Begonien pflanzen & vermehren

Begonien pflanzen & vermehren

Warum die wunderschönen Begonien einen so uncharmanten deutschen Namen wie Schiefblatt tragen, ist nicht recht zu ergründen.

blumenbeet3 flDenn schief sind die dichtblättrigen Blüten dieser Pflanze wirklich nicht. Man könnte eher sagen, sie sind auch bei raumbeengendem Blütenreichtum ausgesprochen symmetrisch geformt (natürlich ist es doch zu ergründen, die Begonien sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Schiefblattgewächse, der Begoniaceae). Diesen Blütenreichtum produzieren Begonien auch noch an Standorten, an denen viele andere Pflanzen sich schwertun, deshalb sind sie zu Recht beliebt.

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Begonien pflanzen

Begonien sind in Bezug auf den Standort die idealen Lückenfüller: Sie gedeihen und blühen auch an kühlen Plätzen im Schatten oder Halbschatten, wo viele andere Pflanzen nur noch wenig Blüten produzieren. Begonien möchten sogar unbedingt auf zu viel Sonnenlicht verzichten. Direktes Sonnenlicht könnten diese “Schattenblumen” sogar übel nehmen.

An den Boden haben die schönen Pflanzen schon etwas mehr Ansprüche: Er sollte feucht und humushaltig und reich an Nährstoffen sein oder durch entsprechende gärtnerische Tätigkeit gemacht werden.

Wenn Sie Begonien in den Garten pflanzen möchten, dann bitte erst ab Mitte Mai, wenn nach den Eisheiligen der letzte Spätfrost auf jeden Fall vorbei ist. Die Begonienknollen (Begonienzwiebeln) sind nämlich sehr anfällig gegen Frost. Es handelt sich ja hier um Gewebe mit einem großen Wassergehalt, das schnell gefriert.

Die meisten Begonien brauchen Pflanzabstände um 25 cm, um einen dicht gefüllten Blütenteppich auszubilden, ohne sich gegenseitig zu bedrängen. Bei manchen Sorten werden jedoch abweichende Pflanzabstände empfohlen, Sie sollten also bei Kauf den richtigen Abstand für die gerade erworbene Sorte erfragen.

Die Begonienknollen sollten beim Pflanzen nur von einer dünnen Erdschicht von zwei bis drei Zentimeter Erde bedeckt werden, sonst hätten die ersten Blätter zu viel Mühe, nach oben durchzustoßen. Die Knolle wird dabei mit der ausgewölbten Seite nach unten und mit der Mulde nach oben in die Erde
gesetzt, aus der Mitte dieser Mulde werden sich die ersten Blätter entwickeln.

Die weitere Pflege ist dann recht einfach, Sie müssen vor allem auf die richtige Bewässerung achten. Denn Begonien mögen überhaupt kein angestautes Wasser, weder in einem Topf noch auf dem Gartenboden. Sie sollten Sie also immer nur so viel gießen, dass der Boden nicht austrocknet. Dann könnten Sie den Begonien noch alle zwei Wochen etwas flüssigen Dünger geben, den Sie ins Gießwasser mischen.

Begonien vermehren durch Stecklinge

Begonien lassen sich sehr gut vermehren. Sie können die Begonien das ganze Jahr über vermehren. Welche Vermehrungsart Sie wann wählen, hängt von der Verwendung der neu gewonnenen Begonien ab.

Wenn Sie die Begonien z. B. weitergeben oder woanders ansiedeln möchten, können Sie nach der Blüte (zwischen Frühling und Beginn des Sommers) sofort Stecklinge der Triebspitzen abschneiden. Sie trennen dann Tochtertriebe von der Mutterbegonie, unmittelbar unterhalb eines Blattansatzes, wenn sie etwa 8 cm lang ist. Das oberste Blattpaar bleibt dran, die unteren Blätter werden vorsichtig entfernt. Diese Stecklinge werden nun in kleine Gläser mit Wasser gestellt, die mit Folie abgedeckt werden. Dazu piken Sie ein paar Löcher in die Folie, in die die Stängel der Stecklinge geschoben werden.

Nach etwa einer Woche sollten

sich die ersten Wurzelausläufer bilden. Wenn die Wurzeln nach etwa einem Monat stark genug sind, können die kleinen Begonien in (nicht zu kleine) Töpfe gesetzt und weitergegeben oder in den Garten gesetzt werden. Wenn Sie bei den jungen Pflanzen regelmäßig die Triebspitzen kappen, werden Sie Begonien mit einem schön buschigen Wuchs heranziehen.

giessen5 flKnollenteilung und Brutknollen

Wenn Sie ein bestehendes Begonienbeet noch für die laufende Saison ein wenig auffüllen möchten, können Sie zu Beginn der Vegetationsperiode die Knollen teilen. Sie müssen nur darauf achten, dass jedes Teil eine Triebknospe enthält. Sie sollten natürlich nur recht kräftige und ausladende Mutterknollen teilen, die Teilstücke werden dann ebenso wie die Mutterknolle wie oben beschrieben eingepflanzt.

Wenn Sie zusätzliche neue Pflanzen für die nächste Saison gewinnen möchten, können Sie auch noch im Herbst nach Brutknollen suchen, die sich meist an der Knollenbasis gebildet haben. Wenn Sie die Begonien zum Überwintern aus der Erde holen, sammeln Sie die Brutknollen dann ab. Sie überwintern wie die Mutterbegonien an einem kühlen, trockenen Ort und werden im Frühling wie die Mutterknollen eingepflanzt.

Wenn Sie möchten, dass Ihre Begonien den ganzen Sommer über blühen, sollten Sie die Knollenbegonien vorziehen und bereits gut entwickelt in den Garten pflanzen. Begonien sind sehr wuchswillige und bequeme Pflanzen (auch für Anfänger), die eine solch reiche Blütenpracht entfalten, dass sie in eigentlich in keinem Garten und auf keinem Balkon fehlen sollten.