Sauerkirschbaum - Pflege und Schneiden der Sauerkirsche

KirschbaumSauer und süß zugleich, mit berückendem Blütenduft und als Schattenspender gelangte die Sauerkirsche zur Beliebtheit. Dass ihre Früchte selbst bei anhaltendem Regen nur selten Schaden nehmen und platzen, ist ebenfalls ein überzeugender Vorteil. Dazu gilt es bei der Pflege des Sauerkirschbaums kaum Besonderheiten zu beachten, denn die Gewächse sind pflegeleicht und anspruchslos. Dennoch gilt es bei der Kultur und dem Schnitt die richtigen Maßnahmen durchzuführen, da die Sauerkirsche zwar robust, jedoch nicht unzerstörbar ist.  

Standort

Der Sauerkirschbaum gedeiht am

besten an einem luftigen Standort, der dennoch geschützt und sonnig ist. Ideal ist daher die Nähe zu einem Haus oder einer Wand - allerdings mit ausreichendem Abstand. Die Sauerkirsche kann je nach Art bis zu 15 Meter hoch und entsprechend ausladend werden, Gleiches gilt für das umfassende Wurzelgeflecht. Eine Entfernung von mindestens zwei bis sechs Metern sollte daher zu Mauern und Gebäuden eingehalten werden. Anderenfalls kann es hier zu Platzproblemen und Schäden am Gemäuer kommen.

Substrat

Der Boden muss für die Sauerkirsche reich an Nährstoffen und durchlässig sein. Ideal sind daher lockere Böden, auf einer humos-kiesigen oder sandig-lehmigen Basis. Lässt sich eine derartige Erde im Garten nicht finden, kann gut verrotteter Kompost in Kombination mit frischer Gartenerde und auflockerndem Material zum Einsatz kommen. Zur Auflockerung geeignet sind:
  • Sand
  • Kies
  • Mulch
  • Perlite
  • Kokosfaser
Staunässe ist für die Sauerkirsche verheerend, daher sollte Wasser auch bei anhaltendem Regen gut abfließen können. Dementsprechend ungünstig sind Senken oder unmittelbare Nähe zu Gewässern, ebenso wie zur Verdichtung neigende Böden.  

Bodenvorbereitung

KirschbaumDa sich die Wurzeln der Sauerkirsche weit und tiefgehend ausbreiten, muss der Boden vor dem Einpflanzen entsprechend vorbereitet werden. Es empfiehlt sich, den künftigen Standort großzügig umzugraben und dadurch aufzulockern. Diese Maßnahme stellt sich, dass die Sauerkirsche im Anschluss schnell und problemlos anwachsen kann. Zusätzlich sollte, sofern nicht bereits Kompost im Substrat verwendet wurde, Dünger in Substrat und Pflanzlock gegeben werden. Geeignet sind organische Mittel, wie beispielsweise Kompost, Rindenmulch oder Pflanzenjauche.  
 
Einpflanzen

Ein junger Sauerkirschbaum wird optimaler Weise im späten Sommer oder Herbst gepflanzt, in jedem Fall aber vor dem Einsatz des Frostes. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:
  • 1. Am gewünschten Standort wird für den Sauerkirschbaum ein Pflanzloch ausgehoben, das etwa so tief wie der bisherige Pflanzcontainer und ungefähr doppelt so breit ist wie dieser.
  • 2. Der Wurzelballen wird abschließend eingesetzt, sollte also weder deutlich unter noch über dem sonstigen Erdniveau stehen.
  • 3. Das Pflanzloch wird rund um die Wurzeln mit dem obig beschriebenen Substrat gefüllt. Die Erde wird festgeklopft oder -getreten.
  • 4. Bei sehr jungen Sauerkirschbäumen sollte direkt neben der Pflanze ein Holzpfahl eingesetzt und mit dem Gewächs verbunden werden. Hierdurch wird das Bäumchen stabilisiert.
  • 5. Direkt nach dem Einpflanzen wird die Sauerkirsche durchdringend gewässert, um das Anwachsen zu begünstigen.
Während des ersten Jahres ist zum einen darauf zu achten, dass die Baumscheibe frei bleibt. Unkräuter und andere Gewächse sollten also entfernt werden oder zumindest nicht zu nah stehen. Zum anderen sind die Wurzeln anfangs noch nicht ausreichend entwickelt, um die Sauerkirsche ausreichend zu versorgen. Es ist daher von essenzieller Bedeutung, in den ersten Standjahren ausreichend oder zumindest während anhaltender Trockenphasen zu wässern.

Tipp: Eine dicke Schicht Rindenmulch rund um die Baumscheibe verringert

die Verdunstung, hält das Erdreich feucht aber nicht nass. Hierdurch wird die Austrocknung ebenso verhindert wie Staunässe.

   
Gießen

Angewachsene
Sauerkirschbäume versorgen sich weitestgehend selbst, da sie ein weitreichendes Wurzelgeflecht entwickeln und dadurch auch auf tieferliegende Wasserreserven zurückgreifen können. Zumindest während der ersten Standjahre und bei anhaltender Trockenheit sollte daher zur Gießkanne oder dem Gartenschlauch gegriffen werden. Gegossen wird die Sauerkirsche schwemmend aber so, dass keine Staunässe entsteht. Die bereits erwähnte Schicht Rindenmulch kann dabei helfen, den Gießaufwand so gering wie möglich zu halten.

Tipp: Wer rund um die Baumscheibe eine Vertiefung im Boden formt, kann den Sauerkirschbaum besonders sparsam und gezielt gießen.

