Entstehung von Jahresringen bei Bäumen

baumstamm2 flUnter den Begriff Jahresring fällt im Allgemeinen die Holzmaserung, die beim Durchschneiden eines Stammes oder Astes sichtbar wird. Die einzelnen Ringe sind als ineinander liegende Kreise angeordnet und können von ihrer Form her variieren. Dass die Natur keine akkuraten Gebilde hervorbringt, als seien die Kreise alle mit einem Zirkel gezogen, macht den spezifischen Charakter des Naturstoffs Holz aus.

Die Entstehung von Jahresringen

Die Bäume in den Tropen besitzen keine deutlich erkennbare Jahresringe, weil es dort keinen jährlichen Kalt-und-Warm-Rhythmus gibt. Unterschiedliche Regen-

und Trockenzeiten bringen dagegen ebenfalls Jahresringe hervor. Die markanten Zeichnungen im Holz entstammen den unterschiedlichen Wachstumsperioden. Wenn im Frühjahr die Vegetation ihr Wachstum wieder aufnimmt, bildet die als Kambium bezeichnete Wachstumsschicht große nach innen hin gerichtete Zellen, die als Leitungsbahnen für Wasser und Nährstoffe fungieren. Das Kambium befindet sich zwischen der Rinde und dem Splintholz.

Im Frühjahr braucht der Baum zur Bildung der Knospen reichlich Wasser und viele Nährstoffe. Das sogenannte Frühholz, das zu dieser Zeit heranwächst, ist dem entsprechend großporig. Das sich im Sommer bildende Spätholz besitzt eine dichtere Struktur und eine dunklere Farbe als das lockere und hellere Gewebe aus dem Frühjahr.

Sobald der Herbst naht, sind die
neu entwickelten Zellen wieder kleiner, bis der Baum schließlich sein Wachstum komplett einstellt und erst im folgenden Frühjahr wieder aufnimmt. Die durch die unterschiedlichen Färbungen klar zu erkennende scharfe Abgrenzung zwischen den einzelnen Jahresringen entspricht somit exakt dem Übergang zwischen den im Sommer und den im Frühjahr gebildeten Zellen.

Laub- und Nadelholz

Nadel- und Laubbäume unterscheiden sich bei der Entstehung von Jahresringen. Nadelhölzer, die erheblich einfacher und regelmäßiger aufgebaut sind, verfügen über sehr deutlich ausgeprägte Jahresringe. An durchgetrennten Stammscheiben lässt sich gut erkennen, dass Nadelbäume meist kreisrunde Stämme und Äste besitzen. Bei Laubbäumen sind die Stämme und Äste dagegen meist nicht so exakt kreisförmig, deshalb erscheinen auch die Jahresringe unregelmäßig und weniger ausgeprägt.

Das Alter von Bäumen

baumstammDendrochronologie heißt die Altersbestimmung von Bäumen mit Hilfe von Jahresringen. Der Baum verrät dazu noch viel mehr von seiner Vergangenheit, unter anderem auch, unter welchen Bedingungen er wuchs. So lassen sich aus besonders alten Bäumen die während ihres Wachstums bestandenen Klimabedingungen ablesen.

Bäume in der Nachbarschaft weisen deshalb identische Merkmale auf. Bei guten Voraussetzungen werden die Ringe breiter. In klimatisch schlechten Jahren, bezogen auf die Niederschläge und die Temperatur, bleiben die Ringe dagegen erheblich schmäler. Nimmt man bei einem sehr alten noch nicht gefällten Baum eine Durchschnittsbreite der Jahresringe an, kann sein Alter bestimmt werden, das aber nur einen Richtwert darstellen kann, weil die Ringabstände niemals exakt gleich sind.

Die Entstehung von Jahresringen bei Bäumen ist auf die klar voneinander abgegrenzten Wachstumsperioden zurückzuführen. Anhand der einzelnen Ringe lässt sich das Alter eines Baumes ermitteln.