Birnenbaum im Garten - Pflege

birne_flBei Birnen unterscheidet man drei Sortengruppen nach Reifezeit und Lagerfähigkeit. Sommerbirnen sind schon wenige Tage nach dem Pflücken genussreif, Herbstbirnen sind schon wenige Tage nach dem Pflücken genussreif, Herbstbirnen erst nach 2 - 4 Wochen. Winterbirnen, im Herbst gepflückt, müssen längere zeit gelagert werden, halten sich aber auch bis in den Spätwinter.
  • Sommerbirnen. Sie reifen im Spätsommer, die „Bunte Jukibirne“ schon ab Ende Juli. Mitte bis Ende August reifen“Clapps Liebling“ und „Frühe von Trevoux“
  • Herbstbirnen: Sie reifen in den Monaten September und

    Oktober und sind zahlenmäßig die stärkste Gruppe, zu ihnen gehören auch die Alten Sorten „Gellerts Butterbirne“, „Vereinsdechant“ und „Williams Chris“
  • Winterbirnen: Sie werden im Herbst pflückreif, schmecken aber erst nach längerer Lagerung. Hierzu zählen „Alexander Lucas“, „Conférence“, „Grroßer katzenkopf“ und „Winternellis“.
Anfälligkeit

Die Früchte sind am Baum, während und nach der Ernte den verschiedenen tierischen, pilzlichen, physiologischen Schäden und mechanischen Beschädigungen ausgesetzt. Die Anfälligkeit der einzelnen Sorte gegenüber diesen Beziehungen ist unterschiedlich. Bei der Ernte sind baumreif schon druck¬empfindliche Sorten sorgfältig zu ernten und druckfrei zu transportieren. Viele Sorten sind genussreif kaum noch ohne Beschädigungen transportfähig. Besonders nachteilig wirkt sich bei den meisten Sommer- und Herbstsorten die geringe Haltbarkeit in der Zeit der Genussreife aus. Die einzelnen Sorten gehen unterschiedlich rasch in das Teigigwerden über. 

Zu früh geerntete Wintersorten welken gewöhnlich. Wespen nagen Sommer- und Herbstsorten an. Meisen picken an den späten stillen Wintersorten und richten dadurch erhebliche Schäden an. Jungfrüchte einzelner Sorten können durch BirnengallmückenSchäden erleiden. Allgemein sind Birnen weniger anfällig für die Obstmade als Äpfel, jedoch werden einzelne Sorten stärker als andere befallen. Der Pilzbefall mit Schorf verursacht in für den Schorfbefall günstigen Gebieten immer noch gewaltige Schäden.

Triebe herab biegen für mehr
Früchte


Die Bildung von Blütenknospen hängt von der Saftregulierung ab, die sich wiederum nach der Stellung der Triebe richtet. Bei steil stehenden Trieben wird das Spitzen- und Holzwachstum gefördert. Eher waagerecht stehende Triebe entwickeln beim Kernobst auf den Oberseiten verstärkt Fruchtholz und Blütenknospen. Biegen Sie deshalb steil stehende Triebe herab, möglichst in die Horizontale. Dazu können Sie Gewichte anbinden, zum Beispiel mit Kiesel gefüllte Körbchen oder Steine. Oder Sie binden die Triebe mit Schnüren herunter, die Sie mit Zeltheringen im Boden befestigen, oder Sie verwenden spezielle Spreizhölzer oder Baumklammern zum waagerechten Abspreizen des Triebes.

Ernte

birnbaum-weidenblaettrig_flAllgemein ist hier nur darauf hinzuweisen, dass die Ernte der Früchte so sorgfältig wie möglich druckfrei, mit dem vollen Stiel an der Frucht erfolgt und dass langachsige flaschenförmige Birnen mit Stiel anzufassen sind, nicht am Fruchtbauch, da bricht der Stiel an der Frucht ab, Stiel und Fruchtkuchen sind durch Daumen und Zeigefinger zu trennen. Kleinere rundliche Früchte umfasst die Hand, hebt die Frucht an, und der Zeigefinger trennt Fruchtkuchen und Stiel.

In Kleingärten stehen oft alte, sehr hohe ernteschwie¬rige Birnbäume, die eigentlich nur von geübten und mit hohen Bäumen ver¬trauten Pflückern beerntet werden sollten. Leitern sind immer so anzulegen, dass sie beim Rutschen oder Fallen in den Baum hinein und nicht an der Krone vorbei ins Freie stürze. Rutscht die Leiter in den Baum, dann

bleibe der Pflücker an ihr, halte sich den Sprossen, nicht am Holm fest.

Verwendung

Tafelbirnen sind vorrangig zum Frischverzehr, für häusliche Kompotte und zur Nasskonservierung geeignet. Nicht zum Frischverzehr, dafür hervorragend zur Herstellung von Frischkompotten vom Winter bis zum Mai eignen sich die hartfleischigen Kochbirnen hervorragend. In vergangenen Zeiten waren Dörrbirnen ein viel erzeugtes und gern verbrauchtes natursüßes Kompott. Sie wurden ungeschält als „Hutzeln" gedörrt und verwendet und geschält, ganz oder halbiert als feine Delikatesse gehandelt. Früher wurden auch Birnen wie Zwetschgen in Essig eingelegt. Heute werdenBirnenstücke für den Rumtopf und zu Mischmarmeladen verwendet, für GeleeSind sie nicht geeignet. Verflüssigt ergeben die Mostbirnen rein oder im Verschnitt  mit Äpfeln leichte alkoholische oder alkoholfreie Getränke.

Tipp: So erhalten Sie perfekte Früchte

Im frühen 20. Jahrhundert vor der Einführung chemischer Mittel, tüteten die Erwerbsobstbauern ihre Früchte zum Schutz ein. Man umhüllte die Birnen, sobald sie walnussgroß waren, mit Papierbeuteln, die mit Gummibändern an den Fruchtstielen befestigt wurden, eine sehr aufwendige, aber lohnende Maßnahme.

Auf diese Weise geschütztes Obst wird in der Regel nicht von Schädlingen befallen, hat makellose Schalen, reift schneller und wird meist auch größer. Gut eignen sich dünne Brot- oder Haushaltspapierbeutel.