Kugelahorn - Pflege, Schneiden und Krankheiten

KugelahornBei einem Kugelahorn handelt es sich um einen Baum aus der Familie der Ahorne, welcher sich durch eine kugelige Form auszeichnet und durch seine vorteilhaften Eigenschaften immer beliebter wird. Allgemein ist der Kugelahorn ein sehr pflegeleichter Baum, welcher mit dem richtigen Standort und dem optimalen Schnitt zu einer schönen Gartenzierde wird.

So wird der Kugelahorn gepflanzt

Wenn ein Kugelahorn neu eingepflanzt werden soll, dann spielt für das spätere Wachstum vor allem der Standort eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Aspekte

beim Standort sind:
  • sonnig bis halbschattig
  • nicht zu saure Böden
  • ausreichend Platz
Besonders der zur Verfügung stehende Platz sollte gut bedacht werden, da der Kugelahorn eine Höhe bis zu 25 Metern erreichen kann und dementsprechend auch viele Wurzeln ausbildet. Daher sollte er auch nicht nahe beim Haus eingepflanzt werden, wenn er dadurch später zu viel Schatten wirft.

Generell lässt sich der Kugelahorn ganzjährig einpflanzen und er kann in jeder Jahreszeit als Containerware gekauft werden. Das Einpflanzen gestaltet sich bei diesem Baum denkbar einfach:
  • kleines Loch ausheben
  • Kugelahorn hineinsetzen
  • Erde mit Kompost mischen
  • Loch mit dem Gemisch auffüllen
  • Erde um den Baum herum fest andrücken und
  • zum Schluss: gießen
Das Beifügen von Kompost versorgt den Kugelahorn mit ausreichend Nährstoffen, wodurch ein sehr schönes und gesundes Wachstum von ihm erreicht werden kann. Innerhalb des ersten Jahres nach dem Einpflanzen sollte er bei entsprechender Wetterlage mindestens einmal pro Woche gegossen werden.

Pflege und Schneiden des Kugelahorns

Die Pflege des Kugelahorns ist sehr einfach, da dieser Baum sehr anspruchslos ist und keine regelmäßige Düngung benötigt. Die ersten Jahre nach dem Einpflanzen kann er bei Bedarf in Form geschnitten werden, wobei er seine kugelige Form auch selbstständig entwickelt und diese nach mehreren Jahren dann komplett beibehält.

Beim Schneiden des Kugelahorns sollten nur die aus der Laubkugel hervorstehenden Äste geschnitten werden, so dass die runde Form einfach angeglichen wird. Ein Radikalschnitt ist nicht nötig und kann zudem auch den Kugelahorn schwächen, weshalb hiervon dringend abgeraten wird. Die Wunden nach dem Schnitt heilen bei dieser Baumart nur sehr langsam und schwer, weshalb große Schnittstellen vermieden werden sollten - wenn größere Äste optisch stören, dann sollte der Sinn und Nutzen vom Formschnitt genau abgewogen werden.

Sehr wichtig ist die Jahreszeit für den Schnitt, da der Kugelahorn zu sehr starken Blutungen neigt und der Formschnitt aus diesem Grund zu Nicht-Wachstumszeiten stattfinden sollte. Ideal ist daher der Schnitt gegen Ende des Winters und sollte bis maximal Ende Februar durchgeführt werden.

Ein weiteres Problem bei dem schnittempfindlichen Kugelahorn ist der Befall mit Rotpusteln, welche den Baum über die Schnittstellen oder Wunden erreichen können. Das Schneiden ist daher immer mit einem gewissen Risiko behaftet, welches aber durch diese Methoden weitestgehend minimiert werden kann:
  • Desinfizierung der Schere
  • nur kleine Schnittstellen
  • Versiegelung der Schnittstellen
Zum Desinfizieren der Schere empfiehlt sich mindestens 70%-iger Alkohol, da dieser zuverlässig Keime und Bakterien abtöten kann. Das Versiegeln der einzelnen Schnittstellen kann durch den gewöhnlichen Baumwachs erfolgen, welcher möglichst
direkt nach dem Schnitt verwendet wird.

Überwintern des Kugelahorns

Beim Überwintern von dieser Baumart braucht man sich keine Gedanken zu machen, da der Kugelahorn Frost und Kälte ausgesprochen gut verträgt.

