Was ist eine Problemfällung & Risikofällung?

Was ist eine Problemfällung & Risikofällung? Bei hohen Bäume ist oft eine schrittweise Fällung nötig - beginnend mit der KroneEine Baumfällung wird zur Problemfällung und Risikofällung, wenn durch den fallenden Baum eine Beschädigung an nahe liegenden Gebäudeteilen, Freileitungen und angrenzenden Grundstücken nicht ausgeschlossen werden kann. Problemfällungen und Risikofällungen sollten grundsätzlich nur von versierten Fachfirmen ausgeführt werden. Die Kosten durch hervorgerufene, unbeabsichtigte Schäden können bei einer Selbstausführung durch Hobby-Heimwerker oder Laien beachtlich steigen.

Schutzmaßnahmen und -bekleidung bei Baumfällungen

Das Sicherheitsrisiko liegt

in der Ausdehnung des Baumes, seiner möglichen Fallrichtung und natürlich im Umgang mit der Kettensäge. Nur die richtigen Sicherheitsvorkehrungen sowie die entsprechende Bekleidung können das Risiko bei der Arbeit deutlich verringern. Zur Arbeitsschutzbekleidung eines Baumfällers gehört ein Schutzhelm inklusive Hörschutz, ein Gesichtsschutz, durchschnittsichere Beinbekleidung, durchschnittfestes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe aus solidem Leder.

Die Problemfällung und Risikofällung von Bäumen, ebenso das Auslichten und Ausästen erfordern grundsätzlich die Einhaltung sämtlicher Schutzvorkehrungen:
  • Der Gehörschutz verhindert langfristig Hörschäden.
  • Ein Gesichtsschutz verhütet Verletzungen durch zurückschnellende Zweige oder Späne.
  • Bei der Beinbekleidung gibt es zum einen Beinlinge als Stoffröhren, zum anderen Arbeitshosen, welche sich in Sommer- und Winterhosen unterscheiden.
Die Beinbekleidung besteht im vorderen Teil aus mehreren Lagen Stoff, in denen sich die Kettensäge verwirkt. In den Waldarbeiterstiefeln ist im vorderen Teil eine durchschnittsichere Einlage eingearbeitet. Im Bereich der Zehen befindet sich eine Zehenschutzkappe. Diese verhindert ein Abquetschen der Zehen durch herabfallende Äste oder rollende Baustämme. In den Sicherheitsschuhen- und Stiefeln befindet sich außerdem ein Knöchelschutz. Durch diese Sicherheitsvorkehrungen können Unfälle bei der Problem- und Risikofällung leider nicht ausgeschlossen aber deutlich minimiert werden. Das hohe Sicherheitsrisiko der Problemfällung und Risikofällung sollte auf keinen Fall unterschätzt werden.

So bereiten Sie eine Baumfällung vor

Ob Risikofällung oder nicht - wenn ein Baum gefällt werden soll, sind im Vorfeld einige Dinge zu beachten, die nachfolgend kurz zusammengefasst werden:

  1. Zunächst müssten Sie sich informieren, ob der betreffende Baum unter gesetzlichem Schutz steht. Sobald ein Baum wirklich als Baum bezeichnet werden kann, und nicht als "Bäumchen", ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass er von einer Baumschutzverordnung oder Baumschutzsatzung erfasst wird, also nicht einfach gefällt werden darf. In
    Brandenburg sind z. B. Bäume ab einem Stammumfang von 60 cm in Brusthöhe geschützt, in Berlin ab 80 cm, das sind eigentlich fast noch "Bäumchen" mit einem Durchmesser von unter 20 bzw. gut 25 cm. Auf die Art des Baumes kommt es natürlich auch an, manchmal werden alle Bäume bis auf viele oder wenige Ausnahmen geschützt, manchmal ist eine Liste geschützter Arten angegeben.

