Kartoffelblume, Kartoffelbaum - Pflege und Überwintern

Kartoffelblume, Kartoffelbaum, Enzianstrauch oder Solanum rantonetti - das blau blühende Gewächs ist unter jedem Namen eine Augenweide. Mit der üppigen Blütenpracht und den gelben Augen zieht die Pflanze garantiert Blicke auf sich. Und das über lange Zeit hinweg. Denn bei optimaler Pflege beginnt die Blühzeit nicht schon sehr früh, sie kann sich auch bis in den Winter ziehen. Wer diese Schönheit genießen möchte muss zwar nicht viel, wohl aber die richtige Pflege durchführen. Damit ist die Kultur der Kartoffelblume auch für Anfänger und Gartenfreunde ohne grünen Daumen ideal.

Standort

Wer eine besonders prächtige

und üppige Blüte an der Kartoffelblume beobachten möchte, sollte für den sonnigsten Standort wählen der sich finden lässt. Pralle Sonne ist auch im Sommer für den Enzianstrauch kein Problem, Schatten hingegen schon. Zwar geht sie in diesem nicht sofort ein, sie verliert aber einige Blühkraft. Weiterhin zu beachten ist, dass der Kartoffelbaum eine beachtliche Größe haben kann. Für ausreichend Platz sollte also gesorgt sein. Vor allem bei der Kultur als Hochstamm benötigt die Pflanze zudem eine Stabilisierung. Geeignet ist ein Spalier, an dem einige Triebe sicher befestigt werden. Auch im Balkonkasten kann die Kartoffelblume aber von einem niedrigen Zaun oder Gitter profitieren. Zumindest starker kann den Trieben dann nicht mehr allzu viel anhaben.

Substrat

Bei der Wahl des Pflanzsubstrats ist die Kartoffelblume alles andere als anspruchsvoll und kompliziert. Ihr genügt handelsübliche Blumenerde vollkommen. Wer es sich beim künftigen Düngen etwas leichter machen möchte, setzt dieser noch eine Portion gut verrotteten Kompost zu.

Gießen

Was den Kalkgehalt des Wassers angeht, ist die Kartoffelblume nicht wählerisch. Weiches Regenwasser oder hartes Leitungswasser, dem Enzianstrauch ist es gleich. Dafür benötigt die Pflanze aber reichlich Wasser. Das Substrat darf weder im Sommer noch Winter vollständig austrocknen. Gerade in der prallen Sonne und an heißen Tagen kann das mehrere Wassergaben pro Tag erfordern. Tipp: Wer den Gießaufwand nicht betreiben möchte, sollte auf Pflanzgefäße mit Reservoir setzen.

Düngen

Der Enzianstrauch hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf und muss daher zumindest während seiner Blütezeit häufig gedüngt werden. Optimal ist es, dem Gießwasser einmal wöchentlich einen flüssigen Volldünger für Blühpflanzen zuzusetzen. Wer diese Mühe nicht betreiben möchte oder das Düngen häufiger vergisst, kann alternativ einen entsprechenden Langzeitdünger in Stäbchenform einsetzen.

Verschneiden

Einen Verschnitt benötigt der Kartoffelbaum zwar eigentlich nicht, er bekommt ihm aber ausgesprochen gut und kann ein ansprechend dichtes Wachstum fördern. Günstig ist es, beim Einbringen in das Winterquartier rundum etwa ein bis zwei Viertel der Trieblänge einzukürzen. Wird die Kartoffelblume im Frühjahr wieder nach draußen verbracht, kann nochmals sanft nachgeschnitten werden. Vor allem beschädigte und tote Triebe sind hierbei zu entfernen. Auch während der warmen Saison sind Korrekturen und sanfte Rückschnitte möglich.  

Vermehren

Die Kartoffelblume lässt sich von Frühjahr bis Sommer sehr einfach über Kopfstecklinge vermehren. Hierzu werden etwa zehn Zentimeter lange Triebe abgeschnitten und in Anzuchterde gesteckt. An einem Standort mit 20 °C bis 25 °C und ausreichend Licht bewurzeln die Stecklinge schnell. Vorausgesetzt, sie werden stetig leicht feucht gehalten. Neu ausgetriebene Blätter sind ein sicherer Hinweis darauf, dass sich Wurzeln gebildet haben. Haben die ursprünglichen Stecklinge ihre Größe verdoppelt, dürfen sie in das obig beschriebene Substrat umgesetzt werden. Tipp: Das häufig empfohlene Bewurzeln in Wasser hat eine deutlich geringere Erfolgsquote. Haben

sich hier aber einmal Wurzeln gebildet, können die Jungpflanzen direkt im Anschluss in Blumenerde gesetzt werden.

Überwintern

Die Kartoffelblume verträgt zwar kurzfristigen leichten Frost, verliert dabei aber reichlich Kraft. Die Überwinterung sollte daher im Haus, bei Temperaruten zwischen 5 °C und 15 °C erfolgen. Und zwar am besten in einem hellen Raum. Wird sie hier weiter gegossen, kann sogar die Blüte bis lange in den Winter hinein Bestand haben. Zudem wird der Kartoffelbaum im folgenden Frühjahr zeitig wieder austreiben und blühen. Wer nicht ausreichend Platz hat, um den Enzianstrauch hell und bei relativen hohen Temperaturen zu überwintern, muss dies auch nicht. Die Pflanze kommt auch gut in einem dunklen Zimmer zurecht, in
dem jedoch mindestens 5 °C herrschen sollten. Allerdings wird das Wachstum und Einsetzen der Blüte davon beeinträchtigt und beides setzt im folgenden Jahr später ein. Worauf die Wahl auch fällt, das Substrat darf während des Winters nicht austrocknen. Die Düngung muss aber eingestellt werden.

