerensorten. Die wichtigsten Faktoren der Heidelbeere stellen Erde, Pflanzenloch und Bewässerung dar. Die relativ einfache Handhabung und Pflege nach dem Bepflanzen macht die Heidelbeere zu einem beliebten Strauch. Jedoch müssen einige wichtige Dinge beachtet werden, um eine reiche Ernte zu verzeichnen.

Die Auswahl des Heidelbeerstrauchs

Zunächst

muss festgelegt werden, welche Heidelbeerart im eignen Garten wachsen soll. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich in Ansprüche an Temperatur, Klima und Trockenheit. Beim Kauf eines neuen Heidelbeerstrauches sollten Widerstandsfähigkeit und Temperaturbedingungen eine entscheidende Rolle spielen. Den die richtige Auswahl der Pflanze bestimmt den Ertrag und Erhalt der Heidelbeere und spielt somit eine bedeutende Rolle. Die meisten Heidelbeersorten sind selbstfruchtbar oder können Mithilfe von Insekten bestäubt werden. Jedoch eignet es sich zwei verschiedene Sorten im eigenen Garten zu pflanzen, um einen höheren Ertrag zu erzielen.

Der richtige Standort und Bodengehalt

HeidelbeerenMoorwiesen und feuchte Unterholz Lichtungen stellen den natürlichen Lebensraum der Heidelbeere dar. Dahin gehend müssen Standort und Bodenbedingungen der Pflanze angepasst werden. Jedoch gedeihen die meisten Heidelbeerarten mit verschiedenen Außeneinflüssen. Plätze mit ständiger Sonneneinstrahlung oder Halbschatten eigen sich je nach Artenwahl ideal zum Pflanzen von neuen Heidelbeersträuchern. Zudem sollte der ausgewählte Standort über ausreichend Platz verfügen. Heidelbeersträucher können entweder in einer Reihe oder als einzelne Büsche gepflanzt werden. Beim Pflanzen einer kompletten Reihe eignet sich ein Mindestabstand von 80 Zentimetern. Beim Gestalten von einzelnen Büschen sollte ein Abstand von mindestens 180 Zentimetern vorhanden sein. Nach der Platz Auswahl spielt die richtige Erde eine wichtige Rolle.

Die meisten Heidelbeerarten stellen bestimmte Ansprüche an den Bodengehalt, da sie vorzugsweise sauren Boden lieben. Dahin gehend sollte der ph-Wert der Erde überprüft und falls nötig ausgebessert oder ausgetauscht werden. Das Boden Problem kann aber auch einfach umgangen werden. Ausreichend große Töpfe mit fertiger saurer Erde eignen sich ideal zum Bepflanzen. Beim Bepflanzen von Tontöpfen, Kunststoffbehältern oder Holzfässern müssen genügend Abzugslöcher vorhanden sein, um Nässe und Feuchtigkeit abzuleiten. Die fertigen Behälter können einfach an einem sonnigen und windgeschützten Platz eingegraben werden. Dabei sollten einige Zentimeter Platz zum Rand verbleiben.

Das Pflanzen

Heidelbeer-BlüteDie meisten Heidelbeersorten können ab dem Frühling gepflanzt werden. Die typischen Heidelbeerarten besitzen flache und großflächige Wurzeln. Das Pflanzloch sollte daher einen großen Durchmesser haben, aber nicht zu tief sein. Zu tiefe Pflanzenlöcher können zum Sauerstoffmangel nd absterben der Pflanze führen. Daher sollte die Oberkante des Wurzelstocks mindestens 2 bis 5 cm über der Erde hinausschauen. Danach können Pflanzenloch und übrige Wurzel mit nährstoffreicher Erde bedeckt werden. Anschließend sollte die Pflanze 5 bis 10 cm mit Rindenmulch oder Kompost bedeckt werden. Der dabei entstehende Hügel schützt die Pflanze, stützt die Bodenfeuchtigkeit und vermindert Unkraut. Nach dem Bepflanzen sollten die neuen Sträucher ausreichend mit Wasser versorgt werden, um eine schnelle Entwicklung zu gewährleisten.

Pflege und Umgang

Heidelbeeren benötigen vor allem vor und während der Ernte ausreichend Wasser. Bei zu starker Trockenheit können die Beeren

klein und sauer werden oder sogar vorzeitig abfallen. Beim
Bewässern kann aufgefangenes kalkarmes Regenwasser verwendet werden. Dies eignet sich ideal zum regelmäßigen Gießen und Bewässern. Jedoch sollte zu viel Feuchtigkeit vermieden werden. Um die Pflanze zu stärken und hohen Ertrag zu gewährleisten sollte der Strauch ab dem zweiten Jahr mit Nährstoffreichen Düngungsmittel behandelt werden. Nach dem ersten Ertrag sollte die Heidelbeerpflanze im Herbst stark zurückgeschnitten werden. Totes Holz, kleine Äste und Triebe am Wurzelstock sollten komplett entfernt werden. Dies lässt im darauf folgenden Jahr eine verstärkte und kräftige Pflanze entstehen.

Vermehrung der Heidelbeere

Heidelbeeren können einfach durch Stecklinge vermehrt werden. Dabei werden Stecklinge von der Mutterpflanze gewonnen und in spezieller Pflanzenerde angezüchtet. Die Bewurzelung kann zwischen 8 bis 15 Wochen dauern und hinterlässt kleine Heidelbeerpflänzchen.

