Frostschäden an Obstbäumen

Frostschäden an jungen Bäumen vermeidenAuch im Prinzip frostharte Obst- und andere Bäume und können bei länger andauernden Kälteperioden Frostschäden erleiden, denen aber meist durch geeignete Maßnahmen vorgebeugt werden kann.

Frostrisse entstehen vor allem bei jungen Obstbäumen, die noch keine harte Rinde ausgebildet haben, durch Sonneneinstrahlung auf gefrorene Baumstämme, also durch den Wechsel von Sonnentagen und starken Nachtfrösten. Da diese Risse den Baum anfälliger für Krankheiten und Parasiten machen, sollten sie nach Möglichkeit verhindert werden. Dazu dient die Abdeckung der Baumstämme vor allem an der

Süd- und Südwestseite mit Brettern, Verschalungen oder Jutesäcken, oder mit einem weißen, reflektierenden Stammanstrich. Sind die Risse schon da, müssen sie behandelt werden: z. b. mit einer Mischung aus Lehm, Schachtelhalmtee und Kuhmist, die als Verband mit einem Jutegewebe am Stamm befestigt wird. Es gibt auch geeignete Fertigpräparate ("künstliche Rinde").

Haben sich schon tiefe Frostspalten gebildet oder durch das Eindringen von Feuchtigkeit Frostplatten abgelöst, sollte das tote Gewebe ausgeschnitten und mit heilenden Wundverschlussmitteln behandelt werden. Bei großflächigen Wunden können lange Reiser senkrecht dicht nebeneinander auf die Wunde gelegt und zur Befestigung am oberen und unteren Wundrand unter die Rinde geschoben werden, so das die Wunde vollständig abgedeckt ist. Wenn die Reiser schnell anwachsen, übernehmen sie die Funktionen der
abgestorbenen Rinde.

Kalkanstrich

gestrichener ObstbaumDer Kalkanstrich bei Obstbäumen verhindert, das sich die Rinde ausdehnt und reißt. Auf der Südseite des Stammes erwärmt sich die Rinde bei Sonnenschein stark. Auf der Nordseite bleibt sie gfroren. Die warme Rinde dehnt sich, die kalte nicht. Es kommt zu Spannungen.
Wichtig ist, den Obstbaum durch den Kalkanstrich beizeiten winterfest zu machen. Je früher das geschieht, desto zeitiger wird die Abwehr gestärkt und umso mehr Chancen hat der Baum, den Winter gut zu überstehen und im Frühling kräftig neu durchzustarten.
  • Ab Mitte Januar, bis spätestens Ende Januar, Kalkanstrich ausbringen!
  • Einfach Kalk und Wasser mischen, so dass eine weiße Brühe entsteht.
  • Nicht zu viel Kalk verwenden, da er die Zellen weich macht. Auf 10 Liter Wasser nur 200 bis 300 g Speckkalk.
  • Einige Hobbygärtner fügen noch Lehm oder Tonmehl zu, aber Kalk reicht in der Regel aus.
  • Man streicht den Stamm damit ein.
  • Die Trockenzeit beträgt etwa 3 Stunden.
  • Nur an einem frostfreien Tag streichen!
  • Bis unter die erste Astgabel streichen!
  • Im Handel bekommt man auch Produkte für den Kalkanstrich, inzwischen auch für BIO und mit Spurenelementen angereichert.
  • Wenn keine Frostgefahr mehr besteht, kann der Kalkanstrich einfach wieder abgewaschen werden.
Alternative zum Kalkanstrich

Viele Gartenprofis warnen vor dem Kalkanstrich, da er die Zellen weich macht. Sie raten generell davon ab. Alternativ bieten sich an:
  • Arboflex von Flügel (Stammschutzfarbe); Haltbarkeit über 5 Jahre; bleibt dauerhaft am Stamm; zwei Anstriche nötig, Voranstrich und Hauptanstrich; zwei verschiedene Produkte; Voranstrich pro Liter etwa 10 Euro, Stammschutzfarbe pro 5 kg etwa 70 Euro.
  • Lehmbrühe. Sie macht die Rinde glatt und pflegt sie, wogegen Kalkbrühe sie aufraut und spröde macht.
  • Bio-Baumanstrich von Neudorff; aus hochwertiger Kieselsäuren, Kräuterextrakten und wertvollen Spurenelementen, aber auch mit Kalk; 2 Liter etwa 10 Euro