Ribes nigrum - Pflege, Standort, Homöopathie

johannisbeere-schwarz flDie Schwarze Johannisbeere, Ribes nigrum, gehört zu den interessanten Pflanzen, die in unsere Gärten gepflanzt werden könnte. Könnte - denn in viel zu wenig Gärten ist die Ribes nigrum mit den wertvollen Inhaltsstoffen wirklich zu sehen. Vielleicht kann dieser Artikel das ändern.

Ribes nigrum - Beschreibung und Standort

Der genügsame Strauch wächst in allen gemäßigten Klimazonen Europas und Asiens und wurde in Mitteleuropa wahrscheinlich schon im Mittelalter das erste Mal in Gärten kultiviert. Wild wuchs die Johannisbeere

vor allem auf feuchtem, nährstoffreichen Boden, wie er an Auwäldern oder am Rand von Mooren vorkommt. Da sie sich inzwischen vielfach aus Gärten heraus ausgesät hat, wächst sie heute auch an trockeneren Standorten wild.

Pflege der Schwarzen Johannisbeere

Ihre Herkunft sagt es uns: Die Johannisbeere möchte Feuchtigkeit, und sie möchte Nährstoffe. Gibt es im Garten einen Kompost, lässt sie sich von diesem gerne Nährstoffe zuführen, eine extra Düngung ist dann nicht nötig. Ausgesprochen gut tut der Schwarzen Johannisbeere das Mulchen, das sie vor Winterfrösten bewahrt und die Feuchtigkeit im Boden hält. Ansonsten hat sie nicht viel Ansprüche, nur zu trocken sollte es rund um die Pflanze nie werden.

Die junge Pflanze bekommt zuerst einen sogenannten Erziehungsschnitt, mit dem eine schöne Form des Strauches aufgebaut wird. Sie darf erst einmal eine ganze Menge Triebe entwickeln, damit der Strauch dichter wird. Aus denen werden dann die herausgeschnitten, die unschön wachsen oder schwach sind. Später dient der Schnitt vor allem den Früchten. Um eine möglichst große Ernte zu fördern, müssen die Sträucher durch gezielte Schnitte angeregt
werden.

Das Ziel ist, möglichst viel Äste in dem Alter am Strauch zu haben, in dem sie den maximalen Ertrag bringen. Das sind bei der Schwarzen Johannisbeere Äste von einem Alter bis zu höchstens drei Jahren, alle älteren Äste werden beschnitten. Darüber hinaus sollte die Schwarze Johannisbeere nicht eingekürzt werden, nur überflüssige Triebe können noch entfernt werden. Geschnitten wird nach der Ernte. Diese findet bei uns je nach Wetter zwischen Mitte Juli und Ende August statt, ausgereift sind die Früchte etwa zwei Wochen, nachdem sie eine satt schwarze Farbe angenommen haben.

johannisbeere-schwarz2 flRibes nigrum in der Homöopathie

Die Beeren haben eine Menge gute Inhaltsstoffe zu bieten, neben Wasser und Kohlenhydraten Mineralstoffe und ätherische Öle (Terpene), Anthocyane und Flavonoide und sehr viel Vitamin C. In der Homöopathie werden zunächst die während oder kurz nach der Blüte gesammelten und getrockneten Blätter verwendet, sie werden eingesetzt als harntreibendes Mittel, bei Gicht und bei rheumatischen Beschwerden. Auch bei Erkrankungen der Leber und der Galle gibt es Einsatzmöglichkeiten.

Auch die frische, reife Frucht mit Stielen und Fruchtspindeln wird verwertet. Man kennt volkstümliche Zubereitungen wie Sirup oder Gelee, die bei Erkältungskrankheiten, Heiserkeit und Husten helfen sollen. Ansonsten dient die Frucht als Vitamin-C-Quelle und wird gelegentlich bei Durchfällen und Magenschmerzen eingesetzt.

Getrocknete Beeren können bei Beschwerden beim Wasserlassen gekaut werden. Das Samenöl gehört zu den wenigen Ölen, die beide Arten von Linolensäure enthalten, außerdem ist noch Stearidonsäure dabei, eine

Fettsäure mit entzündungshemmender Wirkung. Die Öle stärken die Hautbarriere und schützen die Haut vor Austrocknung, Johannisbeersamenöl wird deshalb wertvollen Cremes für empfindliche und trockene Haus zugesetzt. Die Schwarze Johannisbeere hat auch einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Permeabilitäts-Faktoren. Diese erhöhen die Durchlässigkeit der kapillaren Blutgefäße, damit kann das Vitamin C gut in die Haut eindringen, wo es seine antioxidativen Eigenschaften entfaltet.

Inzwischen wurde die traditionelle Anwendung wissenschaftlich untersucht, harntreibende und blutdrucksenkende Effekte konnten ebenso nachgewiesen wie antioxidative und antimikrobielle Wirkungen.

Verwendung in der Küche

Die köstliche Frucht ist eigentlich zu schade, um nur mit dem Blick auf die Gesundheit genossen zu werden. Der berühmte Cassis-Likör aus Schwarzen Johannisbeeren kann zuhause durch die Herstellung eines aufgesetzten Fruchtlikörs nachempfunden werden. Die Früchte können zu Saft und Gelee oder Konfitüre verarbeitet werden. Die frischen jungen Blätter (April bis Mai) ergeben eine interessante Nuance, wenn sie in Kräuter- und Gemüsesuppen verkocht werden.