Krankheiten beim Kugelahorn

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Auch beim Thema Krankheiten zeigt sich, dass es sich beim Kugelahorn um einen sehr pflegeleichten und robusten Baum handelt. Kleinere Insekten machen ihm in der Regel nichts aus und daher braucht man sich auch bei beispielsweise Blattläusen keine Gedanken zu machen. Zu den klassischen Krankheiten gehören bei einem Kugelahorn:
  • der Mehltau sowie
  • die Rotpustelkrankheit
Echter Mehltau
Der echte Mehltau ist eine Pilzerkrankung des Baumes und zeigt sich durch einen weißlichen Belag auf den Blättern. Er tritt gerne bei schwülen Wetterlagen und vorwiegend zu den Zeiten auf, in denen sich neue Blätter beim Kugelahorn bilden. In den meisten Fällen verschwindet der echte Mehltau im Herbst, kann jedoch insbesondere bei milden Wintern im darauffolgenden Jahr wieder auftreten. Bei diesem handelt es sich mehr ein ästhetisches Problem des Kugelahorns und eine Bekämpfung ist nicht notwendigerweise erforderlich, allerdings kann dieser auch auf empfindlichere Pflanzen übertragen werden. Wenn sich gefährdete Pflanzen in der Nähe eines befallenen Kugelahorns befinden, dann sollte der Mehltau so früh wie möglich bekämpft werden. Als Hausmittel bieten sich folgende an:
  • Milch-Wasser-Gemisch (1 Teil Milch auf 9 Teile Wasser)
  • Öl-Wasser-Gemisch (50 ml Speiseöl auf 5 Liter Wasser)
  • Backpulver-Wasser-Gemisch (3 Päckchen Backpulver auf 5 Liter Wasser)
Diese Hausmittel sollten einmal wöchentlich auf die befallenen Stellen gespritzt werden - wenn sich nach mehreren Wochen noch keine Besserung zeigt, dann ist die Verwendung von speziellen Mitteln zu überlegen.

Rotpustelkrankheit
Bei der Rotpustelkrankheit handelt es sich ebenfalls um einen Pilz, welcher vorwiegend geschwächtes oder totes Holz befällt. Setzt er sich an lebenden Bäumen ab, dann sondert er Giftstoffe in diesem ab, welche im schlimmsten Fall zum Absterben des Baumes führen könnten - eine Bekämpfung ist daher dringend erforderlich.

Erkennen kann man die Rotpustelkrankheit an typischen roten bis orangefarbenen Auswüchsen, sowie einer Verfärbung der Baumrinde und eventuell auch einem späteren Ablösen von dieser. Idealerweise wird der Rotpustelkrankheit vorgebeugt, weshalb hier die Grundsätze zum Schneiden eines Kugelahorns unbedingt zu beachten sind. Wenn der Befall einmal vorliegt, dann ist das einzige Hausmittel ein Entfernen der befallenen Äste durch Schnitt. Die entfernten Äste sowie Blätter sollten möglichst verbrannt werden und auf keinen Fall als Kompost verwendet werden, da es hierdurch zu einer weiteren Ausbreitung kommen würde.

Wissenswertes zum Kugelahorn in Kürze
  • Der Kugelahorn kann bis zu 25 Meter hoch werden und hat meist kurzstämmige Äste, die aufstrebend wachsen.
  • Die Blüte liegt für gewöhnlich noch vor dem Laubaustrieb im April und besteht aus zitronengelben Dolden.
  • Der Kugelahorn bevorzugt lichten Schatten oder Sonne und ist gut hitze- und frostverträglich, zudem sehr anpassungsfähig und anspruchslos.
  • Er wächst auf allen Substraten, außer auf zu sauren Böden.
Die Krone von einem frisch gepflanzten Kugelahorn muss nicht rund geschnitten werden. Der Kugelahorn ist so gezüchtet, dass er im Laufe der Zeit seine runde Krone von selbst ausbildet. Meist sprießen im Pflanzjahr ein paar kräftige Triebe in die Höhe, während in den nächsten Jahren das Triebwachstum ruhiger wird und die Bäume ihre typische Kugelform weiter ausbilden. Bis Mitte Januar sollte der Kugelahorn geschnitten sein, da es sonst durch den früh einsetzenden Saftstrom leicht zum Bluten der Wunden kommen kann, was dem Baum unnötig Kraft entzieht. Hierbei erfolgt nur ein sehr geringer Rückschnitt.
  • Besonders eignet sich der Kugelahorn für eine formale Gartenanlage, für Eingangsbereiche und für kleine Alleen.
  • Beim Einpflanzen ist jedoch so einiges zu beachten. So gilt beispielsweise für den Abstand, dass die Wurzeln im Boden mindestens die Ausdehnung problemlos erreichen müssen, wie oben die Krone groß ist.
  • Wird eine Allee oder eine Gartenbegrenzung mit dem Kugelahorn angelegt, sind besondere Abstände zum Nachbargrundstück einzuhalten.
Aus diesem Grund sollte man vor dem Pflanzen beim zuständigen Landratsamt bzw. der Stadt anfragen, ob es für das betreffende Bundesland eine Baumpflanzordnung gibt. In ihr ist enthalten, wie weit ein Baum von allen Grundstücksgrenzen entfernt sein muss.