Umtopfen

Ein Umtopfen wird in der Regel spätestens aller zwei Jahre notwendig. Wichtig ist dabei zum einen, dass das alte Substrat vollkommen entfernt wird. Diese Maßnahme verhindert, dass eventuell vorhandene Keime und Schädlinge mit in den neuen Topf umziehen. Zum anderen sollte der neue Blumentopf nur wenig größer als der Alte sein. Dadurch können sich die Wurzeln nur in begrenztem Maße ausweiten und die Blüte wird nur wenig eingeschränkt. Das Umtopfen erfolgt am besten im Frühjahr, zwischen Mai und April.

Typische Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Die Kartoffelblume kann von Läusen, der Weißen Fliege und Roten Spinne befallen werden. Bei regelmäßigen Kontrollen fallen diese schnell auf und können frühzeitig bekämpft werden. Effektiv sind in erster Linie die natürlichen Fressfeinde, zu denen Raubwanzen, Marienkäfer, Schlupfwespen und Florfliegen gehören. Treten die Schädlinge im Winterquartier auf, ist das Ausbringen der Nützlinge natürlich denkbar ungünstig. Hier helfen biologische Insektizide auf Ölbasis.

Von Krankheiten wird der Enzianstrauch selten befallen. Lediglich wenn das Gewächs fortwährend zu nass oder zu dunkel steht, sind Pilzinfektionen wahrscheinlich. Die beste Vorbeugung und Bekämpfung ist hier also die Einhaltung der optimalen Kulturbedingungen. Zur zusätzlichen Stärkung ist es weiterhin günstig, einmal monatlich Brennnesseljauche als Dünger zu verwenden und beschädigte Pflanzenteile zu entfernen. Regelmäßiger Substratwechsel wirkt weiterhin gegen Schädlinge und Krankheiten.

Häufige Fragen
  • Ist die Kartoffelblume giftig? - Die Kartoffelblume ist giftig für Menschen und Tiere und daher für Haushalte und Gärten mit Haustieren und kleinen Kindern nur eingeschränkt sicher. Auf jeden Fall sollte sie außerhalb deren Reichweite stehen und auch auf abfallende Blüten und Blätter muss geachtet werden.
  • Warum blüht der Kartoffelbaum nicht? - Die häufigsten Ursachen für das Fehlen der Blüte sind beim Enzianstrauch ein zu dunkler und zu kühler Standort. Erhält das Gewächs sowohl ausreichend Licht als auch genug Wärme, kann es von April bis November blühen. Auch fehlende Nährstoffe können aber für einen Zurückgang der Blühkraft sorgen. In erster Linie müssen also die Bedingungen am Standort und das Düngen überprüft werden.
balkonblumen5_flWissenswertes zur Kartoffelblume in Kürze

Die Kartoffelblume wird gern für Balkone und Terrassen verwendet, weil sie ab April den ganzen Sommer bis in den November hinein blüht. Sie kann zwar auch in den Garten gepflanzt werden, ist aber nicht winterhart.

Pflege
  • Die Kartoffelblume ist an sich sehr pflegeleicht, sollte aber einmal wöchentlich gedüngt und natürlich regelmäßig gegossen werden.
  • Sie eignet sich für vollsonnige Standorte und wächst dort sehr aufrecht.
  • Für die Bepflanzung von Balkonkästen werden pro Meter fünf bis sechs Pflanzen benötigt, sofern die Kartoffelblume nicht mit anderen Pflanzen kombiniert wird.
  • Sie wird aber auch auf einem Hochstämmchen verkauft und kann dann als Kübelpflanze den Balkon oder die Terrasse schmücken.
  • Bei guter Pflege und regelmäßiger Düngung blüht sie bis zum Frosteinbruch.
  • Bei einem Standort im Wintergarten sogar noch länger, vorausgesetzt sie steht dort an einem Südfenster.
  • Die Kartoffelblume braucht besonders im Sommer viel Wasser, ist aber bei der Wasserqualität recht anspruchslos.
Tipp: Für die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen kann entweder ein flüssiger Blumendünger für das Gießwasser oder ein Langzeitdünger verwendet werden.

Schnitt
  • Bevor der Kartoffelbaum in sein Winterquartier gebracht wird, sollte er auf gut die Hälfte zurückgeschnitten werden.
  • Ein Hochstämmchen, das in Form gebracht werden soll, kann dann zusätzlich im Frühjahr noch einmal gestutzt werden.
  • Zur gleichen Zeit kann die Kartoffelblume auch umgetopft werden, was etwa alle ein bis zwei Jahre notwendig ist.
  • Hierbei sollte der neue Topf nur wenig größer als der alte sein, damit die Pflanze nicht all ihre Energie für ihr Wurzelwachstum aufbraucht.
Überwintern
  • Die Kartoffelblume verträgt nur sehr leichten Frost und muss daher vor den ersten Nachtfrösten in ein Winterquartier gebracht werden.
  • Dort sollte es hell und kalt sein, eine Temperatur über 0° C ist aber unbedingt erforderlich.
  • Ein heller Standort sorgt dafür, dass die Pflanze ab April wieder blüht.
  • Dann kann es allerdings sein, dass die Blüte im folgenden Jahr erst später einsetzt.
  • Während der Wintermonate muss die Pflanze von Zeit zu Zeit gegossen werden, damit sie nicht vollständig austrocknet.
Zum Ende des Winters kann sie dann wieder ins Freie gestellt werden und wächst dann meist noch besser als im ersten Jahr und bildet auch mehr Blüten. Um sie dabei zu unterstützen, sollte sie aber besonders im zweiten Jahr regelmäßig gedüngt werden.