Obstbaumschnitt - Apfelbaumschnitt, Kirschbaumschnitt Anleitung

apfelbaum-schneiden-schere-hg-flWie bei allen anderen Gartenpflanzen sollten Sie auch bei Obstbäumen abgestorbene, verletzte oder kranke Triebe sofort entfernen. Nachlässigkeit kann schnell zu weiteren Schädigungen oder sogar zum Absterben des gesamten Baums führen. Auch Triebe, die bei Wind gegen andere Teile des Baumes reiben, sollten geschnitten werden, da sich auf der beschädigten Rinde in kurzer Zeit Krebsgeschwüre oder andere Krankheiten ansiedeln können.

Grundlegende Tipps zum Obstbaumschnitt
  • Um die Krone auszulichten, kürzen Sie am besten einige der unteren Äste bis zu einer größeren Verzweigung ein oder entfernen

    sie vollständig bis zum Stamm.
  • Durch das Zurückschneiden der oberen Zweige können Sie das Gewicht des Baums und somit das Risiko von Sturmschäden reduzieren.
  • Schwere Äste entfernen Sie am einfachsten in zwei Arbeitsschritten, das heißt, Sie sägen zunächst den oberen Teil ab und ...
  • ... entfernen
    anschließend den unteren Teil direkt am Stamm. Dies ist wichtig, damit die Rinde beim Abfallen des schweren Astes nicht eingerissen wird.

Derartige Wunden heilen nur sehr langsam und ziehen wiederum Krankheiten und Schädlinge an. Um dieses Risiko weiter herabzusetzen, sollten Sie den ersten Obstbaumschnitt daher auch immer auf der Unterseite des Astes durchführen und anschließend von oben her auf diesen Obstbaumschnitt zusägen.

Hinterher Schnittwunden verschließen

Der Einsatz von Wundverschlussmitteln ist umstritten. Einerseits birgt der bis zur Wundkallusbildung freiliegende Pflanzensaft ein hohes Infektionsrisiko, das durch die Wundpflege herabgesetzt wird, andererseits wird diese Kallusbildung durch den künstlichen Wundverschluss mitunter verzögert. Zu empfehlen ist daher, alle Schnittflächen mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 cm sofort mit Wundwachs zu verschließen, am besten innerhalb weniger Minuten nach dem Obstbaumschnitt. Eine spätere Versiegelung schließt auch bereits niedergelassene Pilzkeime ein. Bei größeren Flächen sollten Sie nur den äußeren Ring aus lebendem Holz versiegeln, jedoch das innere Kernholz und die Rinde frei lassen.

Verwenden Sie nur zugelassene Wundverschlussmittel, und wenden Sie diese gemäß der Herstelleranweisung an. Bei Regen sollten Sie mit der Wundversorgung warten, bis das Holz abgetrocknet ist, das das Mittel sonst abgewaschen oder zu stark verdünnt wird.