Säulenobstbaum pflanzen - Pflege, Schneiden und Sorten

Ein Säulenobstbaum ist für kleine Gärten und im Kübel auch für Balkone geeignetNicht jeder hat einen Garten zur Verfügung, in dem Obstbäume gepflanzt werden können. Die auch unter der Bezeichnung „Naschobst“ angebotenen Säulenbäume eröffnen trotzdem die Möglichkeit, einen kleinen Obstbaum heranzuziehen. In Baumschulen oder in Gartenbaucentern sind verschiedene Obstsorten als Säulenobstbaum erhältlich.

Säulenobstsorten
  • Birnen
  • Mirabellen
  • Süßkirschen
  • Zwetschgen
  • Sauerkirschen
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
Wenn Obstsorten ausgewählt werden, die von Natur aus zu einem Säulenbaum heranwachsen, weil das in ihrer Genetik liegt, ist besonders wenig Schnittaufwand notwendig. Ein durch

Zucht herausgearbeiteter Säulenobstbaum (selektive Form) zeichnet sich durch diese Merkmale aus:
  • Fruchtansatz nahe am Stamm
  • schwach wachsender Wurzelstock
  • früher Formschnitt
  • frühe Fruchtholzbildung
Auch wenn die nach diesen Kriterien herangezogenen Säulenobstbäume wesentlich mehr Schnittaufwand benötigen, sind sie sehr beliebt. Sie wachsen ganz leicht auf Balkon und Terrasse. Allerdings würde diese Form ohne regelmäßigen Schnitt ihre schlanke Optik verlieren. Deshalb sind eigentlich nur Apfelbäume als reine Säulenbäume anzusehen, alle anderen verlieren ohne den Schnitt schnell ihre typische und die erwartete schlanke Form. Es reicht nicht aus, einen als solchen gekennzeichneten Baum zu pflanzen, um ihn auch nach Jahren noch als solchen zu erkennen, ist der Schnitt notwendig.

Säulenobstbaum pflanzen
  1. Wenn der Säulenobstbaum gekauft und zuhause angekommen ist, sollte zunächst der Topf entfernt werden, in dem er steht.
  2. Der Erdballen wird aufgelockert, aber nicht in die Tiefe eingegriffen.
  3. Er wird dann in das zuvor ausgehobene Pflanzloch eingesetzt, dabei bleibt die Oberkante des Ballens nur knapp unter der Erdoberfläche.
  4. Es kann empfehlenswert sein, im Pflanzloch für einen guten Wasserabzug zu sorgen. Nach dem Einpflanzen wird kräftig Wasser angegossen.
  5. Auch in den folgenden Tagen sollte man den Baum und die Erde darunter beobachten, damit wieder nachgegossen werden kann.
  6. Eine Düngung erfolgt zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Werden mehrere Säulenobstbäume gepflanzt, sollte der Abstand dazwischen wenigstens 60 cm betragen.

Sobald das Obstbäumchen angewachsen ist, sollte es gedüngt werdenErst nach einigen Wochen, nachdem das Bäumchen angewachsen ist, wird mit einem handelsüblichen Dünger gedüngt, jedoch nur im Frühling und im Sommer. Ein organischer Dünger hat sich als sehr empfehlenswert herausgestellt, wie zum Beispiel Hornspäne oder trockener Dung. Das verbessert grundsätzlich den Boden und hilft dem Erdreich, dass sich nützliche Mikroorganismen bilden können. Auch Knochenmehl oder ein Bodenaktivator, alternativ auch Algen oder Mykorizza können dazu verwendet werden. Bäumchen im Kübel werden mit Flüssigdünger versorgt.

Tipp: Säulenobstbäume benötigen eine Stütze, Pfahl oder ein dicker Bambusstock sind ideal.

Säulenobstbäume können einzeln
in den Garten, im Kübel auf die Terrasse oder als Hecke bzw. vor eine Mauer gesetzt werden. Durch ihre schlanke Form sind sie auch für kleine Gärten geeignet. Wichtig sind ein sonniger bis halbschattiger Standort und ein normaler, tiefgründiger Gartenboden. Große Ansprüche stellen diese Obstbäume nicht und sind deshalb eine schöne Bereicherung für den Garten eines Besitzers mit wenig Zeit.

Säulenobstbaum schneiden

Die meisten als Säulenobstbaum erhältlichen Apfelbäume sind von Natur aus schlank und hochwachsend und benötigen sehr wenig Form durch Rückschnitt. Nur wenn einzelne Triebe von der Säulenform abweichen, benötigen sie einen Schnitt. Damit sich durch das Abschneiden nicht wieder ein neuer Trieb bildet, sollte der überzählige Zweig direkt am Stamm abgeschnitten werden. Das

sogenannte selektive Obstbäumchen muss regelmäßig geschnitten werden, sonst würde es seine schlanke Form schnell verlieren. Aber diese Zuchtform trägt dies nicht als einziges Merkmal, diese Bäume werden auch kleiner als die natürlichen Säulenobstbäume und haben mit rund 2 Meter ihre Höhe erreicht.