Tipps rund um die Heidelbeere

Heidelbeeren ErnteUm eine schnelle Ernte zu erreichen, können 2 bis 3 Jahre alte Heidelbeerpflanzen verpflanzt werden. Im Fachhandel sind die verschiedensten Angebote dafür erhältlich. Jüngere Pflanzen oder hauseigene Stecklinge benötigen einige Jahre, um einen schönen Ertrag zu gewährleisten.

Anbau auf Balkon

Wer keinen eigenen Garten hat, kann einige Heidelbeersorten sogar in größeren Kübeln auf dem Balkon pflanzen. Die Sträucher sind sehr robust und unempfindlich gegenüber Frost und Krankheiten. Das Angebot der Kulturheidelbeeren ist vielfältig und es gibt sie in unterschiedlichen Größen, Arten und Geschmacksrichtungen. Je nach Sorte kann in den Monaten zwischen Juni und September die Ernte erfolgen.

Das Pflanzloch sollte etwa 40 bis 60 cm tief sein und anschließend mit Torf oder spezieller Rhododendron Erde gefüllt werden. Da es sich bei der Heidelbeere um einen Flachwurzler handelt, sollte Unkraut unter den Sträuchern immer beseitigt werden, denn dieses entzieht der Heidelbeere wichtige Nährstoffe und Wasser.

Innerhalb des Pflanzjahres sollten zunächst die Blüten herausgeknipst werden, damit der Strauch ein schnelles Wachstum erhält. Dies hat den Vorteil, dass man bereits im Jahr darauf mit einer kleinen Ernte rechnen kann. Die Bewässerung sollte mit kalkarmem Wasser erfolgen.

Wissenswertes zur Heidelbeere in Kürze

Die Heidelbeere (Vaccinium), auch als Schwarzbeere, Blaubeere, Mostbeere, Staudelbeere Moppeln und Bickbeere bekannt, gehört zur Gattung der Heidekrautgewächse. Heidelbeeren wachsen liebend gerne in Moorlandschaften und lichten Wäldern. Darum kann man sie im Sommer gerne bei einem kleinen Spaziergang im Wald antreffen, dort wachsen sie dann in größeren Ansammlungen und verleiten nahezu zum Verweilen und naschen. Trotzdem sollte man die Beeren vor dem Verzehr immer erst waschen, denn es besteht die Gefahr des Fuchsbrandwurmes. Auch muss man darauf achten, dass man sie nicht mit der Rauschbeere verwechselt. Sie sieht der Heidelbeere täuschend ähnlich, nur das Fruchtfleisch ist hell. Der deutsche Name der Heidelbeere ist wohl darin begründet, dass die Pflanze eine „auf der Heide wachsende Beere“ ist.

Anbau und Ernte

Wie in der Einleitung schon geschrieben, wächst die Heidelbeere in lichten Wäldern. Somit ist der Anspruch der Halbsträucher schon erklärt. Sie liebt es auch Nährstoffarm. Inzwischen gibt es aber verschiedene Hybriden zu kaufen, die sich als Kübelpflanzen gut eignen. Diese speziellen Kulturheidelbeeren sind 1 bis 1,5 Meter große Sträucher mit großen blauen Beeren, die dann im Unterschied zu den wild wachsenden Arten meist weißes Fruchtfleisch besitzen. Sie sind ideal für den Hausgarten, da sie kaum von Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Jedoch muss der Boden entsprechend vorbereitet werden, sie liebt einen sauren Boden. Die wild wachsende Pflanze blüht von Mai bis Juni. Ernten kann man die Beeren im Herbst. Die Früchte schmecken wohlschmeckend und leicht säuerlich. Bei empfindlichem Magen-Darmtrakt kann es aber durch die Kerne zu einer leicht abführenden Wirkung kommen, denn sie reizen die Schleimhäute. Geerntet werden Blätter und Beeren, die dann getrocknet werden. Die Sammelzeit oder die Erntezeit erstreckt sich vom Juni bis zum August. Die Inhaltsstoffe sind unter anderem Gerbstoffe, organische Säuren, Vitamin C, Chinasäure, Myrtillin, Hydrochinon und Vacciniin.

Verwendung

Als Heilpflanze wurde die Heidelbeere zuallererst von Hildegard von Bingen erwähnt. Sie wirkt gegen Durchfall, Mund- und Rachenentzündungen, leichten Verdauungsstörungen und antibakteriell, entzündungswidrig. Als Tinktur, bei äußerlicher Anwendung erzielt man gute Erfolge bei juckenden und nässenden Hautauschschlägen, Bartflechte, Geschwüren und Ekzemen. Trockene Beeren kaut man, wenn man Probleme mit der Mund- bzw. Rachenschleimhaut hat. Vor der Verwendung von getrockneten Heidelbeerblättern warnt das Bundesgesundheitsamt. Die Blätter enthalten den Wirkstoff Hydrochinon, so dass es zu einer Vergiftung kommen kann. Heidelbeerblätter nutz man jedoch bei Durchfällen, Blasenschwäche, Magenbeschwerden und auch gegen Husten. Aus den Beeren der Heidelbeere werden Gelee, Marmelade und Heidelbeerwein und Heidelbeerlikör hergestellt. In der Küche werden die Beeren vielfältig zu Kuchen und Desserts verwendet.