  2. Nicht nur bei Problemfällungen: Der Umgang mit Kettensägen sollte gelernt seinWenn der Baum geschützt ist, müssen Sie eine Fällgenehmigung beantragen, die nur erteilt werden wird, wenn bestimmte, ebenfalls in der Baumschutzvorschrift genannte Voraussetzungen erfüllt sind. So kann ein Baum z. B. gefällt werden, wenn er krank ist, oder zu groß für sein Umfeld, sodass er sich nicht mehr artgerecht entwickeln kann oder die Nutzung eines Grundstücks unzumutbar beeinträchtigt oder aus ähnlichen Gründen, die dem Allgemeinwohl den Vorrang vor dem Wohl des Baumes und seinem

    Nutzen für die Umwelt geben.

  3. In jeder Baumschutzvorschrift ist eine Vorschrift enthalten, nach der die Fällung eines Baumes möglich ist, wenn von diesem Baum Gefahren für Personen und/oder Sachen ausgehen. Was Sie dann tun müssen, ist aber wieder unterschiedlich geregelt: Manchmal dürfen und müssen Sie bei akuter Gefahr sofort tätig werden und die vollzogene Fällung erst hinterher der Behörde anzeigen. Manchmal müssen Sie auch, wenn der Baum schon schwankt, vor der Fällung einen formlosen Antrag beim zuständigen Amt stellen. Wenn die Fällung in der Nist- und Brutzeit (1.3. bis 30.9.) erfolgen soll, müssen Sie meist eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Am besten wenden Sie sich auf jeden Fall zunächst kurz telefonisch an die zuständige Behörde, dort werden Sie über die Gesetzeslage aufgeklärt und erfahren auch gleich, ob in der bei Ihnen geltenden Baumschutzsatzung bei Erteilung einer Fällgenehmigung eine Ersatzleistung gefordert werden wird, als Neupflanzung oder Geldzahlung. Außerdem wird man Sie darüber aufklären, ob Sie ein Formular brauchen und welche Unterlagen dem Antrag beigelegt werden müssen, häufig wird ein Lageplan des Grundstücks verlangt, mit vorliegendem Baumbestand nach Standort, Art, Stammumfang und Höhe. Meist müssen Sie Ihr Fällvorhaben begründen und den zu fällenden Baum fotografieren und im Plan markieren.

Wer entscheidet, ob es sich um eine Problemfällung handelt?

Sie selbst entscheiden, ob es sich bei Ihrer Baumfällung um eine Problemfällung oder Risikofällung handelt, das Gesetz verlangt schlichtweg, dass Sie den Baum so fällen, dass nichts und niemand dabei gefährdet wird. Sie könnten sich also durchaus daran machen, sich über das richtige Werkzeug, die richtige Art des Fällens, die empfehlenswerte Fällrichtung und eine ausreichende Sicherung zu erkundigen und dann einen Kettensägen-Kurs besuchen, um Ihrem Baum anschließend selbst an den Kragen zu gehen.

Auf Problemfällungen und Risikofällungen haben sich viele Firmen spezialisiertOb ein solches Vorgehen empfehlenswert ist, ist eine andere Frage, auf jeden Fall ist es alleine Ihr Risiko, und Sie haften, wenn ein Baum beim Fällen auf das Auto des Nachbarn fällt oder andere, vielleicht sogar schlimmere Schäden verursacht. In der Regel gehen erfahrene Baumfällunternehmen davon aus, dass ein Baum immer dann nicht von einem Laien gefällt werden sollte, wenn er in mehreren Teilstücken gefällt werden muss, weil er zu nahe an menschlichen Aufenthaltsorten steht.

Wenn Sie bei Ihren Überlegungen zum Ergebnis gekommen sind, dass es das größte Risiko bei der Fällung sein könnte, wenn Sie selbst ohne die notwendige Erfahrung mit einer Kettensäge herumfuhrwerken und sich dieser Erkenntnis folgend für die Beauftragung einer Fachfirma zur Beseitigung des Baumes entschieden haben, wird Sie diese Fachfirma in aller Regel auch bei der Einholung einer Genehmigung unterstützen. Außerdem werden Sie von der Fachfirma gleich darüber beraten, wie mit dem verbleibenden Baumstumpf umzugehen ist. Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Wurzelstock auszufräsen, kann das die Fachfirma dann gleich bei der Fällung erledigen, so sparen Sie dann schon einmal eine An- und Abfahrt.