Baumschnitt - die Grundlagen

Baum schneidenUm einen fachgerechten und vor allem erfolgreichen Baumschnitt vornehmen zu können, sind
zunächst einmal gute Kenntnisse der biologischen Voraussetzungen des Baumes notwendig. Um einem Baum so wenig wie möglich zu schaden, muss man beim Baumschnitt auf viele Faktoren Rücksicht nehmen.

Bei einem Baumschnitt wird das Verhältnis Masse zu Energie des Baumes verändert. D.h. wurde die Masse des Baumes, also die Blätter und Teile mit lebenden Zellen, durch den Schnitt verringert, dass die statische Masse, also Holz ohne lebende Zellen, des Baumes

nicht mehr mit Energie versorgt werden kann, kommt es unweigerlich zum Tod des Baumes. Aus diesem Grund darf man an älteren Bäumen nicht mehr soviel herum schneiden, wie man es bei jüngeren Bäumen kann.

Grundsätzlich sollte nach dem direkten Pflanzen eines Baumes nicht in seiner Krone herum geschnitten werden. Besser ist es, abzuwarten, ob und welche Zweige ggf. absterben. Diese
Zweige sollten dann abgeschnitten werden. Sind die Blätter voll ausgebildet, wird mit dem Erziehungsschnitt begonnen. Dieser hat das Ziel, den Grundstock für die gewünschte Endform des Baumes zu legen. Hierbei sollte ein kräftiges Grundgerüst erzielt werden und unerwünschte Verzweigungen frühzeitig entfernt werden. Je früher dieser Erziehungsschnitt geschieht, desto dünner sind die Zweige und um so eher schließen sich die Wunden.

Müssen zum Reduzieren des Schattens Astpartien entfernt werden, sollte man einen Auslichtungsschnitt vornehmen. Hierbei wird ein Ast jeweils ganz bis zur Basis am nächst stärkeren Ast zurückgenommen. Die Wunden schließen sich so schneller und besser. Im Grunde kann für den Schnitt von Bäumen keine allgemein gültige Regelung gegeben werden, da jeder Baum ein Individuum ist und ganz eigene Ansprüche hat.

Zum Ende der Winterruhe ist jedoch grundsätzlich die beste Zeit für den Baumschnitt. Kritisch ist es zur Zeit des Blattaustriebes, besonders bei Ulmen oder Eichen. Zu dieser Zeit nimmt man dem Baum wertvolle Energiespeicher. Zudem ist das Arbeiten an Bäumen in der Zeit vom 01. März bis 30. September gemäß dem Naturschutzgesetz nicht zugelassen. Jedoch kann das so eng auch wieder nicht gesehen werden, da das Gesetz eindeutig Fällungen und Rodungen untersagt, den Schnitt und die Pflege von Bäumen und Sträuchern jedoch erlaubt.

Einschränkungen gibt es hierbei jedoch im Hinblick auf Nester und Bruthöhlen. Informationen wie, was, wann geschnitten werden darf und was nicht, gibt jede Baumschule.