Düngen

KirschbaumZeigen sich im Frühjahr die ersten neuen Triebe am Sauerkirschbaum, ist es Zeit für die Düngung. Diese muss nur einmal im Jahr erfolgen und kann auch noch nach der Ernte im Sommer nachgeholt werden. Eingesetzt werden wahlweise organische und natürliche Mittel, wie Kompost, Pflanzenjauche, Teichwasser, Rindenmulch oder Stallmist. Alternativ kann auch ein Volldünger verwendet werden. Für die Düngung sollte der Zustand eines leicht trockenen Substrats abgewartet werden, damit gemeinsam mit der Gabe des Düngemittels auch ein schwemmendes Gießen erfolgen kann. Durch diese Maßnahme verteilen sich die Nährstoffe sofort und gleichmäßig im Erdboden. Das Risiko für chemische Verbrennungen an den Wurzeln wird gesenkt, der Sauerkirschbaum kann die Düngung schneller nutzen und an Kraft gewinnen. Zusätzlich zur Düngung der Sauerkirsche sollte dem Baum einmal jährlich eine neue Mulchschicht gegönnt werden. Diese wirkt ebenfalls versorgend, setzt enthaltene Nährstoffe aber allmählich und langsam frei und wirkt zudem als Schutz gegen Verdunstung und Unkraut.

Pflege der Baumscheibe

Wie bereits erwähnt, reagiert die Sauerkirsche anfangs empfindlich auf Konkurrenz. Daher ist es in den ersten Standjahren oder zumindest in der Zeit bis zum Anwachsen ratsam, die Baumscheibe frei von Unkraut zu halten. Eine dicke Schicht Rindenmulch oder Grasschnitt als Auftrag rund um die Baumscheibe reduziert den hierfür nötigen Aufwand erheblich, da sie das Wachstum von anderen Pflanzen unterdrückt. Ist der Sauerkirschbaum stabil genug angewachsen, um den Holzpfahl zu entfernen, darf auch die Baumscheibe verkleinert werden. Ein oder zwei Unkräuter stören an dieser Stelle dann nicht mehr.
 
Verschnitt

Der Sauerkirschbaum kann weitestgehend sich selbst überlassen werden, profitiert aber dennoch von einem Verschnitt. Dieser wird idealer Weise direkt nach der Ernte durchgeführt, damit der Baum schnell wieder austreiben und bereits im nächsten Jahr neue Zweige und Blüten an diesen ansetzen kann. Vorgegangen wird beim Verschnitt der Sauerkirsche wie folgt:
  • 1. Im ersten Schritt werden beim Sauerkirschbaum alle Triebe stammnah entfernt, die nach innen wachsen und sich direkt überkreuzen. Das Gewächs wird also ausgelichtet.
  • 2. Im Zweiten Schritt werden Konkurrenztriebe entfernt, die sich eventuell am jungen Stamm zeigen.
  • 3. Abschließend werden alle Äste und auch die Höhe des Baums eingekürzt. Je nach Alter und Größe des Baums sollte diese Maßnahme mehr oder weniger radikal erfolgen. Beim jungen Sauerkirschbaum reicht es aus, wenige Zentimeter abzuschneiden und die Pflanze so zum Verzweigen und dichteren Austrieb zu erziehen. Bei älteren Exemplaren dürfen es gar 30 bis 50 Zentimeter sein.
Der Verschnitt der Sauerkirsche sollte jährlich durchgeführt werden, damit jeweils nur wenige Triebe entfernt oder gekürzt werden müssen. Auf diese Weise ist die Pflege für den Obstbaum am schonendsten. Zusätzlich können sich Hobbygärtner je nach Art und Vorliebe zwischen einer kugel- oder spindelförmigen Erziehung der Kirsche entscheiden. Für Kugelformen werden die vier stärksten Triebe belassen, alles weitere aber geschnitten. Bei der spindelförmigen Sauerkirsche werden hingegen kleine, nach oben oder nach innen wachsende Triebe entfernt. Der Rest verbleibt am Stamm.

Tipp: Wachsen die Äste zu steil und erschweren dadurch die Ernte, können sie durch Gewichte zu einem tieferen Wachstum erzogen werden. Geeignet sind mit Sand oder Steinen gefüllte Beutel, die an den Ästen befestigt werden.

Überwinterung

KirschbaumDer Sauerkirschbaum ist problemlos winterhart und stellt daher keine besonderen Anforderungen an den Winterschutz. Ist er angewachsenen und steht an einem geschützten Standort, kommt er gänzlich ohne gesonderten Schutz aus. Anders verhält es sich direkt nach dem Einpflanzen. Hier sollte auf der Baumscheibe Reisig aufgetragen und der junge Stamm mit Vlies oder mehreren Lagen Jute, alten Decken oder durch Anhäufelung von Stroh vor Minusgraden geschützt werden. Wer den Sauerkirschbaum noch im Kübel kultiviert, sollte das Gewächs im Haus überwintern. Hier steht er am besten hell aber kühl und über 0°C. Zudem ist dafür zu sorgen, dass die Erde auch im Winter nicht vollständig austrocknet. Im Freien ist dazu keine beziehungsweise nur sehr selten eine Wassergabe von Nöten. Bei der Überwinterung im Haus sollte wenig dafür aber regelmäßig gegossen werden.

Fazit

Der Sauerkirschbaum ist ein pflegeleichtes und ertragreiches Gewächs, das ideal für Anfänger geeignet ist und nicht viel Aufwand bereitet. Dennoch benötigt der Baum die eine oder andere Maßnahme, um gedeihen zu können. Die Arbeit hierfür ist allerdings verschwindend gering.