Süsskirsche schneiden, zurückschneiden, Schnitt, Kirsche

Allzu zaghaft sollte der Rückschnitt bei Kirschen nicht ausfallenKirschbäume, insbesondere die Süßkirsche, gehören zu den beliebtesten Pflanzen und Früchten der Deutschen. Viele Hobbygärtner wünschen sich einen eigenen Kirschbaum, um ihren Garten mit der hübschen Pflanze zu schmücken und im Sommer selbst angebaute Kirschen genießen zu können.

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Sorten der Süßkirsche, die richtige Pflege und den geeigneten Standort:

Der richtige Standort für die Süßkirsche

Die Süßkirsche, die in harte Knorpel-Kirschen und weiche Herz-Kirschen unterschieden

werden, braucht einen sonnigen Standort. An den Boden stellen sie kaum Ansprüche, sodass sie im Garten hervorragend wachsen. Experten empfehlen, die auch als Vogelkirsche bekannte Frucht in frischen, sickerfeuchten, mittel- bis tiefgründigen und sehr nährstoff- und basenreichen Mull- oder Lehmböden einzupflanzen. Die Wahl eines passenden, lebensfördernden Standorts ist der erste Schritt zur fördernden Pflege. Wenn sich die Süßkirsche im Boden wohlfühlt, wächst sie auf bis zu 30 m Höhe, wobei 15 m die Regel sind. Die Wuchshöhe muss bei der Standortwahl natürlich bedacht werden. Kommt eine Süßkirsche aufgrund Platzmangels nicht infrage, so empfehlen sich Halbstämme oder Zwergkirschbäume.

Vogelkirsche einpflanzen

Neben der richtigen Standortwahl gehört die Wahl der idealen Pflanzzeit zu den Voraussetzungen für die Pflege der Süßkirsche. Die Vogelkirsche bevorzugt das späte Frühjahr zwischen Anfang März und Ende April oder den frühen Herbst. Bei der Anpflanzung sollte darauf geachtet werden, die Süßkirsche so tief einzupflanzen, wie sie es aus dem Container gewohnt ist. Das auszuhebende Loch sollte aber den doppelten Durchmesser und die doppelte Tiefe des Containers aufweisen, um allen Wurzeln Freiraum zum Wuchs zu geben. Die Vogelkirsche kann aufgrund ihrer geringen Anforderungen unmittelbar in die Gartenerde gesetzt werden. Um das Wachstum zu fördern, kann das Pflanzloch mit Komposterde angereichert werden. Nach dem Einpflanzen will die Süßkirsche gut eingewässert werden. Düngung ist im ersten Jahr nicht nötig, später empfiehlt sich die halbjährliche Kompostdüngung.

Wie Kirschbäume geschnitten werden

Wie ihre Baumfamilie ist die Süßkirsche starkwüchsig. Sie neigt zu weitem Wachstum. Ein regelmäßiger Schnitt ist wichtig, um die üppige Kirschernte zu sichern und lange Freude an der Vogelkirsche zu haben. Wichtig beim Schnitt ist das Wissen, dass Süßkirschen nicht viele Äste brauchen, sie sind bei regelmäßigem Schnitt und lichter Krone am fruchtbarsten. Geschnitten wird im Sommer, sobald die Ernte gepflückt wurde. Der rechtzeitige, jährliche Schnitt garantiert im nächsten Sommer eine gute Ernte, dämpft das Wachstum und hilft der Süßkirsche bei der schnellen Wundheilung. Auf keinen Fall darf die Süßkirsche im Herbst geschnitten werden, denn aufgrund vieler Niederschläge und ungünstigen Klimas können Krankheitserreger schnell eindringen.

Beim Auslichten der Süsskirsche kommt die Astschere oder -säge zum EinsatzSo sollten Sie beim Schnitt vorgehen:
  1. Der Schnitt dient zur Verkleinerung der Krone. Ihre Äste vorher begutachten, um gute Ansatzpunkte zu finden.
  2. Benötigt werden eine Astschere und eine Astsäge zur Entfernung dicker Äste.
  3. Um Krankheiten zu vermeiden, müssen alle Werkzeuge vor dem Schnitt desinfiziert werden.
  4. Ins Innere des Baumes wachsende Seitenäste herausschneiden.
  5. Herabhängende Äste
    einkürzen
  6. Geschnitten wird oberhalb der kräftigen jungen Seitentriebe.
  7. Steil nach oben wachsende, konkurrierende Triebe entfernen
  8. Kräftige und stark verzweigte Äste mit hängenden Seitentrieben kräftig

    einkürzen.
  9. Zerfaserte Schnittstellen mit einem scharfen Messer nachschneiden.
  10. Bukett-Triebe nur schneiden, wenn sie steil nach oben wachsen. Die kurzen, quirlartig angeordneten Seitentriebe bringen die meisten Kirschen hervor.
  11. Bei Platzmangel können starke, alte Äste entfernt werden. Das Ziel ist stets eine lichte Krone! - Nach dem Schnitt alle Wunden mit Wundverschlussmittel versorgen, um das Eindringen von Keimen zu verhindern.
Achtung: Die Süßkirsche wird beschnitten, aber die Sicherheit des Gärtners darf nicht vergessen werden. Die Leiter sollte an Hauptäste oder den Stamm gelehnt werden, um Stürze durch brechende Äste zu verhindern.

