Pflaumenbaumschnitt - Tipps zum Schneiden

PflaumenbaumNachdem der Garten zur sommerlichen Oase erblüht ist, zeigen sich die ersten Austriebe von Obstbäumen. Für immer mehr Gärtner sind dabei kleine Pflaumenbäume interessant geworden. Die aromatischen Früchte sind begehrt, doch beim Pflaumenbaumschnitt können viele Fehler passieren. Hier sind Ratschläge aufgeführt, damit der Baum viele Blüten trägt.

Der erste Schnitt

Ein Pflaumenbaumschnitt kann aufwändiger sein, als so mancher denkt. Denn wenn ein Bäumchen gesetzt wurde und rund zwei Jahre später Blüten bildet, benötigt er regelmäßige Weiterbehandlungen. Gesetzt wird ein Pflaumenbaum generell

im späten Herbst oder relativ früh im neuen Jahresabschnitt. Ein Pflaumenbaumschnitt darf jedoch nicht sofort einsetzen. Wenn die Pflanze nach rund 12 Monaten weitere Triebe entwickelt hat, ist ein Erstschnitt nach dem Winter dagegen wichtig. Es ist dabei unbedingt darauf zu achten, dass neben dem Haupttrieb nach und nach eine Krone entsteht. Dies gelingt, wenn dem jungen Baum möglichst vier bis fünf stärkere Seitenäste verbleiben. Wichtig: Diese tragen später weitere Seitenäste mit den begehrten Früchten und sollten robust sein - grüne Sommertriebe am besten noch mit der Hand wegknicken. Dies sollte auch für Bäume gelten, die mitunter längere Zeit unbeaufsichtigt bleiben. Verholzte Sommertriebe schwächen nämlich die Blüten. 

Der Pflaumenbaumschnitt erfolgt kontinuierlich

In vielen Gärten zeigt sich, dass Pflaumen oftmals nur wenige Früchte ausbilden. Hauptursache dafür ist die Annahme, dass die schnell alternden Äste keinen Schnitt vertragen. Ohne kontinuierlichen Schnitt sprießen jedoch recht bald Konkurrenztriebe und ungünstige, schwächere Zweige am Baum. Typischerweise hält sich diese Annahme auch bei den folgenden, verwandten Arten:
  • Pflaumenbaumschnitt-Abfallden Mirabellen
  • den Zwetschgen
  • den Renekloden
  • den Halbzwetschgen
  • den Spenlingen 
Nach dem Erstschnitt werden über den Sommer hinweg kontinuierlich alle überschüssigen Seitenäste abgeschnitten. Bis zum kommenden Frühling gilt es, beim immer noch jungen Baum die seitlichen Hauptäste zu erziehen. Jeder Seitenast sollte so geschnitten werden, dass an den vier bis fünf Hauptästen rund sechs bis acht Seitenäste verbleiben. Generell ist darauf zu achten, den letzten Jahreszuwachs ungefähr bis zu einer innen liegenden Knospe zu halbieren. Weitere Triebe
innerhalb der Krone können verbleiben, sollten jedoch eine Länge von einer Handbreite nicht überschreiten. Vorsicht: Wenn die seitlichen Äste unerwartet mit dem Hauptstamm konkurrieren, müssen Sie diese mit Schnüren leicht wegspreizen.

Der Schnitt von verwahrlosten Bäumen 

Wie die bisherigen Schritte aufgezeigt haben, sollte ein Pflaumenbaumschnitt kontinuierlich erfolgen. Wenn Sie jedoch einen Garten übernehmen, der mit verwahrlosten Bäumen versehen ist, kann sich eine gewagtere Technik eignen. Charakteristisch für einen Pflaumenbaumschnitt ist, dass die Äste nicht stark verkürzt werden. Dies kann dem Pflaumenbaum schaden und er kann sich mitunter nicht vom Eingriff erholen. Aber: Alte Bäume können, wenn sie entsprechend gesund sind, ausnahmsweise einen starken Schnitt vertragen. Besonders lange und überflüssige Äste lassen sich bis zur Stammnähe absägen. Hierbei sollte der entsprechende Ast eine kleine Restlänge aufweisen, damit der Hauptstamm später nicht fault. Totes Holz kann abgeschnitten werden, bis sich neue Triebe zeigen. Auch in diesem Fall sollten Hobbygärtner darauf achten, dass Seitentriebe nicht mit dem Hauptstamm um die Wette wachsen. Wenn es sich dabei um stärkere Seitenäste handelt, müssen auch diese mit Schnüren oder sogar Holzbalken etwas abgespreizt werden.

Der Schnitt

nach der Erntezeit


niedriger PflaumenbaumDer Pflaumenbaumschnitt kann sich für alle Obstbäume dieser Art eignen. Nach der Ernte ist darauf zu achten, dass eine kleinere Auslichtung erfolgt. Denn Pflaumenbäume dürfen nicht mehr in der Frostperiode geschnitten werden, da offene Wunden ein größeres Risiko bedeuten. Tipp: Selbst Äste, die zuvor nur Pflaumen getragen haben, können plötzlich mit den stärkeren Seitenästen konkurrieren. Wenn sich etwa zwei Jahre alte Ersatztriebe gebildet haben, kann ein solcher Ast auch einmal entfernt werden. Charakteristisch für Pflaumenbäume ist nämlich, dass gute Äste hin und wieder überaltern und absterben. Somit sind Behandlungen für Pflaumenbäume etwas aufwändig, da sich zahlreiche wilde Triebe entwickeln können. Aber dafür entschädigen die süßlich bis aromatisch bitteren Früchte, die sich für einen Kuchen ebenso eignen wie zum Einkochen. Dabei gibt es zwischen den Pflaumensorten mitunter größere geschmackliche Unterschiede. Allen gemeinsam ist jedoch die Bodenbeschaffenheit. Pflaumenbäume mögen es, wenn die Erde nährstoffreich, im Sommer aber auch nicht trocken und dabei warm ist.
 
Vorteile & Zeitpunkt

Auch werden automatisch durch die vorhandene Wärme Pilzinfektionen verhindert, die bei dichtem Bewuchs sonst durchaus möglich wären.

Als Zeitpunkt für das Schneiden des Pflaumenbaums kann hier man die Sommermonate empfehlen. Während dies bei vielen anderen Obstbäumen nicht möglich wäre, kann hier auch in den wärmsten Monaten gearbeitet und zurück geschnitten werden.

Das Zurückschneiden sollte in den jüngeren Jahren des Pflaumenbaums um gut ein Drittel des Stammes erfolgen, bei schon älteren Pflaumenbäumen verhält sich der Schnitt dagegen wieder anders: hier - wie schon kurz angerissen - die älteren Äste entfernen und dafür sorgen, dass sich noch einige Hauptäste entwickeln können, wenn der Schnitt erfolgt ist.

Immer wieder ist auch das Abschneiden der neu sprießenden Triebe beim Pflaumenbaumschnitt von großer Bedeutung.