Raupenleimring - Anwendung und Kosten

Leimring am ObstbaumDie Heimat vieler verschiedener Insekten sind Obstbäume. Die Kronen und Astgabelungen dienen den Tieren zur Eiablage und den geschlüpften Insekten später zur Ernährung. Schädlingsbefall vor der Obsternte oder auch komplette Ernteausfälle sind durch diese Insekten daher möglich. Mit einem Raupenleimring können Hobbygärtner ihre Bäume schützen und gleichzeitig auf die Verwendung von schädlichen Insektenschutzmitteln verzichten.

Durch Insektenbefall können komplette Plantagen abgefressen werden

Meist im Herbst kriechen Raupen und Insektenweibchen, die keine Flügel haben bis in die Kronen der Obstbäume. An geschützten Plätzen

und in der groben Rinde werden die Eier der Insekten frostsicher abgelegt. Im folgenden Frühjahr schlüpfen aus diesen Eiern kleine Raupen. Ein besonders gefräßiger Schädling in Obstbäumen ist der kleine und der große Frostspanner. Auch deren Schlüpfzeit ist der frühe Herbst. Die Eier überstehen eiskalte Frostnächte und von April bis Juni können die Raupen komplette Plantagen kahl fressen. Auch die Knospen und Blüten der Obstbäume werden von diesen Insekten gefressen.

Anders als der kleine Frostspanner spinnt der große Frostspanner dünne Netze, um sich vor Feinden zu schützen. Der Befall ist dann bei genauem Hinsehen zu erkennen. Vor der Verpuppung suchen die Frostspanner Schutz in der Erde vor den Bäumen. Nach dem Schlüpfen verlassen die Weibchen das Erdreich wieder. Das Weibchen des Frostspanners kann ebenfalls nicht fliegen und kriecht daher am Stamm entlang bis in die Äste der Obstbäume. Mit einem Raupenleimring kann der Befall verhindert oder weitestgehend eingedämmt werden. Auch Blattläuse und Ameisen werden mit einem Raupenleimring effektiv abgewehrt. Durch den Wind können die Raupen mehrere Hundert Meter verweht werden. Befallene Bäume im Umkreis können daher trotz des angebrachten Raupenleimrings immer wieder befallen werden.

ObstbaumRaupenleimringe bieten Schutz vor Insekten ohne schädliche Insektengifte

Raupenleimringe können im Fach- und Gartenmarkt als gebrauchsfertige Fanggürtel für Insekten gekauft werden. Der Ring wird nach dem Umfang des Baumes zugeschnitten und mit einem beiliegenden Draht oder Bast befestigt. Der Ring muss eng an der Rinde anliegen, damit keine Raupen hinter der Klebefläche durchschlüpfen können. Außerdem sollten die Enden überlappen, damit sich der Ring im Laufe des Jahres nicht selbstständig auflöst. Damit keine nützlichen Insekten gefangen werden, sind die meisten Produkte dunkelgrün
eingefärbt. Zum Einfangen der kriechenden Schädlinge ist der Leimring mit Kunstharz behandelt. Die meisten Raupenleimringe haben zudem eine Kunststoff- oder Papierkrause, die eingeschnitten werden muss, um Regenwasser von der Klebefläche fernzuhalten.

Der Insektenschutz sollte rechtzeitig angebracht werden

Die im Handel erhältlichen Raupenleimringe sind meist als Meterware verpackt und ohne weitere Vorbereitung verwendbar. Daher können meist mehrere Obstbäume mit einer Packung wirksam gegen Insekten geschützt werden. Wichtig ist, dass der Raupenleimring genau nach den Vorgaben des Herstellers angebracht wird.
  • Der natürliche Insektenschutz sollte in einer Höhe von 60 bis 80 cm angebracht werden, um einen effektiven Schutz zu erhalten.
  • Die Weibchen der Frostspanner legen ihre Eier im Herbst ab. Der Leimring sollte daher vor der Eiablage bis spätestens Mitte Oktober angebracht werden.
  • Haben die Insekten ihre Eier abgelegt, muss der Raupenleimring entfernt und ersetzt werden. Das Material ist zwar kompostierbar, sollte aber zur Sicherheit verbrannt werden, um das Schlüpfen der Raupen im Frühjahr zu

    verhindern.
  • Außer Obstbäumen können mit der natürlichen Insektenabwehr auch Eichen, Buchen, Hainbuchen und der Ahorn vor einem Befall geschützt werden.
  • Da die Kunstharze frostsicher sind und ihre Wirkung auch bei Feuchtigkeit nicht verlieren, können die Raupenleimringe ganzjährig eingesetzt werden.
Die Preise für Raupenleimringe können variieren

Da keine Insektizide eingesetzt werden, ist ein Raupenleimring besonders umweltfreundlich und kann auf dem eigenen Kompost entsorgt werden, wenn kein Befall vorliegt. Raupenleimringe werden im Fachhandel von verschiedenen Herstellern angeboten. Meist sind Packungsgrößen von drei bis sechs Metern erhältlich. Das Befestigungsmaterial ist bei allen Herstellern als Schnur Bast oder Draht enthalten. Je nach Packungsgröße und Hersteller variieren die Preise für den Raupenleimring zwischen sechs und zwanzig Euro.

Tipps
  • Empfehlenswert ist es, den Raupenleimring im Oktober als Frostspanner zu verwenden und im Frühjahr bietet er einen wunderbaren Schutz gegen Ameisen. Aber auch die Bildung von Blattläusen kann durch den Raupenleimring unterbunden werden. Bei warmem Herbstwetter schlüpfen die Weibchen der Blattläuse, sind dabei aber ohne Flügel. Damit sie ihre 200 bis 300 Eier in der Baumkrone ablegen können, müssen sie am Baustamm hinauf kriechen.
  • Durch den Raupenleimring werden sie aber daran gehindert, denn hier bleiben sie einfach kleben. Damit bleibt die Baumkrone unversehrt und die Knospen können ungehindert sprießen.
  • Damit der Raupenleimring auch seine volle Wirkung entfalten kann, sollte die Baumrinde gut 80 Zentimeter über dem Boden mit einem Spachtel geglättet werden. Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, damit der Baum nicht verletzt wird. Diese Arbeit ist erforderlich, damit der Raupenleimring möglichst nah am Stamm liegen kann, der genau an dieser Stelle seinen Einsatz findet.
  • Damit der Raupenleimring auch bei Wind und Wetter fest am Baumstamm verbleibt, sollte er mit einem Draht angebunden werden, der in der Regel der Verpackung gleich beiliegt. Wird beim entsprechenden Baum ein Stützpfahl verwendet, ist es wichtig, auch diesen mit einem Raupenleimring zu versehen, denn sonst nehmen die Schädlinge diesen Umweg zur Baumspitze gerne in Kauf.