Um den Kirschen oder Birnen Säulenobstbaum schlank zu halten, müssen die Zweige auf eine Länge von 10-15 cm gekürzt werden. Er bildet besonders stark Seitentriebe aus. Dieser Schnitt wird am besten gegen Ende Juni durchgeführt, weil sich das Wachstum so am besten regulieren lässt und die Bäumchen dann mehr Blütenknospen ansetzen. Bei Pfirsichen und Birnen kann das Ausdünnen der Früchte sinnvoll sein, bei Kirschen und Pflaumen dagegen ist es nicht unbedingt notwendig.

Pflege von Kübel-Säulenobstbäumen

Natürlich sollte man einen Säulenobstbaum in einen ausreichend großen Kübel pflanzen, er sollte wenigstens 25 Liter Volumen haben. Nicht nur, weil das aus Gründen der Standfestigkeit notwendig ist, sondern auch, damit der Baum genügend Nährstoffe durch die begrenzte Erdmenge bekommt. In diesem Fall muss er auch nur alle fünf Jahre umgetopft werden, um dann wieder frische Erde einzufüllen. In der Zwischenzeit sollte vielleicht nur Erde nachgefüllt und Dünger gegeben werden. Dieser wird als Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, zugeführt.

Der Winterschutz ist für den im Kübel stehenden Säulenbaum sehr wichtig. Wenn die Möglichkeit besteht, ihn für den Winter an eine Südwand zu stellen, sollte das genutzt werden. Außerdem kann der Kübel mit Gartenvlies oder Styropor umhüllt werden oder auch in einen kühlen Wintergarten oder in ein kaltes Gewächshaus gestellt werden. Wenn der Säulenobstbaum im Freiland steht, wird zu seinen Füßen Laub angehäufelt und der Baum selbst mit Gartenvlies ummantelt.

Säulenobstbäume sind weniger krankheitsanfällig als große ExemplareSchädlinge und Krankheiten bei Säulenobst

Ein großer Vorteil in der Abwehr von Krankheiten hat der Säulenobstbaum wegen seiner hohen und schlanken Form. Normale Obstbäume können oft wegen der dichten Krone, in die kaum Licht und Luft hineinkommt, an diversen Erkrankungen leiden. Im Gegensatz zu ihnen ist der Säulenobstbaum sowohl schorfresistent wie auch mehltautolerant. Auch starke Winter können den zierlich wirkenden Bäumchen nur wenig anhaben.

Wissenswertes zu Säulenobstbäumen in Kürze

Grundsätzlich benötigt Säulenobst nur sehr wenig Platz und kann daher in Gefäßen oder auch als Obsthecke angepflanzt werden. So kann man sich nicht nur an Obst aus dem noch so kleinen aber eignen Garten freuen, sondern es auch als dekoratives Element einsetzen. Daneben gilt Säulenobst als sehr pflegeleicht und dennoch ertragsreich.
  • Beim Säulenobst handelt es sich um gezüchtete Obstgehölze, die überwiegend aus England stammen. Dort ist das Kultivieren von aufrechten Haupttrieben eine alte Tradition.
  • Das Obstsortiment erstreckt sich dabei vor allem auf Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Kirschen.
  • Charakteristisch für Säulenobst ist, dass die Bäume eine sehr schlanke und aufrechte Wuchsform haben.
  • In der Regel bildet Säulenobst keine oder nur recht kurze Seitentriebe und kann bis Ende September geerntet werden.
  • Pflanzen sollte man Säulenobst am besten in einem Holzkübel oder einem Terrakottatopf mit einem Fassungsvermögen von mindestens 30 l.
  • Dabei sollte eine Substratmischung aus hochwertiger Kübelpflanzerde, Sand und Urgesteinmehl verwendet werden.
  • Wichtig ist es, unbedingt Staunässe zu vermeiden, da diese Obstbäume dies gar nicht gut vertragen können.
  • Bevorzugt wird dabei ein sonniger oder halbschattiger Standort, ansonsten sind die Pflanzen recht anspruchslos.
  • Die Pflege ist sortenabhängig: Handelt es sich z.B. um Säulenäpfel, muss man wissen, dass sie gegen Schorf und Mehltau nahezu resistent sind.
  • Ein Pflegeschnitt ist bei allen Obstbäumen, die als Säulenobst wachsen, im Winter zu empfehlen. Dabei werden jedoch nur die Seitentriebe auf 10 bis 15 cm gekürzt und entsprechend der eigenen Vorstellung auch der Mitteltrieb.