Nadelgehölze für den Garten

Nadelgehölze für den Garten

Das botanische Wort „Coniferae" bedeutet „Zapfenträger". Koniferen wurden aber zum Sammelbegriff für alle Nadelgehölze, auch wenn sie keine Zapfen tragen. Soweit es sich um Bäume handelt, ist der Kronen-Unterschied gegenüber Laubgehölzen mit ihren Kuppel- und Kugelkronen unverkennbar.

koniferen2_flDie meisten Koniferen wirken hervorragend durchkonstruiert: In regelmäßigen, klar gegliederten Etagen und präziser Pyramidenform. Man kann diesen Aufbau bis zum Wipfel verfolgen. Die Nadelfarbe aber - und das macht die Koniferen so wertvoll - variiert nicht nur in allen Grün-Nuancen, sie enthält auch

die im Gehölzbereich so seltenen blauen, grauen und gelben Töne. Und schließlich: Vom haushohen Baum über breitausladende Buschgruppen bis hinunter zum fußhohen Polsterstrauch gibt es in dieser Gehölzgruppe ein so reichhaltiges Angebot, dass jeder Garten daraus Gewinn ziehen kann.

Das Glück mit Koniferen hängt davon ab, ob ihnen der nötige Lebensraum geboten wird, ohne den Garten einzuengen. Dabei ist es wichtig, dass man sie nicht zu dicht an den Weg pflanzt, in den sie sonst hineinwachsen. Selbst bei der Verwendung kleinerer Koniferen ist manchmal Vorsicht geboten. Wenn der so beliebte Chinesische Wacholder (Juniperus chinensis) als Jungpflanze an eine Treppe oder in eine Ecke zwischen Terrasse und Plattenweg gepflanzt wird, sollte man bedenken, welche Vitalität in dieser Pflanze steckt. In zehn Jahren kann er anderthalb und in 20 Jahren drei bis vier Meter hoch und fünf bis sechs Meter breit sein. Und wenn man mit Koniferen keine Enttäuschung erleben will, sollte man vor der Pflanzung mit dem Zollstock am vorgesehenen Standort nachmessen, ob man sie sich auch räumlich „leisten" kann.

Pflanzzeit

Als beste Koniferen- Pflanzzeit hat sich der Spätsommer (Mitte August bis Ende September) erwiesen.
Dann ist der Boden noch warm, die Luft aber schon milde und feucht. In der ungünstigeren Frühjahrspflanzzeit im April oder Mai kann der Boden noch kalt, die Sonneneinstrahlung aber schon zu intensiv sein. Die Pflanzung der immergrünen Koniferen ist nur mit dem in grobes Juteleinen oder ähnliches Material eingeschnürten Erdballen möglich, der die Saugwurzeln und damit das Nadelwerk der Pflanzen ohne Unterbrechung mit der lebensnotwendigen Feuchtigkeit und den darin gelösten Nährstoffen versorgt. Auch nach der Pflanzung darf dieser Zusammenhalt nicht gestört werden.

Schnitt

Dass man die immergrünen Bäume, Sträucher und Hecken nicht wie die Kernobstbäume dem Winterschnitt unterwirft, versteht sich wegen der damit verbundenen Frostgefährdung von selbst. Wenn es jedoch behutsam und im Spätsommer geschieht, schadet das Schneiden den Koniferen nicht. Im Frühjahr und im Frühsommer aber ist das frisch ausgetriebene junge Nadelgrün allen Eingriffen der Schere gegenüber recht empfindlich. Es kann dann nämlich geschehen, dass die durch ältere Zweige zunächst sonnengeschützten, durch den Rückschnitt aber plötzlich freigelegten jüngeren Astpartien zu vergilben beginnen, weil sie dem zu starken Einfluss des ultravioletten Lichtes erliegen. Zwischen den Zweigen ist die Luft immer etwas milder und feuchter als die Außenluft. Wenn man hier zu früh Wind und Sonne eindringen lässt, gibt es leicht Nadelbräune, zerstörte Knospen und kahle Stellen.

Hecken

koniferen_flDas Nadelholz-Hecken empfindlich und pflegebedürftig seien, ist eine weit verbreitete Ansicht. Die Praxis aber beweist in vielen Fällen das Gegenteil. Aus

der Japanischen Lärche lassen sich zum Beispiel vorzügliche Hecken ziehen. Die blaugrünen Nadeln bilden einen interessanten Gegensatz zu dem braunroten Holz. Dieses Gehölz kommt auch mit der Stadtluft gut zurecht und stellt keine Ansprüche, es wächst überall, auf jedem Boden und in jeder Lage. Es verträgt den starken Rückschnitt bis ins alte Holz und treibt immer wieder kräftig aus. - Taxus baccata und Thuja occidentalis (Eibe und Lebensbaum) sind ebenso gut als Heckengehölze zu verwenden. Enttäuscht wird man dagegen meist von Fichten im Heckenverband.

Vermehrung

Im eigenen Garten wird kaum Erfolg haben, wenn man Samen heranziehen will. Viele Dinge müssen getan werden, ehe die Gehölzsamen fertig zur Aussaat sind. Vor allem müssen die Samen im richtigen Zeitpunkt geerntet werden, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Samen von Fichte und Tanne im Jahr der Befruchtung reift, Wachholder dazu zwei, Kiefern und Zedern sogar drei Jahre brauchen. Koniferen- Saatgut keimt in den meisten Fällen sehr langsam.