Überwintern von Vogelkirschen

Auch junge Süßkirschen können sehr gut im Freien überwintern. Sie sollten aber mit einer Ummantelung aus Strohmatten oder Fleece geschützt werden. Ältere Bäume können ebenfalls geschützt werden. Sie sollten sich aber an den Winter gewohnt haben, sodass sie keinen Schutz brauchen.

Die Süßkirsche ist pflegeleicht

Aufgrund ihrer geringen Anforderungen gilt die Vogelkirsche als pflegeleicht. Wurden die Hinweise zu Standort, Pflanzzeit, Einpflanzung und Schnitt beachtet, so sind die  wichtigsten Schritte zur Pflege der Süßkirsche getan. In den Folgejahren gilt es, Pflegefehler zu vermeiden und die Süßkirsche vor Frost zu schützen.

Das sind die wichtigsten Pflegehinweise:
  • In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen sollte die Süßkirsche gegossen werden.
  • Später ist das Gießen nur in längeren Trockenperioden nötig. Auch bei der Überwinterung reicht sparsames Gießen.
  • Kirschen müssen stets mit dem Stiel gepflückt werden.
  • Die unbeschädigten Süßkirschen können zwei Wochen gelagert werden.
Die Süsskirsche oder Vogelkirsche ist leider anfällig für KrankheitenKrankheiten und Schutz der Vogelkirsche

Kirschbäume sind aufgrund ihres starken Harzens anfällig für Krankheiten wie Blattbräune, Monilia-Fruchtfäule, Monilia-Spitzendürre und die Schrotschusskrankheit. Auch die Süßkirsche ist von diesen durch Pilze verursachten Krankheiten betroffen. Geschützt wird sie in erster Linie durch vorsichtigen Schnitt und Hilfe zur Wundheilung mit Wundverschlussmitteln. Ist der Baum trotz Vorsichtsmaßnahmen betroffen, so muss die Behandlung schnellstmöglich beginnen. Im Fachhandel sind chemische Mittel erhältlich, die der Süßkirsche nicht schaden, aber die Erreger bekämpfen. Wichtig zur Prävention eines Umgreifens sind darüber hinaus die sofortige Entfernung und Vernichtung befallener Blätter, Zweige und Früchte und die Desinfektion des Schneidewerkzeugs.

Vogelkirschen werden auch gerne von Schadinsekten, vor allem der Kirschfruchtfliege und der Schwarzen Kirschenlaus befallen. Gegen sie werden ebenfalls chemische Mittel aus dem Fachhandel eingesetzt. Hobbygärtner sollten Seminare zu Obstkrankheiten besuchen oder eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Fazit: Die Süßkirsche braucht wenig Pflege

Die Süßkirsche gilt, wie alle Kirschbäume, als sehr pflegeleicht. Wer die genannten Pflegehinweise beachtet und seine Vogelkirsche regelmäßig schneidet, wird lange Freude an den Früchten haben.
  • In vielen Gärten ist die Süßkirsche beheimatet. Die Obstbäume, die diese Frucht tragen, stammen ursprünglich aus dem Gebiet um das Schwarze Meer und sind schon seit Jahrhunderten auch in unseren Gefilden zu finden.
  • Neben der Ernte und der so genannten Erziehung der Süßkirsche, muss man sich auch um den Schnitt des Baumes kümmern. Dieser hängt allerdings von der eben genannten Form der Erziehung ab, die gewählt werden soll.
  • Soll die Süßkirsche als Busch erzogen werden, so wählt man eine Stammlänge von rund 60 cm aus, sucht sich einige Seitentriebe, die eine gute Entwicklung vorzuweisen haben und schneidet diese so weit zurück, bis sie sich alle auf einer Ebene befinden.
  • Nicht ganz so weit wird die Verlängerung des Stamms zurück geschnitten, hier sollte man etwa 10 cm mehr einplanen.
Soll es dagegen eine Spindelerziehung werden, so wird der Kirschbaum wiederum in anderer Form geschnitten: Auch hier verwenden Sie als Maß eine Höhe von 60 cm und entfernen bis zu dieser Höhe die Seitentriebe. Alles, was über dieser Grenze liegt, wird dagegen nicht geschnitten, sondern lediglich nach unten gebunden. Hierzu sind spezielle Klammern im Baumarkt oder Gartenfachmarkt erhältlich, Sie können aber auch Seile oder Schnüre verwenden.

Auch bei der Stammverlängerung erfolgt kein Schnitt, dafür werden die Knospen entfernt, die sich unterhalb der Spitzenknospe befinden. Bei etwaigen Problemen oder Unsicherheiten, z.B. was das Erkennen von Trieben angeht, sollte eine entsprechende Lektüre, welche bebildert ist, zu Rate gezogen werden oder aber ein Besuch beim Gärtner zusätzliche und wichtige Ratschläge und Tipps bringen. Denn durch das Abschneiden eines falschen Triebes oder einer Stammverlängerung kann die Süßkirsche massiv in ihrem Wachstum und in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden.