Hochstamm-Obstbäume - Pflanzen, Pflege, Schneiden

obstbaum_flVor allem für Streuobstwiesen, Landstraßen oder auch zum Auffüllen von Lücken bei bereits bestehenden Obstbaumwiesen oder auch für kleinere Gärten werden häufig und gerne Obstbaum-Hochstämme verwendet. 

Diese Pflanzen gelten als sehr widerstandsfähig und haben gerade im Alter einen reichlichen Ertrag.Es handelt sich hierbei um speziell veredelte Obstbäume und mittlerweile gibt es etliche Sorten mit ganz unterschiedlicher Stammdicke. Baumschulen haben die meiste Auswahl und man kann hier zum Beispiel Apfel, Kirsch oder auch  Birnen und Pflaumen erstehen. Der Vorteil eines Hochstammes ist, dass die Fläche

unter dem Baum frei bleibt  zum Beispiel als Spielfläche für die Kinder oder als Sitzecke. Der Nachteil allerdings ist, dass diese Bäume meistens mit der Leiter abgeerntet werden müssen. 

Pflanzen der Bäume

Wichtig zu beachten ist, dass Transportschäden vor dem Pflanzen vermieden werden, ebenfalls darf die Wurzel bis zum Zeitpunkt des Pflanzens nicht austrocknen. Dann sollte ein ausreichend großes Loch ausgehoben werden, passend zum Wurzelwerk. Ein lockeres Erdreich ist in jedem Falle von Vorteil. Sinnvoll ist der Einsatz eines Pfahls, den man als erstes in das Pflanzloch setzt. Der Baum wird dann so dazu gepflanzt, dass er bei Wind möglichst vom Pfahl weggeweht wird, also Hauptwindrichtung beachten! Bevor der Baum jedoch eingepflanzt wird, werden die Wurzeln leicht geschnitten. Die Veredelungsstelle muss sich oberhalb der Erde befinden. Nach dem Pflanzen wird
der Baum übrigens nicht angegossen und man sollte auch keinen Kompost der Pflanzerde beigeben. Ein Drahtgeflecht oder Korb um die Wurzel verhindert Fraß von Wühlmäusen. Gleich nach dem Pflanzen erfolgt der erste Schnitt.

Schneiden

Zum einen dient der richtige Schnitt natürlich dem Ertrag des Baumes. Zum anderen aber wird durch einen guten Schnitt eine richtige Struktur des Baums gebildet, also die äußere und innere Form der Baumkrone.  Dies vermeidet übrigens auch eine Beschädigung des Baums. Durch mangelndes Beschneiden nämlich wird der Baum empfindlich für Krankheiten, weil vergreistes Holz verantwortlich ist für Pilze etc. 

Wenn man mit den Schnittarbeiten beginnt, heißt es zuerst einmal die sich reibenden und die nach innen wachsenden Äste herauszuschneiden. Ebenfalls entfernt man die abgestorbenen Zweige. Der Baum wollte dann eine ordentliche Form erhalten: entweder rund oder pyramidenförmig das heißt, die Krone muss ebenfalls gestutzt werden. Am besten ist es für die Frucht, wenn der Ast im 45 ° Winkel wachsen kann. 

So genannte Konkurrenztriebe und Zwieseln sollte immer entfernt werden. Die untereinander liegenden Äste werden gemäß eines Weihnachtsbaumes geschnitten - oben schmaler, unten breiter. Man nennt dies „Saftwaage“. Das ist gar nicht so einfach, im Internet gibt es sogar Videos, bei denen man sich den optimalen Schnitt Schritt für Schritt ansehen kann. (Unter Google: Apfelbaumschnitt Video).

Pflege eines Hochstamm-Obstbaumes

obstbaum-bluete2_flDie Pflege ist etwas aufwendiger als bei anderen Obstbäumen. Dünger oder sonstige Pestizide werden nicht benötigt, das A und O bei der Pflege jedoch ist der richtige Schnitt - und der ist gar nicht so einfach. Dazu braucht man schon ein gutes Händchen oder eine gewisse Gärtnererfahrung. Der Ertrag kann jedoch nach einigen Jahren reichlich sein und man wird dann auch entsprechend  für die Mühen belohnt!